Allgeier sagt Börsengang von Tochter ab

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Die Aktie des IT- und Software-Spezialisten Allgeier ist derzeit nicht sonderlich gefragt. Das könnte sich aber bald ändern. (Foto: MaximP / shutterstock.com)

Die politischen Störfeuer hinterlassen am deutschen Aktienmarkt deutlich sichtbare Spuren. Ein aktuelles Beispiel: Der mittelständische deutsche IT- und Software-Spezialist Allgeier hat kürzlich einen zuvor angedachten Börsengang der Personaldienstleistungs-Sparte abgesagt. Bevor ich ins Detail gehe, möchte ich Ihnen noch kurz erläutern, was Allgeier genau macht.

Das 1977 gegründete und in München ansässige Unternehmen Allgeier ist heute nach eigenen Angaben eines der führenden IT-Unternehmen für digitale Transformation. 4 Segmente mit individuellen fachlichen und branchenbezogenen Schwerpunkten arbeiten gemeinsam für rund 3.000 Kunden aus nahezu allen Branchen.

Zu den Kunden von Allgeier zählen nach Unternehmensangaben global arbeitende Konzerne genauso wie innovative mittelständische Betriebe, die sich durch leistungsstarke IT-Lösungen, intelligente Software und flexible Personaldienstleistungen strategische Vorteile sichern wollen.

Börsengang der Experts-Sparte vom Tisch

Blicken wir nun auf den abgesagten Börsengang der Sparte Allgeier Experts: Im Juli 2018 und im Januar 2019 hat der Vorstand von Allgeier mitgeteilt, eine strategische Auftrennung in zwei Unternehmenseinheiten anzustreben: ein zunehmend globales auf Technologie- und Softwareentwicklung ausgerichtetes Unternehmen sowie ein auf den deutschen Markt fokussiertes Personaldienstleistungsunternehmen. Das unter dem Namen Allgeier Experts firmierende Personaldienstleistungsgeschäft sollte mittels Börsengang (IPO) in die unternehmerische Eigenständigkeit geführt werden.

Nun teilt der Vorstand von Allgeier mit, dass zwar an dem strategischen Ziel einer Aufspaltung festgehalten werde, man aber auf die vom Plan abweichende Geschäftsentwicklung des Bereichs Allgeier Experts dahingehend reagiere, dass ein Börsengang erst einmal vom Tisch ist. In dieser nervösen Marktphase ist ein Börsengang schwierig.

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Zudem wird dieser Bereich einem Restrukturierungs- und Effizienzsteigerungsprogramm unterzogen. Dabei wird das Geschäftsmodell der Allgeier Experts hin zu höherer Wertschöpfung weiterentwickelt und enger mit dem IT-Services-Geschäft verzahnt. Die Priorität liegt aber auf dem Formen und Verselbstständigen der Technologie-Sparte.

Ein Blick auf die jüngsten Zahlen

Das operative Geschäft von Allgeier entwickelte sich zuletzt unter dem Strich durchaus erfreulich: Der Umsatz legte im 1. Halbjahr 2019 um 16% auf 380,8 Mio. Euro zu. Die Wertschöpfung (definiert als Gesamtleistung abzüglich der den Umsätzen direkt zurechenbaren Umsatz- und Personalkosten) erhöhte sich um 18% auf 106,1 Mio. Euro.

Der vorläufige und bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes EBITDA) stieg um 10% auf 29 Mio. Euro. Während die beiden Kernsegmente Technology und Enterprise Services deutlich zulegen konnten, schwächelte das Personaldienstleistungsgeschäft erwartungsgemäß.

Zuletzt war die Allgeier-Aktie nicht sonderlich gefragt. Das könnte sich aber ändern, wenn ein Käufer für die Experts-Sparte gefunden wird oder wenn es zu einem späteren Zeitpunkt doch noch zu einem Börsengang kommt. Zudem könnte das gut laufende IT- und Software-Geschäft zukünftig den Kurs der Allgeier-Aktie antreiben. Kommt es zu diesen positiven Nachrichten, können Sie über eine Investition nachdenken. Aktuell ein Wert für die Beobachtungsliste.


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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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