Alphabet wächst und wächst und wächst

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Alphabet legt – auch dank der Corona-Pandemie – herausragende Quartalszahlen vor. Ein Ende der Erfolgsgeschichte ist nicht in Sicht. (Foto: Denis Linine / shutterstock.com)

Die ersten Quartalsberichte der Technologie-Giganten machen Lust auf mehr. Bei Alphabet zeigte sich einmal mehr, dass die Google-Muttergesellschaft zu den Top-Profiteuren der durch die Corona-Pandemie ausgelösten Beschleunigung der Digitalisierung zählt. Alphabet meldete neue Rekorde bei Umsatz und Gewinn und pulverisierte dabei die Analystenprognosen.

Rekordquartal mit Wahnsinns-Wachstum

Im 1. Quartal steigerte die Google-Muttergesellschaft ihren Umsatz um satte +34% auf einen neuen Rekordwert von 55,3 Mrd. US-Dollar. Ein solches Wachstumstempo ist bei dieser Größe schon der absolute Wahnsinn. Noch besser lief es auf der Gewinnseite: Hier steigerte der Internet-Gigant seinen Gewinn pro Aktie um +166% (!) auf 26,28 US-Dollar, was gut 10 US-Dollar über der durchschnittlichen Analystenprognose lag.

Großer Gewinner der Corona-Pandemie

Ähnlich wie Amazon profitiert Alphabet enorm von den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Die Nutzer verbringen mehr Zeit im Internet, stellen mehr Suchanfragen über Google (mit 89% Marktanteil das Maß aller Dinge) und schauen verstärkt Videos auf YouTube (einer der größten Wachstumstreiber des Konzerns mit +50% Umsatzwachstum). Dieser Verhaltensänderung der Konsumenten folgen die Werbekunden und verlagern ihre Aktivitäten immer mehr in den digitalen Markt.

Erfolg im wichtigen Rechtsstreit gegen Oracle gibt weiteren Rückenwind

Vor wenigen Wochen erhielt die Alphabet-Aktie zusätzlichen Rückenwind. Der Konzern hatte einen wichtigen Rechtsstreit endgültig für sich entschieden. Bei dem jahrelangen Rechtsstreit zwischen Alphabet und Oracle ging es um die Verwendung von 11.000 Zeilen Software-Code der Programmiersprache Java, die Alphabet in seinem Smartphone-Betriebssystem Android verwendet hatte. Oracle hatte den Java-Hersteller Sun Microsystems im Jahr 2010 übernommen und verlangte von Alphabet Entschädigungszahlungen in Höhe von 9 Mrd. US-Dollar.

Die obersten US-Richter entschieden mit sechs zu zwei Stimmen (bei einer Enthaltung), dass Google keine Urheberrechtsverletzung begangen habe. Die Verwendung der Schnittstellen sei als angemessene Nutzung rechtens gewesen, lautete das Urteil. Google habe nur das Nötige kopiert, damit Entwickler in einer neuen Computer-Umgebung arbeiten konnten, ohne auf Elemente bekannter Programmiersprachen verzichten zu müssen, so die Begründung.

Das Urteil gilt als wegweisend für die Softwarebranche. Wäre eine Urheberrechtsverletzung festgestellt worden, hätte dies Innovationen im Softwarebereich erschweren können. Google-Manager Kent Walker kommentierte die Entscheidung daher als einen „großen Sieg“ für Innovationen und die Kompatibilität von Computer-Systemen.

Aktie bleibt Basis-Investment im Technologiesektor

Ich hatte Sie in den vergangenen Jahren schon einige Male darauf hingewiesen, dass die Alphabet-Aktie aus meiner Sicht ein absolutes Basis-Investment im Technologiesektor darstellt.

Daran hat sich auch bei inzwischen rund 2.400 US-Dollar Aktienkurs nichts geändert. Die Geschäfte von Alphabet brummen und Zukunftsprojekte wie das autonome Fahren (wo Alphabets Tochter Waymo die Nase vorn hat) bieten eine Menge Potenzial für die Zukunft.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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