Alarmstufe Rot: „German Last” durch “America First“?

Der so oft gescholtene, geradezu „gebashte“ US-Präsident Donald Trump hat es wohl geschafft: nämlich seine hochumstrittene Steuer-Reform durchzupauken.

Und zwar gilt dies im Sinne von America First, jenem Motto, mit dem Trump einst den Wahlkampf nicht nur bestritten, sondern auch gewonnen hat.

Jetzt gibt es „Alarmstufe Rot“ aus der deutschen Wirtschaft.

Warum und wieso, werden wir Ihnen hier in gewohnter Weise und mit allen Hintergrund-Informationen aufzeigen:

Historische US-Steuer-Reform

Vor wenigen Tagen gab der US-Senat, wenn auch denkbar knapp, grünes Licht für Trumps Steuer-Reform.

Jetzt muss sie noch durch das Repräsentantenhaus, um schließlich durch die Unterschrift des Präsidenten in Kraft zu treten. Das soll noch in diesem Jahr geschehen.

Das Repräsentantenhaus jedenfalls scheint keine allzu große Hürde darzustellen, so die (fast) einhellige Meinung der Experten.

Drastische Reduzierung der Firmen-Steuer

Die gebilligte Vorlage hat es wahrlich in sich.

Denn sie sieht nichts anderes als eine geradezu historische Senkung der US-Firmen-Steuer von bislang 35 auf sage und schreibe 20% vor.

Dass damit auch die „Reichen“ (Unternehmer) gesegnet werden, versteht sich von selbst. Doch auch die einfachen Normalverdiener sollen von der Steuer-Reform profitieren.

Alarmstufe Rot bei der deutschen Wirtschaft

Prompt klingeln hier in „Good Old Germany“ sämtliche Alarmglocken:

So warnt beispielsweise der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) vor künftigen massiven Nachteilen für die europäischen Firmen gegenüber US-amerikanischen.

Der BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang erklärte dazu:

„Die zur Gegenfinanzierung der erheblichen Steuersatz-Senkungen vorgesehenen Maßnahmen für grenzüberschreitend tätige Unternehmen gehen weit über die Vermeidung missbräuchlicher Strukturen hinaus und haben einen klar protektionistischen Charakter.“

Massiver Schaden deutscher Konzerne durch Wettbewerbs-Nachteile

Tatsächlich sind die Reform-Pläne mit international abgestimmten Steuer-Prinzipien nicht vereinbar und würden zu erheblichen Doppel-Besteuerungen für die betroffenen Firmen führen.

Und damit droht den Unternehmen in Deutschland und in Europa ein massiver Schaden durch Wettbewerbs-Nachteil.

Deutsche Wirtschaft fordert ebenfalls Steuer-Senkungen

Wir brauchen Sie wohl nicht erst daran zu erinnern, was es heißt, wenn es deutschen Konzernen schlechter gehen würde: Arbeitsplätze wären gefährdet.

Das wäre dann etwa durch Firmen-Schließungen bedingt, die bei dem ungleichen Wettbewerb nicht mehr mithalten können oder durch noch massivere Produktions-Verlagerungen ins billigere Ausland.

Natürlich kommt nun der Ruf an die hiesige Politik, ebenfalls eine Reform der Unternehmens-Steuern einzuleiten, um diese zu senken.

So sieht die deutsche Wirtschaft gerade jetzt, wo noch um eine neue Bundesregierung gefeilscht wird, die Chance dazu.

„German Last“ durch „America First“?

Tatsächlich sind in Europa jedoch Steuer-Verschärfungen, beispielsweise für die Digital-Wirtschaft vorgesehen.

So jedenfalls sieht es eine jüngste Initiative der EU-Finanzminister vor. Konkret heißt das: Internet-Giganten wie etwa Google oder Facebook sollen stärker besteuert werden.

Selbstverständlich stoßen diese Pläne in den USA auf scharfe Kritik, mehr noch: Sie werden gar als Provokation angesehen.

7. Dezember 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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