DAX: Aktueller Kurs stabil nach Absturz – Unsicherheit bleibt

Der DAX ist in den letzten Handelstagen deutlich abgerutscht. Noch am 21. Februar 2011 erreichte er mit 7.441 Punkten ein vorläufiges Jahreshoch 2011.

Mit dem gestrigen Tagestief bei 6.483 Punkten verlor der DAX somit knapp 1.000 Punkte innerhalb eines Monats.

Die 200-Tagelinie, die derzeit bei 6.586 Punkten verläuft, wurde damit im gestrigen Handelsverlauf getestet und kurzzeitig unterschritten. Der aktuelle DAX-Kurs bereitet den Anlegern Sorgen.

Aktien wurden ohne Rücksicht auf Verluste verkauft. Die Kurstafel im DAX war tiefrot. Es gab gestern zeitweise keinen einzigen DAX-Wert mit einem positiven Vorzeichen.

Die Reaktion der Anleger auf die japanische Krise und den tiefen Fall des Nikkei 225 ist allerdings vollständig irrational.

Dax Kurs: Panikverkäufe im Markt

Auch wenn die Bilder aus Japan Schrecken verbreiten – die meisten DAX-Unternehmen werden nur geringe Auswirkungen verspüren.

Die Irrationalität der Anleger drückte sich zudem auch in den Kursverlusten der Aktien der 2. und 3. Reihe aus. Ausgelöste Stop-Loss-Orders beschleunigten die gestrige Abwärtsbewegung.

Dax Kurs: So sieht die Charttechnik aus

Der DAX lief in den letzten Monaten ausgesprochen positiv. Nach einem Anstieg von über 1.000 Punkten war jedoch eine Verschnaufpause fällig. Auch wurde das Kursziel bei ca. 7.300 Punkten abgearbeitet.

Dieses Kursziel konnte nach Ausbruch aus einer Keilformation errechnet werden.

Der Schock aus Japan traf den Markt daher denkbar ungünstig. Denn die Marktteilnehmer waren nach der leichten Konsolidierung schon verunsichert und sicherten ihre Buch-Gewinne ab. So trafen die Verkäufe im Markt auf wenig Gegenwehr.

Aktueller DAX-Kurs – Tageschart: die Chartsituation.

Der Markt ist nach den kräftigen Abgaben noch stärker verunsichert. Der Aufwärtstrend ist jedoch intakt. So besteht die Chance, dass das gestrige Gap (Kurslücke) wieder geschlossen wird und der Markt bis Ende März wieder an die 7.000er-Marke ansteigen kann.

Japan verbreitet Unsicherheit

Ein schneller Anstieg an das bisherige Jahreshoch ist jedoch nicht zu erwarten. Hierfür bedarf es auch einer deutlichen Entspannung der Situation in den Atomkraftwerken in Japan.

Denn solange hier eine atomare Katastrophe für den Großraum Tokio nicht völlig vom Tisch ist, die einfach unabsehbare Folgen auch für die globale Finanzwelt haben könnte, wird die Unsicherheit nicht vom Markt genommen werden.

Und Unsicherheit ist keine Triebfeder für eine neue Hausse.

Fortsetzung des Crashs unwahrscheinlich, aber nicht auszuschließen

Aus Sicht der Charttechnik ist eine Fortsetzung des Crashs aber nicht völlig auszuschließen.

Der Rückfall in den seit August 2009 laufenden Aufwärtstrend ist negativ und beinhaltet auch das Risiko, dass nun die Aufwärtstrend-Linie erreicht und gebrochen wird. Diese verläuft derzeit knapp unter der Marke von 6.200 Punkten.

Die gestrige deutliche Gegenbewegung an den Märkten ausgehend von den kurzzeitig erreichten Tiefs verspricht aber eine Stabilisierung. Die Reißleine sollten Sie als Anleger jedoch ziehen, sofern der DAX unter 6.440 Punkten auch per Tagesschlusskurs fällt.

Vergleich mit Tschernobyl

Interessant ist natürlich immer ein Blick in die Vergangenheit. Betrachten Sie bitte den unten abgebildeten DAX-Linienchart auf Tagesbasis.

Dargestellt ist der Zeitpunkt der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl am 26.04.1986.

Der DAX verlor damals deutlich, nachdem der Reaktorunfall bekannt wurde. Auch hier traf die Katastrophe den DAX nach einem kräftigen Anstieg von über 1.000 Punkten.

DAX – Tageschart: Reaktion des DAX auf das Unglück in Tschernobyl 1986

Die derzeitige atomare Katastrophe in Japan ist allerdings nicht mit Tschernobyl vergleichbar. Die Auswirkungen sollten auf Japan begrenzt bleiben. Wirklich sicher ist das natürlich nicht.

Dax Kurs: Unsicherheit im Markt

Die Unsicherheit, die auf den Märkten in 1986 lastete, verhinderte in Verbindung mit dem vorherigen kräftigen Anstieg eine schnelle Erholung des DAX an das zuvor erreichte Hoch.

Die aktuelle Unsicherheit an den Märkten dürfte ein ähnliches Szenario erwarten lassen.

Eine Erholung in Richtung 7.000 Punkte ist zwar machbar – ein Anstieg jedoch an das bisherige Jahreshoch bei 7.441 Punkten ist sehr unwahrscheinlich für die nächsten Wochen.

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16. März 2011

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Stefan Salomon
Von: Stefan Salomon.

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