Allzeit-Hoch beim Gold ist in Reichweite

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Mit mehr als 1.850 Dollar pro Unze fehlt nicht mehr viel bis zum Gold-Allzeithoch von 1.920 Dollar. (Foto: Image Wizard/Shutterstock)

Gold ist für viele Investoren ein strategisches Investment. Das gilt ganz besonders dann, wenn Krisen die Finanzmärkte durcheinanderwirbeln. Genau das erleben wir derzeit und daher ist Gold als Anlageklasse extrem gefragt. Das hat sich in dieser Woche einmal mehr stark gezeigt, denn Gold nimmt ganz klar Kurs auf die Marke von 1.900 Dollar pro Unze und damit kommt das Allzeithoch beim Gold von 1.920 Dollar aus dem Jahr 2011 in Reichweite.

Doch wie schätzen jetzt Experten die weiteren Perspektiven aufgrund des jetzt schon hohen Preisniveaus ein? Eine Antwort darauf liefern regelmäßig die Experten des World Gold Council (WGC). Im aktuellen Ausblick schauen Sie auch auf die aktuelle Marktlage beim Gold bezogen auf die zum Teil heftigen Maßnahmen jetzt während der Corona-Krise.

Als direkte Antwort auf die Pandemie haben die Zentralbanken weltweit zunächst einmal die Zinsen gesenkt – da wo es noch möglich war. Das galt ganz speziell für die USA. Die dortige Notenbank Fed hat direkt zu Beginn der Krise die Zinsen massiv gesenkt, und zwar fast bis auf null. Dieses Niveau haben wir in der Eurozone schon lange, so dass dieses Mittel für die Währungshüter in der Eurozone nicht mehr vorhanden war. Hier haben die Verantwortlichen der EZB zu anderen Maßnahmen wie fast unlimitierten Aufkäufen von Anleihen gegriffen.

Viele wirtschaftliche Maßnahmen in der Corona-Krise sind gut für Gold

Tatsächlich sind natürlich auch die einzelnen Volkswirtschaften durch große Programme gestützt worden. Das hat zuletzt zu verschiedenen Ereignissen geführt, die wir auf diversen Finanzmärkten zu beobachten hatten. So sind die Marktbewertungen massiv angestiegen. Bei etlichen Indizes ist die Bewertung aktuell so hoch wie seit der Jahrtausendwende nicht mehr. Und klassische Sicherheitsanlagen wie kurzlaufende Qualitätsanleihen fallen mittlerweile als Anlageklasse komplett weg. Hier sind keine Renditen mehr zu erzielen. Schlimmer noch: Viele Anleihen notieren selbst bis zu Laufzeiten von zehn Jahren im negativen Bereich. Solange es keine maßgebliche Zinswende gibt, ist hier auch keine Änderung in Sicht.

All dies veranlasst die Experten des WGC dazu, eine zuversichtliche Prognose zum Gold abzugeben: „Da all diese Faktoren das Risiko vergrößern und gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit niedriger Erträge auf der anderen Seite hoch ist, sind wir davon überzeugt, dass Gold eine zunehmend wichtigere Rolle in vielen Portfolios von Investoren spielen wird.“

Und hier ist in verschiedenen Kategorien noch viel Luft nach oben. Das zeigt beispielsweise der Blick auf die verschiedenen ETF-Anlagen. Während Gold ETFs derzeit rund knapp 2 % des globalen ETF-Volumens ausmachen, lag dieser Anteil während der letzten Goldrekordphase in den Jahren 2011/2012 bei rund 8 %. Allein daran erkennen Sie schon, dass hier noch deutliches Potenzial bei einfachen Anlageformen wie Gold ETFs vorhanden ist.

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Heiko Böhmer
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