Aktienmärkte: US-Aktien besonders korrekturanfällig

Nach vielen Jahren steigender Kurse sind die die vieler Aktien sehr hoch. Das steigert die Gefahr einer massiven Korrektur. Hier die Gründe: (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Die Luft an den Aktienmärkten wird immer dünner; die Gefahr einer massiven Korrektur steigt stetig an.

Das gilt nicht nur für den deutschen, sondern ganz besonders für den US-Aktienmarkt, der noch einmal deutlich höher bewertet ist als der deutsche.

Hohes KGV markiert Gefahr einer heftigen Korrektur

Schauen wir einfach nur auf die gängigste Bewertungs-Kennziffer für Aktien: das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV).

Hierbei werden schlicht und einfach die aktuellen Kursniveaus ins Verhältnis zu den Gewinnen gesetzt.

Beim deutschen Leitindex DAX ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis seit Jahres-Anfang von 13,4 auf 14,7 angestiegen.

Das ist noch nicht beunruhigend, bewegt sich aber schon am oberen Ende des historischen Durchschnitts.

Ganz anders sieht es in den USA aus: Dort ist das KGV von Jahres-Anfang bis jetzt von damals schon hohen 17,2 auf jetzt extrem hohe 20,1 angestiegen.

Hier sehen Sie nicht nur einen deutlich stärkeren Anstieg als in Deutschland, sondern vor allen Dingen auch ein sehr viel höheres Niveau.

S&P500-Aktien sind überbewertet

Das liegt eben auch daran, dass der marktbreite S&P 500 seit Jahres-Anfang mit 16% sogar noch stärker angestiegen ist als der DAX, der es auf einen Zuwachs von rund 13 % gebracht hat.

Das sind aber nur aktuelle Zahlen, viel wichtiger sind die Perspektiven für das nächste Jahr:

Mittlerweile stellt sich die Frage, ob sich der Bullenmarkt auch im 9. Jahr wird weiter fortsetzen können.

So erwarten viele Experten für die Vereinigten Staaten im kommenden Jahr ein Gewinn-Wachstum bei den Unternehmen von 8%. Damit würde sich die Dynamik des laufenden Jahres fortsetzen.

Solche Prognosen halte ich für wenig seriös, denn schon seit Jahren sind Zuwachsraten bei den Gewinnen auf einem wirklich hohen Niveau.

So etwas ist nicht langfristig durchzuhalten.

Wie massiv die Bewertung in den USA schon aus dem Ruder gelaufen ist, zeigt ein Blick auf das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV).

Hier wird der Kurs ins Verhältnis zur Substanz des Konzerns gesetzt. Dort hat der marktbreite S&P 500 Index in den USA jetzt ein Niveau von 3,0 erreicht.

Das ist ein 10-Jahres-Hoch bei diesem Wert – und zeigt Ihnen deutlich an, wie groß die Gefahr für einen weiteren Rückschlag ist.

Ifo-Geschäftsklima-Index auf Mehrjahres-Hoch

Ein wichtiger Indikator ist aber wirklich besorgniserregend – und das gilt v. a. für Deutschland:

Der Ifo-Geschäftsklima-Index als wichtiger Konjunktur-Indikator hat zuletzt ein weiteres Mehrjahres-Hoch erreicht.

Genau diese Entwicklung gab es auch in den Jahren 2000 und 2007. Wie Sie wissen, rauschten dann die Kurse massiv in den Keller und wir erlebten einen klaren Bärenmarkt.

Genau diese Gefahr ist jetzt auch wieder gegeben mit den hohen Bewertungen am Aktienmarkt und der extrem optimistischen Stimmung für die weitere Entwicklung.

Gleichzeitig hat auch zuletzt noch die Schwankungsbreite der Märkte nachgelassen. Auch das ein weiteres Signal für die Sorglosigkeit vieler Investoren.

All das zusammengenommen zeigt mir ganz deutlich, dass sich dunkle Wolken am Horizont auftun und uns 2018 eine heftige Entwicklung an den Börsen bevorsteht.

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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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