Aktienmärkte im Fokus – Abwärtsdruck hält an

In der Karwoche konnten sich die Aktienmärkte gut behaupten – doch in der neuen Handelswoche stehen viele Aktien unter Druck. (Foto: MR.LIGHTMAN1975 / Shutterstock.com)

Vor Ostern ging es teilweise kräftig nach oben mit den Kursen. Doch diese Erholung währte nur kurz. Schon der Ostermontag brachte an der Börse in New York die Ernüchterung zurück. Und das ist für mich auch allzu verständlich, denn trotz des Rücksetzers können gerade an den US-Börsen aktuell keine wirklichen Schnäppchen gemacht werden. Im Gegenteil. So ist zum Beispiel die Facebook-Aktie mit einem KGV von knapp 30 alles andere als günstig.

Und zwar gerade auch vor dem Hintergrund, dass das regulatorische Umfeld rauer wird und das Geschäftsmodell zunehmend aufgrund des Vertrauensverlustes erodieren könnte. Wie schnell es gerade bei dieser Aktie nach unten gehen kann, haben eben die vergangenen zwei Wochen gezeigt – und der gesamte Schaden aus dem Datenskandal ist noch gar nicht absehbar.

Trump meldet sich zu Wort

Mit Blick auf das regulatorische Umfeld wird sicherlich nicht nur Facebook künftig mehr Gegenwind bekommen. An der Stelle sei nur kurz darauf hingewiesen, dass der US-Präsident höchstpersönlich am Gründonnerstag Amazon ins Visier nahm. Auf Twitter holte Trump zu einem öffentlichen Rundumschlag gegen den Internetgiganten aus. Amazon zahle wenig oder gar keine Steuern an Bundesstaaten und Kommunen und benutze das Postsystem als Botenjungen.

Das verursache enormen Schaden für die USA. Viele Tausend Einzelhändler würden aus dem Geschäft verdrängt, so Trump. In aktuellen Studien wird damit gerechnet, dass allein in den USA 2018 gut 8.000 Einzelhändler schließen werden. Prominentestes Beispiel der jüngsten Vergangenheit ist ja der Untergang der Spielzeugkette Toys R US.

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Teure Amazon-Aktie

Fakt ist derweil, dass selbst Facebook in Relation zur Amazon-Aktie „günstig“ ist. Das KGV der Amazon-Aktie liegt unter äußerst optimistischen Gewinnannahmen für das Geschäftsjahr 2018 bei knapp 200. Und das vor dem Hintergrund eines härter werdenden Umfelds. Denn nicht nur Trump, sondern auch die EU, werden künftig das Treiben der US-Internetriesen nicht mehr nur „wohlwollend“ begleiten.

Ja, liebe Leser, in den letzten Jahren waren es allen voran die großen Tech-Aktien aus den USA, die die Märkte nach oben katapultierten. Jetzt zeigt sich aber, dass selbst die Internetgiganten ins Wanken geraten können. Auch hier wachsen die Bäume nicht in den Himmel.

Im Gegenteil. Sollte die Politik regulatorisch wirklich ernsthaft eingreifen, dann stehen den Aktionären der Tech-Riesen harte Zeiten bevor. Und diese Werte haben zudem das Potenzial den Gesamtmarkt nach unten zu ziehen.


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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.