Akute Schwäche beim Gold – das steckt dahinter

Zuletzt rutschte der Goldpreis auf den niedrigsten Stand in diesem Jahr. Lesen Sie hier, was hinter der aktuellen Schwäche steckt. (Foto: Africa Studio / shutterstock.com)

Was ist nur mit dem Goldpreis los? In vergangenen Wochen ist der Preis für das Edelmetall deutlich unter Druck geraten. Dazu haben sicherlich zwei Faktoren ganz entscheidend beigetragen. Zum einen war es der wiedererstarkte US-Dollar. Zum anderen war es aber auch die klare Linie der US Notenbank mit einer weiteren Zinserhöhung und einer Normalisierung der Geldpolitik.

Diese beiden Faktoren haben den Goldpreis unter Druck gesetzt und auf das niedrigste Niveau des Jahres fallen lassen. Jetzt kostet die Unze Gold nur noch etwas mehr als 1.260 Dollar. Das ist weit vom Jahreshoch entfernt, was Anfang April erreicht wurde und das bei etwas mehr als 1.370 Dollar pro Unze lag.

Zu dem Zeitpunkt lag der US-Dollar Index bei 89. Dieser Index gibt den Wert der US-Währung im Verhältnis zu den maßgeblichen anderen Währungen an. Aktuell steht dieser Index wieder bei rund 95 und das entspricht einem Anstieg um rund 6 % allein in diesem Jahr.

Damit hat sich in den vergangenen Wochen einmal mehr die Entwicklung gezeigt, die historisch von großer Bedeutung ist. Wenn der US-Dollar an Wert gewinnt, stehen die Edelmetalle unter Druck. Das gilt ganz besonders für Gold. Und hier spielen dann die externen Faktoren, die normalerweise den Goldpreis stark beeinflussen, auch kaum noch eine Rolle. Grundsätzlich hat sich die Lage in vergangenen drei Monaten an den internationalen Finanzmärkten durchaus verändert. Die Handelskonflikte sind jetzt massiv greifbar – zunächst zwischen China und den USA aber natürlich auch zwischen den USA und der Eurozone.

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Handelsbeschränkungen werden sich bald auswirken

Noch sind die konkreten Auswirkungen der Handelsbeschränkungen auf die einzelnen Länder kaum absehbar. Was uns auf Unternehmensebene bevorsteht, haben wir in der vergangenen Woche eben schon bei Daimler gesehen. Der deutsche Automobilkonzern hat eine Gewinnwarnung veröffentlicht und für das laufende Jahr einen niedrigeren Gewinn in Aussicht gestellt. Ein Auslöser für die schwächere Entwicklung sieht Daimler ganz klar auch in den immer stärker ausgeweiteten Handelsbeschränkungen.

Zölle sind eine starke Belastung für den Welthandel. Allerdings ist es gut möglich, dass in diesem Umfeld der US-Dollar weiterhin eine starke Entwicklung zeigen wird. Und sollte sich diese Entwicklung tatsächlich weiterhin fortsetzen, bliebe der Verkaufsdruck beim Gold weiterhin hoch.

Aus Trendsicht ergibt sich beim Gold derzeit ein klares Bild. Auf allen maßgeblichen Zeitebenen von 20-200 Tagen befindet sich der Goldpreis im Abwärtstrend. Aber eins ist auch klar: In der zweiten Jahreshälfte legt der Goldpreis traditionell etwas stärker zu als in der ersten Jahreshälfte.


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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.