Alstom mit 500-Mio-Euro-Auftrag bei Brennstoffzellen-Zügen

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Nach Autos und Schiffen mit Wasserstoffantrieb sollen sich nun auch Wasserstoff-Züge durchsetzen. Siemens-Konkurrent Alstom profitiert. (Foto: Cineberg / Shutterstock.com)

Die Themen Brennstoffzelle und Wasserstoff erfreuen sich seit einigen Wochen einer sehr hohen medialen Beliebtheit. Sie als Leser von Morriens Schlussgong werden jedoch von mir schon seit längerer Zeit regelmäßig mit Informationen rund um diese Themen versorgt. 

Wenn Sie meinen Newsletter und meine Börsendienste verfolgen, wissen Sie, dass ich auf einen breiten Mobilitätsmix aus E-Mobilität, Brennstoffzelle und Verbrennungsmotor setze. Das möchte ich an dieser Stelle noch einmal betonen.

Denn ich halte es für eine denkbar schlechte Idee, sich nur auf eine Antriebsart zu fokussieren. Das gilt sowohl für Investoren als auch für Unternehmen aus der Automobil- und der Nutzfahrzeugindustrie.

Siemens-Konkurrent verkauft Wasserstoff-Züge

Kommen wir nun zur jüngsten Nachricht aus dem Bereich Brennstoffzelle, die für Schlagzeilen sorgte. Der französische Siemens-Konkurrent Alstom (eine Fusion zwischen beiden Unternehmen wurde kürzlich seitens der Wettbewerbshüter untersagt) verkauft für rund 500 Mio. Euro 27 Brennstoffzüge.

Doch der Reihe nach: Alstom hat bereits auf der Verkehrstechnik-Messe Innotrans im Jahr 2016 in Berlin den sogenannten Coradia iLint, einen CO2-emissionsfreien Regionalzug, vorgestellt. Damit wurde der französische Konzern zum weltweit ersten Unternehmen, das einen Personenzug entwickelt hat, der mit Wasserstoff angetrieben wird.

Von diesen Zügen hat die RMV-Tochter Fahma insgesamt 27 Stück zum Fahrplanwechsel 2022/2023 bestellt. Zur Erläuterung: RMV steht für den Rhein-Main-Verkehrsverbund. Das Gesamtvolumen des Großauftrags beläuft sich auf 500 Mio. Euro.

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Der Auftrag beinhaltet auch die Versorgung mit Wasserstoff am Industriepark Höchst, die Instandhaltung sowie Reservezüge für die nächsten 25 Jahre, wie die beteiligten Unternehmen am heutigen Dienstag in Frankfurt mitteilten.

Der Verkehrsverbund RMV teilt zudem mit, dass damit die größte Brennstoffzellen-Flotte der Welt auf Hessens Schienen unterwegs sein wird. Dementsprechend bezeichnet RMV-Chef Knut Ringat das Projekt als Riesenschritt in Richtung einer Mobilität ohne Schadstoffe.

2. Großauftrag aus diesem Bereich für Alstom

Dieser Großauftrag ist für Alstom bereits der zweite im Bereich der Brennstoffzellenzüge. Rund um die norddeutsche Stadt Bremervörde rollen bereits zwei Demonstrationszüge. Bis zum Ende des Jahres 2021 sollen dann 14 Züge für die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen einsatzbereit sein.

Sie sehen: Brennstoffzellentechnologie verbreitet sich zunehmend. Allerdings wird es auch hier nicht so schnell gehen wie es sich einige Investoren von der E-Mobilität erhofft haben. Daher werden einige derzeit maßlos überbewertete Wasserstoff-Aktien wie Kartenhäuser zusammenstürzen, wenn sich diese Erkenntnis verbreitet.

Aber keine Sorge: Davon sind Sie nur dann betroffen, wenn Sie auf Unternehmen setzen, die ausschließlich im Bereich Wasserstoff oder bei der Brennstoffzellentechnologie tätig sind und aktuell zu Mondpreisen an der Börse gehandelt werden.


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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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