Allianz-Aktie bleibt für Langfristanleger interessant

Die Quartalsberichtssaison hat in Deutschland ihren ersten Höhepunkt überschritten. Dabei gab es sowohl Licht als auch Schatten – doch insgesamt bleibt die Stimmung eher optimistisch. Für ein hervorragendes Investment – aus langfristiger Sicht – bietet sich die Allianz an. Dies wurde nach dem Rechenschaftsbericht deutlich.

Fundamentaldaten überzeugen

Blickt man alleine auf die Aktienkennzahlen, so kann man die Begründung für diese Annahme schnell finden: Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 10 und einer Dividendenrendite von mehr als 4% gibt es allein aus dieser Sicht schon ein Kaufargument.

Quartalszahlen fielen durchwachsen aus

Auf dem ersten Blick fällt der Rechenschaftsbericht der Allianz SE allerdings zunächst eher ernüchternd aus: So konnte der Umsatz lediglich um 2,4% auf 30,2 Mrd. Euro gesteigert werden.

Beim operativen Gewinn gab es im letzten Vierteljahr – im Vergleich zum Vorjahreszeitraum – ein Plus von 2,6 % auf 2,84 Mrd. Euro. Lässt man jedoch den Sondergewinn, der durch den Verkauf der US-Tochter ermöglicht wurde, außer Acht, so wäre das Ergebnis sogar zurückgegangen.

Allerdings legte der Überschuss um 15% auf 2,02 Mrd. Euro überdurchschnittlich zu. Dieser wurde vor allem durch den Verkauf von Aktien und Schuldpapieren ermöglicht.

Für die Herausforderungen gerüstet

Kommen wir zu den weiteren positiven Seiten: Geringe Schäden sorgten für ein positives Ergebnis der Schaden- und Unfallversicherung. Hier machen sich die bislang ausgebliebenen Naturkatastrophen (ähnlich wie bei den Rückversicherern) bemerkbar.

Dadurch sank – in der größten Konzernsparte – die kombinierte Schaden-Kosten-Quote von 94,6 auf 93,5 %. Zur Erläuterung: Bei einem Wert von 100 % würden die Aufwendungen für Schäden, Verwaltung und Vertrieb die Beiträge komplett aufzehren.

Doch noch etwas stimmt zuversichtlich – innerhalb des Konzerns wird an einer Strategie für die Zukunft gebastelt: Und dies wird sich – so die Aussagen – schon bald bemerkbar machen.

Einen ersten Vorgeschmack gibt der Ausblick: Denn für das Gesamtjahr wird nun mehr ein operatives Gewinnergebnis von 10,0 bis 10,8 Mrd. Euro ins Visier genommen – und erreicht einen höheren Wert, als bislang von den Marktbeobachtern erwartet wurde.

Auch wenn das klassische Lebensversicherungsgeschäft – auf Grund des mangelnden attraktiven Garantiezinses – weiter leidet, so wird man hier ebenfalls für die Zukunft eine gewinnbringende Lösung erarbeiten. Dies machte der Konzern bei der Vorlage des Berichts sehr deutlich – und verbreitete Zuversicht.

Kommt es zur Dividendenanhebung?

Und auch die Aktionäre dürften auf ihre Kosten kommen – nicht nur durch steigende Kurse. Inzwischen wird vermutet, dass für das laufende Jahr möglicherweise sogar die Dividende angehoben werden könnte.

Das könnte der Aktie noch einmal zusätzlichen Schub verleihen. Allerdings unterstellt das die Annahme, dass es seitens der Naturkatastrophen ruhig bleibt. Auch bei einem interessanten Investment bleibt eben immer ein kleines Restrisiko.

10. August 2015

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Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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