Als Anleger in die Champions League?

Ob Sie sich für Fußball interessieren oder nicht. So viel weiß eigentlich jeder: Borussia Dortmund ist während der vergangenen Jahre zum wichtigsten Konkurrenten des FC Bayern München geworden.

Zwar waren die Bayern zuletzt übermächtig, doch blieb ihnen das schwarz-gelbe Team aus dem Ruhrpott dicht auf den Fersen. Vor allem Anleger dürften sich darüber freuen. Borussia Dortmund ist der einzige börsennotierte Fußball-Club Deutschlands.

Klar, dass die Zahlen dann eine noch viel wichtigere Rolle spielen als ohnehin schon im modernen Fußballgeschäft.

Gute Zahlen aus Dortmund

Zuletzt gab Borussia Dortmund erneut Zahlen bekannt, die besser ausfielen als noch vor einem Jahr. Der Jahresüberschuss lag mit 53,3 Mio. € deutlich über dem Ergebnis des Vorjahres bei 34,2 Mio. €.

Auch der Umsatz kletterte von 191,2 auf 272,4 Mio. €. Der Grund liegt auf der Hand. Mit dem Finale der Champions League und dem deutschen Vizemeister-Titel knüpfte der BVB nahtlos an der erfolgreiche Vorsaison an.

Vor allem die Champions League spülte Geld in die Kassen des Revierklubs.

BVB agiert weitsichtig

Das Resultat dieser positiven Entwicklung: Künftig soll die Dividende bei 0,10 € je Aktie liegen, noch im letzten Jahr lag die Ausschüttung bei nur 0,06 €. Für Anleger ist eine höhere Dividende immer erfreulich.

Doch was geschieht, wenn der BVB zwei Jahre in Folge die lukrative Champions League verpasst? Ist es für Anleger ratsam, auf Aktien zu setzen, die so stark vom sportlichen Erfolg abhängen? Alle BVB-Aktionäre kann ich zumindest einigermaßen beruhigen.

Gemessen am Gewinn schüttet der BVB nur einen Teil der Dividende auch an Anleger aus. Das ist deswegen gut, weil eine vorsichtige Ausschüttungspolitik Spielraum für schwache Zeiten lässt.

Wenn ein Unternehmen wie der BVB beispielsweise nur ein Viertel der Überschüsse an Anleger auszahlt, kann die Dividende auch in schwachen Zeiten leichter gehalten werden. Von diesem Aspekt gesehen verhält sich der BVB weitsichtig.

Manchmal ist der Wurm drin

Anders als bei gewöhnlichen Fußball-Clubs bekommt man beim BVB aufgrund der Börsennotierung ganz genau Einblick in die Finanzen. Auffällig ist, dass die Personalkosten zuletzt um 25,3 Mio. € auf 99,8 Mio. € nach oben geschnellt sind.

Zwar wird ein Teil davon sicherlich auch erfolgsabhängig ausgezahlt worden sein, doch zeigt beispielsweise die Vertragsverlängerung mit Star-Stürmer Robert Lewandowski, dass mehr Erfolg auch für die Clubs teuer wird: Gute Spieler verlangen gutes Geld.

Erspielen gute Kicker auch Titel, lohnt sich das. Es kommt aber auch immer mal wieder vor, dass selbst Mannschaften aus guten Spielern durchhängen und sich einfach kein Erfolg einstellt.

In so einem Fall werden hohe Personalkosten schnell zur Bürde – für den Verein und die Aktionäre.

3. September 2013

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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