Aktienanleihen Vergleich: Szenarien zu Laufzeitende

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Das Laufzeitende bei Aktienanleihen ist ein wichtiges Thema - hier drohen ganz verschiedene Szenarien. (Foto: Sfio Cracho)

Am Ende der Laufzeit einer Aktienanleihe kann es zu unterschiedlichen Szenarien kommen.

Dies hängt von der Entwicklung des Aktienkurses des Basiswerts ab.

Diese 3 Szenarien lassen sich am besten anhand eines Beispiels erläutern.

Beispiel

Es wird eine Aktienanleihe auf die X-AG mit einer Laufzeit von 12 Monaten und einem Zinskupon von 10 Prozent emittiert.

Zum Laufzeitende wird die Anleihe zum Nennwert 1.000 € getilgt werden oder durch Lieferung von 11 X- Aktien. Der Basispreis der zugrunde liegenden X-Aktie wird auf 90,50 € festgelegt.

Um genau zu wissen, bis zu welchem Aktienkurs Ihre Investition noch lukrativ ist, sollten Sie die Gewinnschwelle (Break-even) ermitteln.

Erst wenn die zugrunde liegende Aktie unter die Gewinnschwelle rutscht, erleiden Sie einen Verlust und der hohe Zins sichert Sie nicht mehr gegen Kursverluste des Basiswerts ab.

Die Gewinnschwelle können Sie berechnen, indem Sie die sicheren Zinsen von Ihrem Kaufbetrag abziehen und den Rest durch die Anzahl der zu liefernden Aktien teilen. Konkret heißt das in unserem Beispiel:

1.000 € × 10 Prozent = 100 € 1.000 € – 100 € = 900 € 900 € : 11 Aktien = 81,82 € Erst ab einem Aktienkurs von 81,82 € würden Sie mit der Aktienanleihe einen Verlust erleiden. Folgende 3 Szenarien sind bei Laufzeitende möglich:

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Aktienanleihen: Die Risiken kennen und diese Chance nutzenAktienanleihen, eine Kombination aus Aktien und Anleihen, bieten für Sie Chancen und Risiken zugleich. › mehr lesen

1. Szenario: Aktienkurs stagniert

Am Laufzeitende steht der Aktienkurs auf oder leicht über dem Basispreis. Die Anleihe wird durch Rückzahlung des

Nennbetrags zu 100 Prozent bedient, und zusätzlich werden die Zinsen ausgezahlt.

In diesem Fall erzielen Sie die höchstmögliche Rendite. In dem Beispiel werden 1.000 € Nennwert und (10 Prozent von 1.000 €) 100 € Zinsen zurückgezahlt. Ihre Rendite beträgt 10 Prozent.

2. Szenario: Aktienkurs sinkt zwischen Gewinnschwelle und Basispreis

Statt der Nennwertrückzahlung erfolgt in diesem Fall die Lieferung der Aktien, da der Basispreis unterschritten wurde.

Allerdings erhalten Sie immer noch eine positive Rendite, da die Zinszahlung zuzüglich dem Gegenwert der gelieferten Aktien über dem Nennwert liegt.

Im obigen Beispiel würde es zum Laufzeitende bei einem Aktienkurs von beispielsweise 85 € ein Aktienpaket im Wert von (11 Aktien × 85 €) 935 € zuzüglich 100 € Zinsen, also insgesamt ein Rückzahlungswert von 1.035 € ergeben. Ihre Rendite liegt dann nur noch bei +3,5 Prozent.

Die Aktien können Sie je nach Einschätzung über die weitere Entwicklung im Depot halten, um von einer zukünftigen Kurssteigerung zu profitieren.

3. Szenario: Aktienkurs sinkt unter die Gewinnschwelle

Erst wenn der Aktienkurs unter die Gewinnschwelle sinkt, kommt es zu einem Verlust.

Auch hier können Sie die erhaltenen Aktien (Basiswert wurde unterschritten) weiter halten, um auf eine Kurserholung zu setzen.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.