Allianz: Seit über 100 Jahren besser als Zinspapiere

Das Schaden- und Unfallgeschäft – mit führenden Positionen in Deutschland, Italien und Frankreich sowie einer starken Ausrichtung auf private Kunden ist der Goldesel des Konzerns.

Diese Sparte bleibt auch zukünftig die wichtigste Ertragssäule. Die Preis- und Volumen-Entwicklung zeigt nach oben.

Das Wachstum in den Kernmärkten ist zwar moderat, die Profitabilität wird aber durch Kostensenkungs-Maßnahmen verbessert.

V. a. im schwierigen Heimatmarkt zeigen sich erste Erfolge, die bei der Schaden-Kosten- Quote sichtbar werden.

Risiko-Selektion und Kosten-Disziplin kommen zukünftig eine noch höhere Bedeutung zu, weil sich Preiserhöhungen immer schwieriger durchsetzen lassen und die Mitbewerber aggressiv auftreten.

Totgesagt und doch sehr lebendig

Wie heißt es doch so schön im Volksmund: Totgesagte leben länger. Trotz eines extrem herausfordernden Umfelds konnte die Allianz im Leben- und Krankengeschäft mit einer soliden Entwicklung überzeugen.

In den vergangenen 3 Jahren wuchs das Lebensversicherungs-Geschäft um durchschnittlich 11%. Der Zuwachs kam v. a. aus den USA.

Aber auch die Margen-Verbesserung im Neugeschäft ist auf den erfolgreichen Absatz in den USA zurückzuführen. Damit zeigt sich der Vorteil einer breiteren geografischen Diversifikation.

In Deutschland versucht die Allianz mit neuen Produkten zu punkten. Immerhin fällt das Gros des Neugeschäfts bereits auf diese Produkt-Innovationen.

Die Allianz ist reservestark und bietet immer noch überdurchschnittliche Überschuss-Renditen, was einen eindeutigen Wettbewerbsvorteil darstellt.

PIMCO verwaltet 518 Mrd. €

Das Asset Management wird entscheidend durch die PIMCO-Tochter, einem führenden US-Fondsanbieter im festverzinslichen Bereich, geprägt, die zu Allianz Global Investors gehört.

Jüngst sorgten die Amerikaner für Schlagzeilen, als sie bekanntgaben, ihr Investment in riskante Griechen- Bonds von 1,0 auf 1,2 Mrd. € gesteigert zu haben.

Nach der Europäischen Zentralbank ist die Allianz somit der zweitgrößte Gläubiger griechischer Staatsanleihen.

Als vielleicht zukünftiger Aktionär können Sie aber entspannt bleiben. Das Geld stammt größtenteils von institutionellen Anlegern, die riskante Anlagen suchen.

Daneben hat die Allianz eine gute finanzielle Basis: Bei einem Jahresgewinn 2014 von 6,2 Mrd. € sind kleine Verluste verkraftbar.

Überaus erfreulich ist, dass die Mittel-Abflüsse bei PIMCO abnehmen. Wegen unterdurchschnittlicher Performance und dem überraschenden Abgang des Mitbegründers Bill Gross zogen Investoren erhebliche Mittel ab.

Gutes Ergebnis

In einem wirtschaftlich herausfordernden Umfeld erzielte die Allianz im 2. Quartal ein gutes Ergebnis. Der Umsatz stieg um 2,6% auf 30,2 Mrd. €.

Auch der Gewinn kann sich sehen lassen. Dieser legte um 15% auf 2,02 Mrd. € zu. Auf das Jahr 2015 hochgerechnet erwarten wir einen Gewinn von rund 6,5 Mrd. €.

Die bisherige Leistung zeigt aber auch, dass der Konzern mit seiner 3-Sparten-Strategie gut aufgestellt ist.

Seit 1952 Dividendenzahler

Nachhaltigkeit und Kontinuität spiegeln sich auch in der Dividenden-Politik wider. Seit dem Jahr 2000 wurde die Dividende nur im Krisenjahr 2008 gekürzt, danach ging es wieder aufwärts.

Ganz wichtig: Die Allianz schüttet seit 1952 ununterbrochen Dividenden aus und gehört beim Dividenden-Wachstum der vergangenen 10 Jahre mit 240% zu den Spitzenreitern unter den DAX-Werten.

Allein die hohe Dividendenrendite von 4,6% ist für konservative Anleger ein Grund zuzugreifen.

28. August 2015

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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