Aktionärswechsel bringt diesen SDAX-Wert neu auf Schiene

Hinter uns liegt eine verkürzte, eher maue Börsenwoche. Der deutsche Leitindex DAX notiert weiterhin unter der wichtigen Marke von 10.000 Punkten – die Anleger werden allmählich unruhig:

Gibt es vor dem Sommer noch eine nachhaltige Rally oder bleiben wir auf einem Niveau, auf dem der DAX bereits vor 2 Jahren war?

Schienenlogistik-Konzern VTG begeistert

Für positive Stimmung sorgen derzeit nur einzelne, unternehmensbezogene Nachrichten. So begeisterte gestern eine Meldung vom Hamburger Schienenlogistik-Konzern VTG.

Das im Kleinwerteindex SDAX notierte Unternehmen verkündete einen neuen Großaktionär:

US-Investor WL Ross steigt nach elf Jahren aus und verkauft seine verbliebene Beteiligung von 20,3 Prozent an die Kühne Holding, die Mehrheitseigentümerin des Logistikriesen Kühne + Nagel.

Die Holding ist nun der zweitgrößte Aktionär des Waggonvermieters. „Die Beteiligung an der VTG passt perfekt in den strategischen Rahmen unseres Portfolios“, erklärte Karl Gernandt, Chef der Kühne Holding.

Entscheidende Sorge ist genommen

An der Börse wurde die Nachricht gefeiert: Die VTG-Aktie stieg zeitweise um über 8 Prozent.

Und tatsächlich ist der Anteilswechsel auch aus Sicht der Aktionäre hervorragend. Zum einen ergänzen sich VTG und Kühne + Nagel sehr gut, zum anderen wurde den Anlegern endlich die seit Monaten bestehende Sorge um den ausstiegswilligen WL Ross genommen.

Der strategische Investor gab nun in nur einem Schritt seine Anteile ab – ein schrittweiser und quälender Ausstieg über die Börse hätte den Kurs nachhaltig belastet.

Jetzt stehen die Chancen gut, dass der Kurs nachhaltig nach oben dreht.

Zumal das Unternehmen sehr gut aufgestellt ist: Die VTG verfügt über einen Bestand von rund 80.000 Eisenbahn-Güterwagen, die sie zum Beispiel an die Chemie-, Mineralöl- und Agrarindustrie vermietet.

Im Januar 2015 hatte die VTG den Wettbewerber AAE gekauft.

Dessen vorheriger Eigentümer Andreas Goer ist seitdem mit 29 Prozent größter Aktionär von VTG. Weitere 10 Prozent liegen bei der Joachim Herz Stiftung, die indirekt unter anderem auch am Kaffeekonzern Tchibo und dem Konsumgüterkonzern Beiersdorf beteiligt ist.

Guter Jahresstart

Was zur guten Stimmung passt: Auch der Jahresstart 2016 fiel gut aus.

Zwar lag der Konzernumsatz mit 243,8 Mio. Euro leicht unter dem Vorjahreswert (251,7 Mio. Euro), doch der Konzerngewinn konnte sich mehr als verdoppeln und erreichte 11,8 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 5,3 Mio. Euro).

Entsprechend bestätigte die VTG vor wenigen Tagen die im Februar aufgestellte Prognose für das Gesamtjahr 2016. Demnach soll der Konzernumsatz leicht auf bis zu 1,07 Mrd. Euro und der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) auf bis zu 355 Mio. Euro steigen.

Sie sehen: Die Voraussetzungen für eine neue Kursrally – der VTG-Aktienkurs verdoppelte sich bereits in den vergangenen 2 Jahren – sind gegeben:

VTG ist als eines der führenden Waggonvermiet- und Schienenlogistikunternehmen hervorragend aufgestellt, verzeichnet ein gesundes Gewinnwachstum und verfügt nun auch über eine verlässliche Aktionärsstruktur.

21. Mai 2016

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Philipp Ley
Von: Philipp Ley. Über den Autor

Philipp Ley ist ausgebildeter Wirtschaftsjournalist mit Stationen u. a. bei n-tv, Financial Times Deutschland, Rheinischen Post und der Aktien-Analyse. In den vergangenen zwölf Jahren hat er zudem als Kommunikations- und Investor-Relations-Berater zahlreiche Geschäftsberichte erstellt: für kleinere aufstrebende Unternehmen ebenso wie für Börsenschwergewichte.

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