Aktionärsquote in Deutschland ein Trauerspiel

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Warum es in Deutschland noch immer viel zu wenige Aktionäre gibt und was denjenigen, die nicht auf Aktien setzen, mittel- und langfristig entgeht. (Foto: gopixa)

Wenn Sie meinen Newsletter oder meine Börsendienste schon länger verfolgen, wissen Sie, dass ich regelmäßig auch über den Zustand der Aktienkultur in Deutschland berichte. Um diese ist es einer aktuellen Studie zufolge leider noch immer schlecht bestellt.

Die Aktionärsquote der Deutschen liegt insgesamt bei rund 16% und hinkt damit im internationalen Vergleich meilenweit hinterher. Diese Zahl umfasst nicht nur direkte Aktieninvestments, sondern jegliche Form der Anlage, bei denen Aktien in irgendeiner Weise eine Rolle spielen.

Die Zahl bedeutet auch, dass etwa 84% der Deutschen trotz der langen Null-Zins-Phase keinerlei Aktien im Depot haben. Ein Trauerspiel! Vor allem wenn Sie bedenken, dass die Aktionärsquote beispielsweise in den USA, der Schweiz oder in den skandinavischen Ländern mehr als doppelt so hoch ist wie hierzulande.

Die Zahlen stammen aus einer aktuellen Umfrage des Deutschen Aktieninstituts (DAI) und der Stuttgarter Börse unter mehr als 2.000 Teilnehmern.

Warum setzen deutsche Sparer selten auf Aktien?

Schauen wir uns nun an, woran es liegt, dass die Aktienkultur in Deutschland nach wie vor so wenig ausgeprägt ist. In einem Bericht zur aktuellen Studie des DAI und der Stuttgarter Börse heißt es, dass zu hohes Risiko, zu wenig Wissen, nicht genug Geld und eine zu umständliche Anlageform die meistgenannten Gründe sind, warum nicht in Aktien investiert wird.

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48% der Befragten gaben an, dass ihnen Anlagen in Aktien oder Aktienfonds zu umständlich sind. Dabei ist es in der Praxis kinderleicht und es nimmt vor allem auch nicht viel Zeit in Anspruch. Ein weiteres Problem: 65% der Befragten gaben an, dass ihnen Aktien oder Aktienfonds zu riskant sind. Das Börsenjahr 2018 mit einem DAX-Verlust von 20% scheint diese Angst zu bestätigen. Aber: Den (zu) vorsichtigen Anlegern kann ich nur empfehlen, sich die langfristigen Renditen der großen Aktienindizes (DAX, Dow Jones etc.) anzuschauen. Und vor dem schwachen Börsenjahr 2018 gab es 6 Gewinn-Jahre in Serie.

64% der Umfrageteilnehmer gaben an, zu wenig über Aktien oder Aktienfonds zu wissen. Meine Empfehlung: Informieren Sie sich, wenn Sie zu wenig Kenntnisse darüber haben. Aus Unwissenheit nicht auf die Chancen zu setzen, die der Aktienmarkt bietet, ist meines Erachtens ein teurer Fehler.

Was Anleger verpassen, wenn sie nicht auf Aktien setzen

Wenn Sie vor zehn Jahren 10.000 Euro in den Dax investiert hätten, hätten Sie nun 23.000 Euro. Rechnet man wohlwollend mit 2% Zinsen, hätten Sie ansonsten lediglich 12.200 Euro, sagt Christine Bortenlänger vom DAI und bringt es damit gut auf den Punkt. Je länger der betrachtete Zeitraum, desto eindrucksvoller die Zahlen.

Daher kann ich nur an jeden, der bislang noch nicht oder nur in sehr geringem Maße auf Aktien setzt, appellieren, dies noch einmal zu überdenken. Es gibt nachweislich keine Anlageklasse mit der Sie langfristig auch nur den Hauch einer Chance haben, besser abzuschneiden als mit Aktien.


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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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