Allgeier verschiebt Hauptversammlung

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Das deutsche IT- und Software-Unternehmen Allgeier verschiebt seine Hauptversammlung. Ein Grund ist Corona. Was ist der andere Grund? (Foto: katjen / Shutterstock.com)

Der mittelständische deutsche IT- und Software-Spezialist Allgeier hat gestern mitgeteilt, dass das Unternehmen die für den 30. Juni angesetzte Hauptversammlung in die 2. Jahreshälfte verschiebt. Begründet wird das nicht nur mit der Corona-Pandemie.

Auf die Gründe gehe ich gleich aber im Detail ein. Zunächst jedoch möchte ich Ihnen die Allgeier SE kurz vorstellen, da es sich dabei um ein recht unbekanntes deutsches Unternehmen handelt und ich davon ausgehe, dass nicht jeder von Ihnen es kennt.

Allgeier: Führendes Unternehmen für digitale Transformation

Das 1977 gegründete und in München ansässige Unternehmen ist heute nach eigenen Angaben eines der führenden IT-Unternehmen für digitale Transformation in Deutschland. 4 Segmente mit individuellen fachlichen und branchenbezogenen Schwerpunkten arbeiten gemeinsam für mehr als 2.000 Kunden aus nahezu allen Branchen.

Zu den Kunden von Allgeier zählen nach Unternehmensangaben global arbeitende Konzerne genauso wie innovative mittelständische Betriebe, die sich durch leistungsstarke IT-Lösungen, intelligente Software und flexible Personaldienstleistungen strategische Vorteile sichern wollen.

Mit mehr als 10.600 angestellten Mitarbeitern und über 1.200 freiberuflichen Experten bildet Allgeier das komplette IT-Leistungsspektrum ab. Das Unternehmen zählt zu den führenden IT-Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen in Deutschland.

Gründe für die verschobene Hauptversammlung

Kommen wir nun zu den Gründen für die Verschiebung der Hauptversammlung. Das Allgeier-Management teilte gestern mit, dass es 2 Gründe für die Verschiebung gibt. Auf der einen Seite die Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie und auf der anderen Seite die geplante Abspaltung des in der Nagarro Gruppe (Teilbereich von Allgeier) gebündelten internationalen Softwareentwicklungs- und Digitalisierungs-Geschäfts.

Das Allgeier-Management erwartet, dass die Entscheidung über die Abspaltung des Softwareentwicklungs- und Digitalisierungs-Geschäfts im späteren Jahresverlauf auf einer besseren Tatsachenbasis über die Auswirkungen der Corona-Krise auf das Geschäft der Allgeier Gruppe und die Kapital- und Finanzmärkte getroffen werden kann.

Warum Allgeier sich aufspalten will

Die geplante Abspaltung hat nach Angaben des Unternehmens vor allem den Zweck, die Nagarro Gruppe sichtbarer am Kapitalmarkt zu positionieren und direkter mit anderen globalen Softwareentwicklungs- und Digitalisierungsunternehmen vergleichbar zu machen.

Die eigenständige Börsennotierung soll für die Nagarro Gruppe eine attraktivere Bewertung am Kapitalmarkt und den eigenständigen Zugang zu Finanzierungsmitteln ermöglichen und auf diese Weise den weiteren Ausbau der Nagarro Gruppe stärker unterstützen.

Da das Marktumfeld aktuell durch die Corona-Pandemie beeinträchtigt ist, soll die Abspaltung der Nagarro Gruppe später stattfinden. Das Unternehmen teilt dazu mit, dass man den weichenstellenden Schritt der Abspaltung nicht in einer Phase der immer noch andauernden, erheblichen Unsicherheiten für den Geschäftsverlauf anstoßen möchte.

Kommt es zu einem späteren Zeitpunkt zur Aufspaltung und werden dabei die gewünschten Potenziale gehoben, könnten die Aktien der beiden durch die Aufspaltung neu entstehenden Unternehmen durchaus interessant werden. Ein Wert für die Beobachtungsliste.


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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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