Allgeier legt mit Kapitalerhöhung die Basis für weiteres Wachstum

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IT-Dienstleister zapft den Kapitalmarkt an und besorgt sich frisches Geld. Die Aktie reagiert nach erfolgreicher Kapitalerhöhung mit deutlichem Kurssprung. (Foto: josefkubes / shutterstock.com)

Deutlich angezogen haben am Freitag die Papiere des IT-Spezialisten Allgeier. Der Nischenplayer (250 Mio. Euro Börsenwert) hat erfolgreich eine Kapitalerhöhung zu 24 Euro je Aktie bei den Anlegern platziert. Dadurch fließen dem Münchener Konzern knapp 24 Millionen Euro an frischen Mitteln zu, die zur Finanzierung des Wachstums und möglicher Zukäufe genutzt werden sollen. Die Anleger werten die Kapitalmaßnahme deutlich positiv und trieben die Papiere bis auf 26 Euro deutlich über das Platzierungsniveau nach oben.

Allgeier – ein mittelständischer IT-Spezialist

Die Allgeier SE wurde 1977 gegründet und ist heute die Führungsholding einer Gruppe aus etwa 60 Unternehmen im Bereich IT- und Personaldienstleistung. Ihr Hauptsitz ist in München. Die Gruppe ist mit etwa 90 Niederlassungen vor allem im deutschsprachigen Raum, aber auch in weiteren europäischen Staaten, in Asien und Nordamerika vertreten. Vorstand und Aufsichtsrat des Unternehmens halten derzeit rund 44% der Allgeier-Aktien.

Inzwischen ist Allgeier eine der führenden IT-Dienstleistungsgesellschaften in Deutschland. Das mittelständische Unternehmen bietet seinen Kunden einen Full-Service-Ansatz, der von der Konzeption über die Umsetzung bis hin zum Betrieb von IT-Landschaften reicht. Neben einer breiten Palette an Softwareprodukten umfasst das Serviceangebot der Gesellschaft des Weiteren zahlreiche Bereiche wie unter anderem Management & IT Consulting, SAP-Beratung, Business Intelligence, Rechenzentrum-Services, CRM, Web-Shops oder Logistik-Lösungen.

Die Leistungen kommen dabei in unterschiedlichen Branchen zum Einsatz: Banken, Versicherungen, Telekommunikation, Automotive, Handel, Medien, Energieversorger, Informationstechnologie oder im öffentlichen Sektor.

Wachstum mit geringen Margen

Mit seiner Positionierung erzielte das Unternehmen in den letzten Jahren solide Zuwachsraten, die allerdings auch durch diverse Zukäufe vorangetrieben wurden. Im zurückliegenden Geschäftsjahr gingen bei Allgeier Umsätze in Höhe 688 Millionen Euro (2017: 588 Mio. Euro) durch die Bücher. Das reichte für einen Gewinn von 6,2 Millionen Euro. Das war zwar ein deutlicher Sprung von 2,8 Millionen Euro im Vorjahr, entspricht aber trotzdem „nur“ einer Gewinnmarge von 0,9%.

Allgeier erzielt Umsatzwachstum von 22%

Im ersten Quartal zog das Wachstum bei dem Münchener IT-Spezialisten allerdings weiter an. Die Umsätze kletterten auf 189,7 Millionen Euro, was einem Zuwachs von 22% entspricht. Zeitlich verbesserte der operative Gewinn (EBIT) um 41% auf 5,8 Millionen Euro. Bislang liegen nur die Eckdaten zum ersten Quartal vor – daher ist ungewiss, wie hoch der Nettogewinn ausgefallen ist.

Abgesagter Börsengang drückte vorrübergehend auf die Stimmung

Im ersten Quartal gab es für die Allgeier Anleger ein Wechselbad der Gefühle. Erst zog der Kurs kräftig an, nachdem der geplante Börsengang der Tochter Allgeier Expertes bekanntgegeben wurde. Zu Ihrer Information: In der Tochter Allgeier Experts ist das auf die Felder IT und Engineering spezialisierte Personaldienstleistungsgeschäft gebündelt.

Für 2019 wird mit einem Umsatz der Sparte von mehr als 300 Millionen Euro gerechnet. Doch inzwischen wurde der geplante Börsengang verschoben, was zu Unmut bei einigen Investoren gesorgt hat und den Kurs zwischenzeitlich stärker unter Druck gebracht hat.

Management zeigt sich zuversichtlich

Für das laufende Jahr peilen die Münchener ein Umsatzwachstum zwischen 15 und 20% an. Zugleich soll die EBITDA-Marge zwischen 6,5 und 7% liegen. In der Prognose sind allerdings eventuelle Zukäufe noch nicht enthalten.

Unterdessen zeigen sich die Analysten ausgesprochen zuversichtlich. Für 2019 gehen die Banker von einem Gewinnsprung auf 1,68 Euro je Aktie aus (2018: 0,61 Euro). In 2021 rechnen die Analysten bei einem Umsatz von 933 Millionen Euro sogar mit einem Gewinn je Aktie von 2,94 Euro. Damit würde das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf unter 9 sinken. Allerdings erscheinen die Prognosen ambitioniert. Immerhin implizieren diese einen Anstieg der Gewinnmarge auf über 3,2%. Das ist ein Niveau, dass Allgeier in den zurückliegenden 10 Jahren noch nie erreicht hat. Insofern bleibt abzuwarten, ob die hohen Erwartungen auch wirklich erfüllt werden können.

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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