Allianz Aktie: Vermögensverwaltung läuft wieder rund

Die Allianz Aktie bewegt sich wieder aufwärts – kein Wunder nach der Bilanz, die gerade für Anleger einiges zu bieten hat. (Foto: Cinberg)

Trotz der verheerenden Wirbelstürme „Harvey“, „Irma“ und „Maria“, die im Herbst in der Karibik und Teilen der USA wüteten und immense Schäden hinterließen, hat die Allianz ihr Ergebnis im vergangenen Jahr stabil halten können.

Mit einem operativen Ergebnis von 11,1 Milliarden Euro hielt sich der Versicherer auf Vorjahresniveau und lag innerhalb seines selbst gesteckten Zielkorridors von 10,8 bis 11,3 Milliarden Euro. Die Schätzungen der Analysten konnten mit dem Ergebnis jedoch leicht übertroffen werden, sie hatten mit größeren Auswirkungen der Wirbelstürme auf die Bilanz des Dax-Konzerns gerechnet.

Höhere Dividende – trotz sinkenden Nettogewinns

Auch die US-Steuerreform hat sich einmalig negativ ausgewirkt, soll aber Schätzungen zufolge bereits ab 2018 für ein Plus von rund 300 Millionen Euro pro Jahr sorgen. Dennoch gab sich der Vorstand beim Ausblick auf das neue Geschäftsjahr zurückhaltend und rechnet lediglich mit einem stagnierenden Ergebnis von erneut 11,1 Milliarden Euro – plus/minus 500 Millionen Euro. Somit liegt der Zielkorridor bei 10,6 bis 11,6 Milliarden Euro und fällt damit etwas begrenzter aus als von Analysten erwartet, die beim Ausblick auf den operativen Gewinn für 2018 auf 11,7 Milliarden Euro gesetzt hatten.

Erfreulich aus Anlegersicht ist unterdessen die Dividendenpolitik des Versicherungskonzerns: Trotz eines leicht rückläufigen Nettogewinns (7,2 Milliarden Euro nach 7,3 Milliarden in 2016) soll die Ausschüttung angehoben werden. Die Rede ist von einer Anhebung der Dividende um 40 Cent auf 8 Euro; für das kommende Jahr stellte der Vorstand um Allianz-Chef Oliver Bäte eine weitere Erhöhung um erneut 40 Cent in Aussicht – trotz der erwarteten Ergebnisstagnation.

Vermögensverwaltung hat Krise überwunden

Investieren will die Allianz künftig verstärkt in den Bereich Digitalisierung. Nach der Vermögensverwaltung sowie der Lebensversicherung soll zudem als nächstes der Bereich der Sachversicherungen umgebaut und lukrativer gestaltet werden.

In Todesangst vor den BilderbergernAuch in der hiesigen Politik gibt es kritische Stimmen zu den Bilderbergern. Wir zeigen Ihnen auf, welche das sind. › mehr lesen

In den beiden erstgenannten Sparten zeichnen sich unterdessen bereits erste Erfolge ab. Die Lebensversicherung – im Zuge der Finanzkrise vor zehn Jahren bereits als Auslaufmodell verschrien – wurde erfolgreich umstrukturiert, das Produktportfolio angepasst und liefert nun wieder satte Beiträge zur Bilanz. So konnte 2017 der operative Gewinn aus dem Bereich der Lebens- und Krankenversicherung um gut 3 Prozent gesteigert werden auf 4,4 Milliarden Euro.

Und auch die Vermögensverwaltung hat ihre Krise hinter sich gelassen. Hatte der US-Vermögensverwalter Pimco nach dem Abgang von Fondsgründer Bill Gross im Herbst 2014 zunächst mit massiven Mittelabflüssen zu kämpfen, ist die Tochter nun wieder auf Wachstumskurs und konnte zuletzt erhebliche Zuflüsse verbuchen.

Allianz Aktie mit Aufholpotenzial

Der gesamte Bereich der Vermögensverwaltung, zu dem neben Pimco auch die Allianz Global Investors gehört, verzeichnete im vergangenen Jahr Nettozuflüsse in Höhe von 150 Milliarden Euro und damit so viel wie nie zuvor. Der operative Gewinn dieser Sparte kletterte um fast 11 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro.

Die Allianz Aktie hat sich vom Börsenbeben, das Ende Januar die Kurse nahezu aller Unternehmen unter Druck setzte, wieder erholt und kämpfte sich zuletzt wieder aufwärts. Am Freitag war das Papier für rund 192 Euro zu haben.

Analysten sehen mehrheitlich Aufwärtspotenzial, die Kursziele bewegen sich bei bis zu 240 Euro (Commerzbank; JP Morgan).


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.