Alcoa-Aktie: Aluminiumriese eröffnet Berichtssaison

Seit jeher kommt den Zahlen des Aluminiumkonzerns eine hohe Bedeutung zu. Denn Alcoa eröffnet nicht nur traditionell die Berichtssaison, sondern gilt mit seinen Absatzzahlen auch als verlässlicher Frühindikator für die US-Konjunktur. Der Konzern gilt aufgrund seiner breiten Kundschaft als Barometer für den Zustand der US-Wirtschaft.

Dieses Mal warteten die Anleger mit besonderer Spannung auf die Zahlen. Insbesondere der starke US-Dollar stand im Fokus der Investoren. Die Auswirkungen der starken Heimatwährung auf die US-Unternehmen gilt noch als eine große Unbekannte in den nächsten Monaten.

Umsatz unter – Gewinn über den Erwartungen

Das vom früheren Siemens-Chef Klaus Kleinfeld geführte Unternehmen meldete für die ersten drei Monate einen Umsatzanstieg um 7% auf 5,8 Mrd. US-Dollar.

Der Zuwachs spiegelt die gestiegenen Bestellungen von Flugzeugherstellern und Autobauern wider. Dennoch wurden die Markterwartungen verfehlt. Analysten rechneten mit Erlösen von 6 Mrd. US-Dollar.

Beim Gewinn lag Alcoa hingegen locker über den Erwartungen. Der Überschuss kletterte immerhin um 211% auf 195 Mio. US-Dollar. Das erscheint auf den ersten Blick durchaus beeindruckend. Im Vorjahr stand noch ein Verlust von 178 Mio. US-Dollar in der Bilanz.

Konzernumbau zahlt sich aus

Die Neuausrichtung des Aluminiumgiganten scheint sich auszuzahlen. Der Rivale des russischen Weltmarktführers Rusal konzentriert sein Geschäft immer stärker auf Leichtmetalle und damit auf die schnell wachsende Flugzeug- und Autoindustrie.

Der Konzern will sich unabhängiger von der traditionellen Aluminium-Produktion machen. In diesem Zusammenhang wurden der Verkauf und die Schließung von Aluminiumhütten bereits angekündigt. Konkret prüft das Unternehmen den Abbau oder Verkauf von 14 % seiner globalen Schmelz- und 16 % der Raffinierkapazitäten.

Im Gegenzug kauft sich Alcoa in das Titan-Segment ein. So verkündete der Konzern im März die Übernahme des Titanlieferanten RTI International Metals für 1,5 Mrd. US- Dollar.

Auch in Deutschland hat der US-Konzern bereits seine Fühler ausgestreckt. Ende letzten Jahres gab Kleinfeld den Erwerb des Mittelständlers Tital aus dem Sauerland bekannt. Ziel war die Stärkung der Position im Bereich Luft- und Raumfahrt.

Titan ist mittlerweile neben Aluminium der zweitwichtigste Stoff in der Flugzeugindustrie. Das Material ist zwar teurer, hat jedoch bedeutende Vorteile.

Titan ist leichter und stärker als Aluminium und kann hoher Hitze und hohem Druck standhalten. Titanlösungen werden unter anderem in den Kompressoren der Flugzeugtriebwerke und in den Fahrwerken verwendet.

Ausblick wird leicht erhöht

Der Vorstand hat im Zuge der Zahlen seine Prognose für die Aluminiumnachfrage von 7% auf 9% angehoben.

Die Anleger haben die Zahlen offenbar dennoch nicht überzeugt. In einer ersten Reaktion schickten sie die Aktie mit einem Minus von 3% auf Talfahrt. In Summe beträgt das Kursminus seit Jahresbeginn knapp 15%. Damit kann Alcoa nicht an die starke Performance im vergangenen Jahr anknüpfen (Kursentwicklung +48% in 2014).

Klar ist – Aloca befindet sich mitten im Umbruch. Dies wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Positiv für die nächsten Monate ist in jedem Fall der angehobene Ausblick für die Aluminiumnachfrage. Da Aluminium in vielen Branchen eingesetzt wird, spiegelt die Zuversicht eine robuste Verfassung der US-Wirtschaft wider.

14. April 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

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