Alcoa-Aktie: Schwacher Start in die Berichts-Saison

Jetzt ist es wieder soweit: Mit Alcoa ist der Startschuss zur Berichts-Saison der US-Unternehmen gefallen.

Wie jedes Quartal, ist der Rohstoff-Gigant der erste Konzern, der seine Bücher für die Anleger öffnet. Und wie jedes Jahr, haben die Investoren mit Argusausgen auf die Ergebnisse geblickt.

Denn auf Grund seiner breiten Kundschaft gilt der Aluminium-Riese als verlässlicher Gradmesser für die zukünftige Wirtschafts-Entwicklung.

Allerdings wurden die Anleger dieses Mal auf dem falschen Fuß erwischt. Denn die Erwartungen der Investoren wurden komplett verfehlt:

Die Papiere rutschten mit -10%  so stark in den Keller wie seit 5 Jahren nicht mehr. Damit verlor Alcoa knapp 1,7 Mrd. Dollar an Börsenwert.

Preisverfall bei Aluminium sorgt für Umsatz-Einbruch

Im 3. Quartal musste Alcoa einen Schwund der Erlöse auf 5,2 Mrd. Dollar verkraften (-6% zum Vorjahr) ausweisen. Die Analysten waren im Vorfeld von Umsätzen in Höhe von 5,31 Mrd. Dollar ausgegangen.

Der Grund für die Verfehlung ist so einfach wie einleuchtend: Die weltweite Nr. 2 in der Aluminium-Herstellung leidet unter dem anhaltenden Preisverfall des Rohstoffs.

Das Unternehmen ist in allen Hauptsegmenten der Aluminium-Industrie wie der Gewinnung, Veredelung, dem Schmelzen, der Weiterverarbeitung und dem Recycling tätig.

Gewinn-Steigerung nur Dank Kosten-Senkungen

Recht mau fiel auch der Blick auf die Gewinnseite aus: Mit 166 Mio. Dollar Gewinn bzw. 33 Cent je Anteilsschein wurden auch hier die Erwartungen um 5,7% unterschritten.

Auch ein genauer Blick in die Ursachen der Gewinn-Steigerungen trug nicht gerade zur Freude der Anleger bei.

Zum einen war das Vergleichs-Quartal schwach, zum anderen wurde die Steigerung nur durch ein Drehen an der Kostenschraube erreicht.

Aufspaltung des Traditions-Konzerns steht bevor

Unterdessen setzt Firmenchef Klaus Kleinfeld auf die Aufspaltung des 128-jährigen Traditions-Konzerns.

Auf der einen Seite verbleibt bei Alcoa das klassische Geschäft mit der Förderung und Herstellung von Aluminium.

Auf der anderen Seite entsteht mit dem Unternehmen Arconic eine Gesellschaft, die sich auf hochwertige Metall-Legierungen für die Luftfahrt und Automobil-Industrie spezialisiert.

Aber auch hier machen sich die Anleger zunehmend Sorgen. Denn das ehemalige Hoffnungs-Segment „Luftfahrt“ schwächelt bereits seit Längerem.

So hinkt der Absatz mit Großraum-Flugzeugen den Erwartungen hinterher.

Besonders die Fluggesellschaften der sogenannten Schwellenländer kämpfen mit Ertrags-Problemen. Dies wiederum wirkt sich negativ auf Zulieferer wie Alcoa aus.

Analysten zeigen sich verhalten

Die Analysten zeigen sich nach den jüngsten Zahlen uneinheitlich. Der Großteil sieht in der Aktie aktuell eine Halteposition.

Bei einem geschätzten Gewinn je Aktie von 2,04 Dollar für das kommende Geschäftsjahr rechnen die Experten mit einer Stabilisierung der Erträge.

14. Oktober 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

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