Alphabet Aktie: Was bringt das zweite Quartal?

Die Bilanzpräsentation steht kurz bevor – welche Bereiche sind entscheidend für den weiteren Erfolg der Alphabet Aktie? (Foto: achinthamb / Shutterstock.com)

Den 23. Juli sollten sich Anleger schon einmal rot im Kalender markieren: An diesem Tag wird Alphabet, der Mutterkonzern von Google, sein Zahlenwerk für das abgelaufene Quartal vorlegen.

Die Erwartungen sind hoch, Alphabet muss liefern. Doch die vergangenen Monate haben gezeigt, dass es durchaus auch Risiken und Fragezeichen gibt mit Blick auf die Zukunft des Internetgiganten.

Gegenwind bei Werbeanzeigen

Bei den Werbeanzeigen beispielsweise hat das Unternehmen zunehmend mit Gegenwind zu kämpfen, und das gleich aus verschiedenen Richtungen: Nicht nur wurden von politischer Seite die Datenschutzvorgaben zuletzt verschärft, um den Verbraucherschutz beispielsweise innerhalb der Europäischen Union zu stärken und Datensammler wie Google in ihre Schranken zu weisen.

Darüber hinaus hat sich auch die Konkurrenzsituation immer weiter zugespitzt. Längst punkten Wettbewerber wie Facebook oder Amazon ihrerseits mit Werbeanzeigen, die sie zudem sehr zielgerichtet platzieren können. Nutzer, die Amazon ansurfen, tun dies in der Regel ohnehin in der Absicht, etwas zu bestellen. Geschickt platzierte Werbeanzeigen können hier schnell dazu führen, dass der virtuelle Einkaufswagen noch etwas voller beladen wird, als dies im Umfeld von Suchanfragen bei Google der Fall ist.

Alphabet wird daher einmal mehr zeigen müssen, dass es dieses Segment auch weiterhin im Griff hat, immerhin bilden die Werbeeinnahmen eine tragende Säule für den Konzern. Stabile Einnahmen sind umso wichtiger, da an anderer Stelle die Ausgaben hoch sind – und Verluste in Kauf genommen werden.

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Das nächste große Zukunftsthema?

Dies ist insbesondere im Bereich „other bets“ der Fall, in dem Alphabet diverse zukunftsorientierte Forschungsprojekte gebündelt hat. Dabei geht es zum Teil um visionäre Konzepte wie autonome Fahrzeuge, Internetzugang per Ballon für abgelegene Regionen oder neuartige Speicherkonzepte für Strom aus Solar- und Windenergie.

An letzterem forscht unter dem Namen „Project Malta“ derzeit ein renommiertes Team rund um Nobelpreisträger Robert Laughlin. Gerüchten zufolge könnte das Vorhaben kurz davor stehen, zum nächsten Alphabet-Spin-Off zu werden, ähnlich wie seinerzeit Waymo, die Firma, die bereits seit einigen Jahren selbstfahrende Autos entwickelt und ihren Ursprung ebenfalls in der Zukunftsabteilung von Alphabet hat.

Alphabet Aktie: Können hohe Erwartungen erfüllt werden?

Zum Brot-und-Butter-Geschäft der Internetriesen gehört inzwischen auch die Cloud, also das Angebot virtueller Speicherkapazitäten für Firmen- und Privatkunden. Hier hat sich Alphabet bereits in zurückliegenden Quartalen stark positioniert. Anleger sollten darauf achten, inwieweit hier weitere Wachstumspotenziale ausfindig gemacht werden können, beispielsweise durch Alleinstellungsmerkmale gegenüber namhaften Konkurrenten. Auch hier mischt Amazon bekanntlich vorne mit: Der Onlinehändler hat sich, von der breiten Öffentlichkeit kaum bemerkt, in den vergangenen Jahren zu einem der führenden Cloud-Anbieter gemausert.

Für die Alphabet Aktie erhoffen sich Anleger mit Blick auf die Quartalszahlen neuen Schwung. Zuletzt hatte das Papier nach Erreichen eines Jahreshochs im Juni leicht nachgegeben, zum Wochenauftakt kosteten die Anteilsscheine etwa 985 Euro oder 1.155 Dollar.

Die Erwartungen an die Quartalsbilanz sind zudem durchaus hoch: Analysten rechnen mit einem deutlichen Plus bei Umsatz und Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Sie prognostizieren im Schnitt einen Umsatz in Höhe von 32,3 Milliarden Dollar und einen Gewinn je Aktie von 9,64 Dollar.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.