Alphabet-Aktie: Tochter Waymo mischt bei selbstfahrenden Autos mit

Es ist der Trend schlechthin, der die ganze Branche umtreibt und das Autofahren in den kommenden Jahren revolutionieren soll: selbstfahrende Fahrzeuge.

Seit bald 1 Jahrzehnt wird an neuen Technologien geforscht, längst rollen diverse Prototypen über die Straßen, doch bis es zur Massenproduktion reicht, werden wohl noch ein paar Tage ins Land gehen.

Herausforderungen für selbstfahrende Autos

Das liegt nicht zuletzt daran, dass für autonom fahrende Autos weniger die klassische Ingenieurskunst der Branche gefragt ist, als vielmehr das Know-how von Hardware- und Software-Spezialisten.

Insbesondere die Vernetzung via Sensorik ist entscheidend:

Das Fahrzeug muss in Sekundenbruchteilen seine Umgebung scannen und daraus Entscheidungen ableiten, um beispielsweise rechtzeitig bremsen zu können.

Was auf der Autobahn noch einigermaßen gut funktioniert – hier gibt es mit Tempomat und automatischem Sicherheits-Abstand schon heute wesentliche Technologien, die in Serie verbaut werden – erweist sich v.a . im städtischen Verkehr als Herausforderung:

Hier müssen Ampeln, Rechts-vor-links-Regeln, aber auch am Straßenrand stehende Hindernisse, Fußgänger und Radfahrer berücksichtigt werden.

Die Liste ließe sich fortsetzen, verdeutlicht aber bereits, mit welchen Hürden die Autobauer derzeit noch zu kämpfen haben – wohlgemerkt: die Autobauer.

Denn ein Unternehmen ist schon bedeutend weiter im Ausmerzen von Fehlerquellen, die zum Abschalten der Automatik führen oder manuelles Eingreifen durch den menschlichen Fahrer erforderlich machen:

Die Rede ist von Waymo, einer Tochter von Alphabet, ehemals Google.

Waymo: Ganz vorne mit dabei

Der kalifornische Technologiekonzern hat seine Forschung seit 2009 bedeutend vorangetrieben und steht aktuellen Daten zufolge inzwischen wesentlich besser da als die Konkurrenz.

So kommen Waymo-Fahrzeuge auf gerade einmal 0,2 Ausfälle pro 1.000 gefahrener Meilen.

Zum Vergleich: Bei BMW sind es 1,6 Ausfälle pro 1.000 Meilen, bei Ford 5,1 und bei Mercedes-Benz satte 271,9 Ausfälle.

Selbst Tesla, ein Pionier auf diesem Gebiet, hat nach den Zahlen der kalifornischen Kraftfahrzeug-Behörde mit 332,7 Ausfällen pro 1.000 Meilen noch einiges aufzuholen.

Im Gegensatz zu den anderen genannten Herstellern plant Waymo jedoch nicht die Serien-Fertigung eigener Fahrzeuge.

Nein, die Firma versteht sich als Zulieferer – und profitiert dabei von seinem geschilderten technologischen Vorsprung.

Wenn es den etablierten Autobauern nicht gelingt, aus eigener Kraft auf ähnlich gute Ausfallquoten zu kommen, erscheint eine Kooperation mit Waymo umso attraktiver.

Fiat Chrysler hat sich bereits vor einigen Monaten eingeklinkt, 100 selbstfahrende Minivans sollen gemeinsam produziert werden.

Medienberichten zufolge ist womöglich sogar ein eigener Taxi-Dienst im Zuge dieser Zusammenarbeit geplant. Mit Honda steht zudem bereits der nächste potenzielle Partner in den Startlöchern.

Alphabet-Aktie: Bald Autozulieferer?

Für Waymo-Mutter Alphabet dürfte sich das Engagement somit bereits in wenigen Jahren auszahlen. Das Konzept erinnert ein wenig an den Vertrieb des Smartphone-Betriebssystems Android:

Google selbst fertigt nur wenig eigene Smartphones und dies stets in Kooperation mit externen Herstellern. Stattdessen wird Android als Basis für die Geräte zahlreicher Hersteller verwendet.

Ähnliches scheint auch bei Waymo denkbar:

Setzt sich die Technologie durch und wird – zumindest anteilig – in den Fahrzeugen zahlreicher Hersteller verbaut, dürfte das reichlich Geld in die Kassen von Alphabet spülen.

Anleger dürfen sich schon jetzt über einen stabilen Anstieg der Alphabet-Aktie freuen: Auf Jahressicht legte das Papier um rund 20% zu und kostete zuletzt rund 850 US-Dollar oder 800 €.

Analysten bewerten die Zukunfts-Chancen des Konzerns durchweg positiv und sprachen zuletzt einstimmig Kaufempfehlungen aus, wobei sich die Kursziele meist jenseits der 1.000-Dollar-Marke bewegen.

10. März 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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