Aktienmarkt Österreich mit Nachholpotenzial

Erfahren Sie jetzt, warum der österreichische Markt nach dem guten Börsenjahr 2017 spannend bleibt. (Foto: Wiener Börse AG)

In der Vergangenheit habe ich mich hier im „Schlussgong“ immer wieder auch unserem Nachbarland Österreich gewidmet. Wie einige von Ihnen bereits wissen, verbindet mich vieles mit der Alpenrepublik. Ich habe eine Zeit lang in Wien gelebt und studiert und auch meine Frau ist Österreicherin.

Darüber hinaus reise ich seit Jahren regelmäßig nach Österreich, um dort interessante Unternehmen zu besuchen und um an der größten Finanzmesse in Österreich, der Gewinn-Messe in Wien, teilzunehmen.

Heute erhalten Sie von mir zunächst einen kleinen Länderbericht zu Österreich und morgen werde ich Ihnen daran anknüpfend einige aus meiner Sicht spannende Unternehmen aus unserem Nachbarland vorstellen.

ATX noch weit unter Allzeithoch

Während der deutsche Leitindex DAX derzeit in Richtung Allzeithoch marschiert, ist der österreichische Leitindex ATX noch meilenweit von den alten Höchstständen entfernt. Notierte der ATX vor Ausbruch der Finanzkrise bei rund 5.000 Punkten, ist er jetzt erst wieder bei 3.600 Punkten angekommen (fast 30% unter Allzeithoch).

Doch das bedeutet nicht, dass Sie den Aktienmarkt in Wien ignorieren sollten. Im Gegenteil! Der Markt besitzt Nachholpotenzial und ist zuletzt ins Rollen gekommen. Im Börsenjahr 2017 hat der ATX den DAX locker abgehängt und um über 30% zugelegt. Es hat sich also gelohnt, dass ich für die Leser meiner Börsendienste auch in zuvor schwächeren Zeiten den österreichischen Markt abgedeckt habe.

Die Kursbremsen in Österreich

Wenn Sie untersuchen, warum viele Aktienindizes neue Rekordmarken erreicht haben, der österreichische Leitindex jedoch fast 30% unter dem Top-Niveau notiert, fallen 2 Gründe auf:

1.) Aus dem Osteuropa-Bonus wurde ein Osteuropa-Malus: In der Phase 2002 bis 2007 kletterte der ATX von 1.000 auf 5.000 Punkte. Ein wichtiger Kurstreiber: Österreich galt als Tor zu Osteuropa. Viele Unternehmen aus unserem Nachbarland hatten erstklassige Verbindungen nach Osteuropa und konnten nach dem Fall des Eisernen Vorhangs diesen Startvorteil nutzen und in der Wachstumsregion schnell Marktanteile gewinnen.

Doch dann kippte die Stimmung. Osteuropa (speziell Russland) wurde nicht mehr als Wachstumsmarkt betrachtet, sondern als Risiko-Faktor. Aus dem Bonus wurde ein Malus – aus dem Bewertungsaufschlag ein Bewertungsabschlag.

2.) Hohe Gewichtung des Finanzsektors: Wenn Sie schon vor 10 Jahren an der Börse aktiv waren, haben Sie das Trauerspiel der Bank-Aktien im DAX miterlebt. Die Kurse der Deutschen Bank und der Commerzbank wurden pulverisiert. In Österreich war dieser Effekt noch viel stärker, da Finanzwerte extrem stark im ATX gewichtet waren.

Das können Sie noch heute im ATX beobachten. Die Erste Bank hat im ATX ein Index-Gewicht von rund 20%! In Deutschland kommt kein Wert auf über 10%. Es folgen in Österreich noch die Raiffeisen Bank International (knapp 10% Index-Gewicht) und neuerdings die BAWAG (gut 3% Index-Gewicht).

Wenn Sie dann noch berücksichtigen, dass auch andere Branchen, die in der Finanzkrise extrem gelitten haben, traditionell im ATX stark vertreten sind (Versicherungen, Immobilienkonzerne), wird klar, wie es zum ATX-Absturz kommen konnte.

Erneuter Richtungswechsel

Allerdings deutet sich ein erneuter Richtungswechsel an. Die Märkte in Osteuropa werden wieder positiver bewertet (Russland bleibt dagegen aus Sicht vieler Anleger kritisch). Wächst die Wirtschaft in Westeuropa um 2%, kann die Wirtschaft in Osteuropa um bis zu 3,5% zulegen.

Dieser Wachstumsvorsprung wird auch an der Börse stärker honoriert. Perspektivisch könnte aus dem Malus wieder ein Bonus werden. Daher lohnt sich auch jetzt noch ein Österreich-Investment. Einige spannende Unternehmen aus Österreich stelle ich Ihnen morgen an dieser Stelle vor.

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt