Aktienauswahl: Diese Kennzahlen sollten Sie kennen

Bald ist es soweit: Ende des Monats endet das 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2017 und schon kurze Zeit später werden […] (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Bald ist es soweit: Ende des Monats endet das 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2017 und schon kurze Zeit später werden die Unternehmen Vorabzahlen für die ersten 6 Monate des laufenden Jahres veröffentlichen.

Diese Zahlen werden viele Investoren zum Anlass nehmen, sich von laufenden Positionen zu trennen und neue Positionen aufzubauen. Anders gesagt: Für viele Investoren ist das Zahlenwerk der Unternehmen das entscheidende Kriterium dafür, ob eine Aktie ge- oder verkauft wird.

Ich möchte, dass auch Sie das Zahlenwerk der Unternehmen analysieren und auf Basis dieser kurzen Analyse Investitionsentscheidungen treffen können, die Ihnen hoffentlich eine höhere Rendite bringen.

Daher stelle ich Ihnen heute und in den kommenden Tagen einige wichtige Kennzahlen vor, mit denen Sie jede Bilanz innerhalb von wenigen Minuten auf Herz und Nieren prüfen können.

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Das wohl am häufigsten herangezogene Kriterium bei der Aktienbewertung ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Es zeigt Ihnen an, mit welchem Vielfachen des Jahresgewinns ein Unternehmen an der Börse bewertet wird. Richtgröße für ein günstiges KGV ist 10, der Marktdurchschnitt liegt bei rund 15.

Hier die Formel, mit der Sie das Kurs-Gewinn-Verhältnis berechnen können:

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) = Aktienkurs : Gewinn je Aktie

Ein niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis ist isoliert betrachtet aber nicht zwingend ein Kaufargument. Sind die zukünftigen Gewinnaussichten schlecht, oder ist die Verschuldung zu hoch (Bilanzprobleme), bietet die Aktie wenig Kurspotenzial.

Gewinn je Aktie (EPS)

Um das KGV berechnen zu können, brauchen Sie den Gewinn je Aktie. Diese Angabe können Sie in den meisten Fällen den Finanzberichten der Unternehmen entnehmen. Sollte dem nicht so sein, so berechnen Sie den Gewinn je Aktie wie folgt:

Gewinn je Aktie (EPS) = Nettogewinn des Unternehmens : Anzahl der Aktien des jeweiligen Unternehmens

Der Gewinn je Aktie wird oft als „EPS“ bezeichnet. EPS steht für „Earnings per Share“ und bedeutet im Deutschen nichts anderes als Gewinn je Aktie. Wenn Sie diese Größe nicht finden, können Sie den Unternehmensgewinn einfach durch die Anzahl der Aktien dividieren.

Der Gewinn je Aktie, den Sie für die Berechnung des KGVs nutzen, kann sich auf bereits erzielte oder auf erwartete Unternehmensgewinne beziehen.

Das KGV ist in Fachkreisen jedoch nicht ganz unumstritten. Der Grund: Der Jahresüberschuss, also die Grundlage der Berechnung, kann von den Unternehmen in die gewünschte Richtung gesteuert werden. Legale Bilanzierungstricks können vom Management genutzt werden, um den Jahresüberschuss zu beeinflussen.

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Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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