Allianz-Aktie: Neue digitale Strategie soll Gewinn-Wachstum beschleunigen

Mitarbeiter murren, Anleger jubeln – Oliver Bäte drückt in Sachen Digitalisierung aufs Tempo, Pimco erholt sich, die Allianz-Aktie steigt. (Foto: Cinberg)

Wenn man sich anschaut, woher er kommt, versteht man, wie er tickt:

Der mittlerweile nicht mehr ganz so neue Allianz-Chef Oliver Bäte war bis 2008 noch für die Beraterfirma McKinsey tätig.

Daraufhin wechselte er zum Versicherer und übernahm dort im Frühjahr 2015 das Ruder als Vorstands-Vorsitzender.

Sein Credo: Stillstand geht gar nicht!

Insofern wurmt ihn die Lage, in der nicht nur die Allianz, sondern die gesamte Versicherungs-Branche seit einigen Jahren steckt.

Früher konnten die Konzerne lukrative Gewinne erwirtschaften, indem sie die Prämien-Zahlungen in festverzinslichen Wertpapieren anlegten.

Schwieriges Branchen-Umfeld

Dann jedoch kam der globale Crash, bei dem Banken, Versicherungszweige und einige Staaten der Euro-Zone schwer in Mitleidenschaft gezogen worden sind.

Seither herrscht praktisch Nullzins-Politik: Die Notenbanken drehten die Zinsschraube immer weiter herunter.

Und auch wenn die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) seit einiger Zeit wieder in die Gegenrichtung steuert:

Auch die schrittweisen dortigen Zins-Erhöhungen sind bislang kaum mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein.

Bis Versicherer durch Zinsgeschäfte wieder Gewinne einfahren werden, dürfte noch einige Zeit verstreichen.

So lange aber will Bäte nicht mehr warten; stattdessen drückt er aufs Tempo und drängt bei der Allianz auf bessere Wettbewerbs-Fähigkeit – Stichwort: Digitalisierung.

Wachstumstreiber Digitalisierung?

Durch stärker automatisierte Prozesse sollen Arbeits-Abläufe beschleunigt werden, was einerseits Zeit und andererseits Personalkosten spart.

Denn die Digitalisierung kostet Arbeitsplätze; mehrere 100 Stellen in der Schadensregulierung sollen gestrichen werden.

Bereits seit 2016 läuft ein großangelegtes Altersteilzeit-Programm zur Kosten-Reduktion – kein Wunder, dass Mitarbeiter Sturm laufen gegen die Pläne der Konzernführung.

Doch die bleibt gelassen und richtet den Blick lieber auf den Aktienkurs; der immerhin kann sich sehen lassen: Auf Jahressicht verbucht die Allianz-Aktie ein Plus von 40%.

Zuletzt kostete das Papier gut 182 €. Anleger zeigten sich nicht nur zufrieden mit den Digitalisierungs-Plänen des Vorstands.

Nein, sie goutierten auch, dass es in der Vermögens-Verwaltung endlich wieder besser läuft.

Allianz-Aktie: Stark dank Pimco

Die US-Tochter Pimco war im Herbst 2014 vom Goldesel zum Sorgenkind mutiert, als Fondsgründer Bill Gross die Firma im Streit verließ.

Etliche Investoren zogen ihre Gelder ab, fortan belastete Pimco die Bilanzen der Allianz.

Nun aber scheint die Kehrtwende geschafft; im Frühjahr 2017 konnte der Vermögens-Verwalter erstmals wieder erfreuliche Entwicklungen verkünden.

Auch Analysten sehen die als Dividenden-Perle geltende DAX-Aktie auf einem guten Weg und raten mehrheitlich zum Kauf.

Die Kursziele bewegen sich dabei überwiegend zwischen 185 (equinet) und 200 € (UBS, Commerzbank).

Mit 221 € deutlich höheres Kurs-Potenzial sehen zudem die Spezialisten von JP Morgan.

Sie begründeten ihre Kaufempfehlung und die hohe Kursziel-Ansetzung vor allen Dingen mit den genannten Erfolgen bei Pimco.

2017-07-28 Allianz

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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