Alphabet-Aktie: Google schnappt sich HTCs Kronjuwelen

Neuer Angriffs-Versuch im Smartphone-Geschäft: Google übernimmt wichtige Teile des Smartphone-Geschäfts von HTC. Hier lesen Sie mehr dazu: (Foto: lightpoet / shutterstock.com)

Sie alle kennen Google, die mit Abstand bedeutendste Online-Suchmaschine weltweit.

Das Unternehmen steht für den größten Teil der Umsätze und v. a. der Gewinne der Muttergesellschaft Alphabet.

Jahrelang drehte sich das Firmen-Imperium um das eigene Werbegeschäft.

Doch seit dem Umbau unter dem Alphabet-Dach versucht der Technologie-Riese verstärkt neue Einnahmequellen zu finden.

Neben selbstfahrenden Autos, Künstlicher Intelligenz und dem vernetzten Zuhause will sich der Konzern auch im Hardware-Geschäft positionieren.

Das Ziel ist so einfach wie einleuchtend: Die Abhängigkeit von den Werbe-Einnahmen soll reduziert werden.

Vor diesem Hintergrund ist es auch kein Wunder, dass der Internet-Gigant auf Einkaufstour geht.

Immerhin sitzt Alphabet durch die hohen Gewinnmargen mittlerweile auf einem Cash-Berg von über 94 Mrd. Dollar.

Google zahlt Milliarden für Entwickler und Patente

Jetzt ist es amtlich: Google übernimmt wichtige Teile des Smartphone-Geschäfts von HTC.

Für insgesamt 1,1 Mrd. Dollar wechseln rund 2.000 Entwickler und zahlreiche Patente den Besitzer. Damit bestätigten sich aber die zuvor kursierenden Gerüchte nur z. T.

Denn viele Experten waren davon ausgegangen, dass Google HTC komplett übernimmt und sich damit auch die Fertigungs-Kapazitäten des taiwanesischen Handy-Produzenten sichert.

Google schnappt sich aber nur 1/5 der Belegschaft und sichert sich mit den Patenten die Kronjuwelen des Betriebs.

Keine Integrations-Probleme zu erwarten

So bedeutend der Deal auch ist, für Alphabet ist der finanzielle Kraftakt mehr als bescheiden.

Immerhin muss der Google-Mutterkonzern gerade einmal etwas über 1% seiner vorhandenen Bargeld-Reserven für den Deal aufwenden.

Die Belegschaft erhöht sich durch den Zukauf um weniger als 3%.

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Unterm Strich können Sie davon ausgehen, dass die Integration – oftmals ein Problempunkt bei Übernahmen – eher reibungslos abläuft.

Die Zusammenarbeit mit HTC reicht nämlich bereits fast 10 Jahre zurück:

Der Hersteller aus Taiwan hat 2008 mit dem HTC Dream das 1. Smartphone mit dem Android-Betriebssystem von Google produziert.

Auch in den Folgejahren stellte HTC Geräte für Google her, darunter das Nexus One, das Nexus 9 und das 1. Pixel-Smartphone im vergangenen Jahr.

Auch eines der beiden Pixel-Smartphones, die Berichten zufolge am 4. Oktober präsentiert werden, soll von HTC kommen.

Übernahme soll Innovationen vorantreiben

Das Ziel der Übernahme ist klar: Mit dem Zukauf sollen weitere Innovationen und Produkte entwickelt und auf den Markt gebracht werden.

Dabei hat der Konzern offenbar aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt:

Im Jahr 2011 schluckte Google noch Motorola Mobility komplett, obwohl es eigentlich nur um den Patent-Pool ging. Kurze Zeit später trennte man sich wieder von Motorola.

Mit dem jetzigen Teilkauf bekommt Google, was es will: nämlich Unterstützung bei der Entwicklung der eigenen Smartphones.

Mit einer eigenen Smartphone-Produktion hat Google nun die Möglichkeit, seine Software noch besser in die Hardware zu integrieren – ein Vorteil, den bislang v. a. Apple ausspielt.

Deal könnte für Unmut bei anderen Smartphone-Herstellern sorgen

Der Zukauf könnte aber auch für Verstimmung bei anderen Smartphone-Herstellern sorgen, die bislang Googles Betriebssystem Android auf ihren Telefonen installiert haben.

Denn durch den Deal werden sich die Unternehmen stärker Konkurrenz machen. Für Alphabet erscheint der Schritt allerdings logisch.

Wenn der Konzern im Smartphone-Geschäft ordentlich mitmischen will, dann muss er seine Entwicklungs-Kapazität steigern.

Die Verzahnung der Soft- und Hardware dürfte den Online-Riesen zukünftig spürbar voranbringen.


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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.