Aktienmarkt: Das sind die Brexit-Profiteure

Am Aktienmarkt war heute wenig los.

Es fehlten die Impulse von der Wall Street (kein US-Handel heute, da Unabhängigkeitstag). Der deutsche Leitindex DAX verlor leicht und sackte auf gut 9.700 Punkte ab.

Bislang ging es v. a. um die Verlierer des EU-Referendums Großbritanniens.

Wo es Verlierer gibt, gibt es jedoch oft auch Gewinner. Ich möchte Ihnen daher hier einige mögliche Gewinner des Brexit-Referendums vorstellen.

Zunächst muss allerdings gesagt werden, dass die die Auswirkungen des Referendums immer unsicherer werden.

Denn: In der vergangenen Woche hatte der ehemalige Londoner Bürgermeister Boris Johnson, einer der Anführer der Brexit-Bewegung, erklärt, nicht neuer Premierminister in England werden zu wollen.

Heute folgte dann der Rückzug von Nigel Farage von der Spitze der EU-feindlichen britischen Partei UKIP. Damit zieht sich auch der 2. Anführer der Brexit-Bewegung aus der ersten Reihe zurück.

Es fehlen jetzt die prominenten EU-Gegner, die den EU-Austritt aktiv gestalten. Der ehemalige britische Premierminister Tony Blair erklärte daraufhin, dass er ein 2. Referendum begrüßen würde.

Sie sehen: Darüber, wie es jetzt nach dem EU-Referendum Großbritanniens weitergehen wird, lässt sich derzeit nur spekulieren.

Sollte es jedoch zum Austritt Großbritanniens aus der EU kommen, würden v. a. Immobilien-Unternehmen davon profitieren, die den Schwerpunkt ihrer Geschäftstätigkeit in Deutschland haben.

In Deutschland tätige Immobilien-Unternehmen würden vom Brexit profitieren

Die Frage, warum in Deutschland tätige Immobilien-Unternehmen vom Brexit profitieren würden, lässt sich leicht beantworten: Es gilt als sicher, dass der Finanzplatz London nach einem EU-Austritt Großbritanniens massiv an Bedeutung verlieren würde.

Die Folge: Viele Arbeitsplätze würden nach Frankfurt übersiedeln (zukünftig größter Börsenplatz innerhalb der EU). Das würde dazu führen, dass eine große Nachfrage nach Büro-Immobilien in Deutschlands Finanz-Metropole entstünde.

Daneben würde dann auch die Nachfrage nach Wohnimmobilien in und um Frankfurt deutlich anziehen. Denn die vielen Banker, die im Falle eines Brexits von London nach Frankfurt übersiedeln würden, bräuchten nicht nur Büros, sondern auch Wohnraum.

Der britische Sender BBC berichtete bereits, dass die Investmentbank Morgan Stanley dabei ist, nach dem Brexit-Votum 2.000 seiner Londoner Mitarbeiter auf Dublin und Frankfurt aufzuteilen.

Das wird zwar von Morgan Stanley dementiert, passt aber in ein Zukunfts-Szenario von JPMorgan Chase & Co. (ebenfalls eine Investmentbank), wo man davon ausgeht, dass es zu einem Umzug von einem Viertel ihrer 16.000 Londoner Mitarbeiter kommen könnte.

Insgesamt könnten nach ersten Schätzungen rund 80.000 Arbeitsplätze aus der Finanz-Industrie von London nach Frankfurt und Umgebung verlagert werden. Die Größenordnung ist gewaltig.

Dazu passt auch eine Entscheidung der Union Investment Real Estate: Diese hat nun die Investition in ein Londoner Büroimmobilien-Projekt abgesagt und erwartet, dass nach dem Brexit mittelfristig die Büro-Standorte Frankfurt, Paris und Dublin profitieren.

Nach einer aktuellen Prognose der Immobilien-Spezialisten von Green Street Advisiors sollen die Preise für Büroimmobilien in London in den kommenden 3 Jahren um 20% sinken.

Kein Wunder also, dass sich Investoren nicht mehr so sehr um den Standort London reißen und stattdessen eher Standorte wie Frankfurt bevorzugen.

Mit diesen Immobilien-Aktien profitieren auch Sie

Zu den Immobilien-Unternehmen, mit denen Sie vom Brexit profitieren können, zählen z. B. die Österreichischen Wohnimmobilien-Spezialisten Buwog und Conwert.

Deren Immobilien liegen zu großen Teilen in Deutschland, die aber (anders als einige deutsche Konkurrenten) noch relativ günstig bewertet sind.

Aber auch die dividendenstarken deutschen Büroimmobilien-Spezialisten Hamborner REIT, DIC Asset und Alstria Office werden würden um Falle eines Brexits profitieren.

4. Juli 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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