Aktienmarkt: Vorstände und Aufsichtsräte stehen auf der Käuferseite

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Vorstände und Aufsichtsräte glauben an die eigenen Unternehmen und haben im September so viele Aktien gekauft wie seit November 2011 nicht mehr. (Foto: hyebrink / shutterstock.com)

Die Achterbahnfahrt an der Börse geht weiter: Heute legte der DAX kräftig zu und kletterte auf 9.814 Punkte.

Die Aussicht auf eine weiterhin expansive Geldpolitik beflügelte die Aktienkurse.

Große Ausnahme im deutschen Leitindex DAX war die K+S-Aktie, die rund 25% verlor. Was war passiert: Der kanadische Konkurrent Potash wollte K+S für 41 € pro Aktie übernehmen.

Das K+S-Management lehnte diesen Preis jedoch als zu niedrig ab und forderte mehr. Jetzt hat Potash einen Schlussstrich gezogen und die Übernahme abgeblasen.

Der K+S-Aktienkurs sackte jedoch nicht nur auf den Ausgangswert vor dem Übernahme-Versuch ab (damals notierte die Aktie bei rund 30 €), sondern fand erst bei gut 23 € einen Boden.

Dieser verrückte Kurssturz zeigt: Jede Negativ-Nachricht wird aktuell doppelt und dreifach bestraft. Mit echten Unternehmens-Bewertungen hat das wenig zu tun.

Insider kaufen Aktien

Nachdem der deutsche Leitindex DAX bereits in den Monaten zuvor deutliche Abschläge erlitt, steht auch für den vergangenen Monat September ein Minus zu Buche.

Diese Schwäche haben im September zahlreiche Vorstände und Aufsichtsräte dazu genutzt, um Aktien von den Unternehmen zu erwerben, die sie führen.

„Das Volumen und die Anzahl sind deutlich gestiegen“, sagt Olaf Stotz, Professor an der Privatuniversität Frankfurt School of Finance and Management.

Daraus lässt sich für ihn ablesen, dass die Vorstände und Aufsichtsräte davon überzeugt sind, dass der Aktienmarkt aktuell günstig bewertet ist.

Und tatsächlich lassen sich dafür weitere handfeste Belege finden: Denn auf dem aktuellen Niveau wird der DAX nur noch mit dem 12-fachen der für 2015 erwarteten Jahresgewinne bewertet.

Das bedeutet: Das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der 30 DAX-Unternehmen für 2015 liegt aktuell nur noch bei 12.

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Der historische Durchschnittswert hingegen liegt bei 14 – das ist übrigens auch exakt die Bewertung, auf die die 30 DAX-Unternehmen zu Beginn dieses Jahres kamen.

Aus Sicht vieler Insider ist das Glas halbvoll

Während das sprichwörtliche Glas aus Sicht vieler Anleger und auch vieler Medien derzeit bestenfalls halbleer ist, ist es aus Sicht vieler sogenannter Insider mindestens halbvoll.

Das bedeutet konkret: Während in den Medien augenblicklich nahezu ausschließlich auf Risiken hingewiesen wird, ergreifen viele Vorstände und Aufsichtsräte die sich aus ihrer Sicht bietende Chance und kaufen massiv Aktien der Unternehmen, die sie lenken.

Die Folge: Das Insider-Barometer, das sich aus den meldepflichtigen Aktien-Transaktionen von Vorständen, Aufsichtsräten und deren Angehörigen berechnet, ist mit 156 Punkten auf den höchsten Stand seit November 2011 geklettert.

Berechnet wird das Barometer alle zwei Wochen vom Forschungsinstitut für Asset Management und Commerzbank Wealth Management für das Handelsblatt.

Der aktuelle Stand des Barometers gibt auf Sicht von 3 Monaten ein deutliches Kaufsignal für Aktien – allerdings schon seit Monaten, und Aktien haben dennoch verloren.

„Das Prognose-Timing der Insider für den gesamten Aktienmarkt war in letzter Zeit nicht sehr treffsicher“, räumt Professor Stotz ein.

Dies läge an externen Einflüssen wie der Sorge um die chinesische Wirtschaft, dem fallenden Ölpreis und zuletzt VW.

Die Stock-Picking-Fähigkeiten der Insider mit Blick auf die Einzelaktien seien jedoch sehr gut, und es lohne sich, den Einzel-Transaktionen zu folgen.

Mit anderen Worten: Es lohnt sich für Sie als Anleger vielfach, es den Insidern gleich zu tun und dort einzusteigen, wo die Insider kaufen.

Einige Beispiele für Insider-Käufe

Zu den Unternehmen, bei denen sogenannte Insider im vergangenen Monat zugeschlagen haben, zählen beispielsweise der Autowaschanlagen-Hersteller Washtec und der Modeschmuck-Hersteller Bijou Brigitte.


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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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