Alibaba-Aktie: Chinas Onlineriese investiert Milliarden in Supermärkte

Alibaba setzt seine Shoppingtour fort. So versucht der Online-Riese, mit Milliarden-Investitionen im klassischen Einzelhandel zu wachsen. (Foto: Peter Beens)

Der Online-Boom geht ungebrochen weiter: Ob Singles Day, Cyber Monday oder Black Friday, die E-Commerce-Riesen übertreffen sich mit immer neuen Absatz-Rekorden.

Auch die Aktienkurse der Branchen-Größen sind zuletzt durch die Decke gegangen:

Während die Amazon-Aktie seit Jahresbeginn um gut 50% zugelegt hat, kletterten die Papiere des chinesischen Online-Konzerns Alibaba sogar um über 90%.

Zeitgleich zum enormen Boom im Online-Handel bauen die Internet-Firmen auch ihr stationäres Angebot massiv auf:

Während Amazon vor einigen Monaten die Bio-Supermarkt-Kette Whole Foods für fast 14 Mrd. Dollar schluckte, hat sich Alibaba jetzt beim zweitgrößten Kaufhaus-Betreiber Chinas eingekauft.

Alibaba steigt mit 2,4 Mrd. Dollar bei Kaufhaus-Kette ein

Mit dem Zukauf macht Alibaba einen weiteren Schritt in der Verstärkung seiner Offline-Aktivitäten.

Konkret sieht der Deal so aus: Alibaba blättert 2,4 Mrd. Dollar auf den Tisch. Im Gegenzug erhält der Online-Riese 36% an der in Hongkong gelisteten Sun Art Retail Group.

Hierzulande völlig unbekannt, handelt es sich dabei um den zweitgrößten Warenhaus-Betreiber in China.

Insges. betreibt die Gruppe 450 großflächige Supermärkte im Reich der Mitte. Mit 14,6% Marktanteil ist das Objekt der Begierde die Nr. 2 hinter der China Resources Group.

Bei dem Zukauf handelt es sich übrigens nicht um einen Einzelfall; Alibaba setzt mit dem Deal seine Einkaufstour unbeirrt fort.

Immerhin hat der Konzern in den vergangenen beiden Jahren über 9 Mrd. Dollar in den Zukauf traditioneller Einzelhändler investiert.

Darunter fiel der chinesische Elektronikwaren-Händler Suning Commerce, der Shoppingzentrum-Betreiber Inime Retail sowie der Sanjijang Shopping Club Co.

Verbindung von Online- und Offline-Handel

Dabei geht es Alibaba v. a. um eines: Das Supermarkt-Geschäft soll durch die Verzahnung mit dem Online-Handel leistungsfähiger gemacht werden.

Immerhin zielt Alibaba mit der neuen Beteiligung  auf den 500 Mrd. Dollar schweren Lebensmittel-Einzelhandelsmarkt in China.

Dabei will Alibaba-Firmenchef Daniel Zhang die konventionellen Läden mit Big-Data-Technologien und personalisiertem Service wieder in die Spur bringen.

Ideen gibt es genug; in zahlreichen Supermärkten testet der Konzern bereits  mobile Apps mit QR-Scanner, besondere Bezahldienste oder persönliche Angebote.

Rasantes Wachstum

Ein Blick in die Zahlen verrät Ihnen, welch steilen Wachstumspfad der Online-Gigant in den letzten Jahren verfolgt hat:

So wurde der Jahres-Umsatz von 174 Mio. Dollar in 2006  auf 22,95 Mrd. im zurückliegenden Geschäftsjahr gesteigert.

Im Gegenzug kletterten die Gewinne von 28 Mio. Dollar auf beeindruckende 6,33 Mrd. Dollar. Damit erzielte der E-Commerce-Spezialist zuletzt eine Gewinnspanne von 27,59%.

Auch in diesem Jahr hält das hohe Wachstum unverändert an:

Im jüngsten Quartal schossen die Umsätze um 61% auf 8,28 Mrd. Dollar nach oben, der Gewinn verbesserte sich nahezu im Gleichschritt um 63%.

Zuletzt konnte der chinesische Konzern zudem den größten Tages-Umsatz der Firmengeschichte vermelden:

Am sogenannten Singles Day am 11. November verkaufte Alibaba innerhalb von 24 Std. Waren im Gegenwert von 25,3 Mrd. Dollar (+39% zum Vorjahr).

Cloud-Geschäft mit starken Zuwächsen

Dabei boomt nicht nur das Geschäft mit dem Online-Handel, auch im Cloud-Segment feuert der Konzern aus allen Rohren:

So erhöhte sich der Cloud-Umsatz im vergangenen Quartal um 99% auf 447 Mio. Dollar.

Interessant zu wissen: Alibaba hat mittlerweile das größte Cloud-Geschäft in China und das drittgrößte weltweit.

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.