Alstria Office mit erfolgreicher Kapitalerhöhung

Alles, was Sie über die Kapitalerhöhung bei Alstria Office und generell über Kapitalerhöhungen wissen sollten. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Gestern am frühen Abend meldete die mittelgroße deutsche Immobiliengesellschaft Alstria Office, dass man beabsichtige, eine Kapitalerhöhung durchzuführen. Am späten Abend wurde dann bereits Vollzug gemeldet.

Konkret: Alstria hat im Rahmen einer Kapitalerhöhung neue Aktien mit einem Platzierungspreis von 12,60 Euro veräußert und damit 193 Mio. Euro erlöst. Insgesamt wurden 15,3 Mio. neue, auf den Inhaber lautende Stückaktien bei institutionellen Investoren platziert.

Nach Angaben des Unternehmens wird der Erlös teilweise zur Finanzierung von zwei bereits gesicherten Immobilien in Hamburg und Stuttgart und für weitere Käufe oder zur Rückführung von Finanzverbindlichkeiten (Schulden) einschließlich eines allfälligen Barausgleichs der Wandelanleihe verwendet. Nun möchte ich Ihnen noch erläutern, was man generell unter einer Kapitalerhöhung versteht und warum Unternehmen Kapitalerhöhungen durchführen.

Das ist eine Kapitalerhöhung

Unter Kapitalerhöhung werden sämtliche Kapitalmaßnahmen verstanden, die auf eine Erhöhung des Eigenkapitals von Unternehmen abzielen und sowohl als Innenfinanzierung (durch einbehaltene Gewinne) als auch im Wege der Außenfinanzierung (durch externe Mittel -> z.B. durch neue Aktien) durchgeführt werden können. Das Gegenteil einer Kapitalerhöhung ist die Kapitalherabsetzung.

Kapitalerhöhungen beruhen zumeist auf betriebswirtschaftlichen Ursachen und betreffen überwiegend Kapitalgesellschaften, weil deren Kapitalbedarf hoch ist und deren Haftungsmasse im Regelfall auf das Vermögen der Gesellschaft beschränkt ist.

Das Aktiengesetz (AktG) befasst sich in den §§ 182 bis 206 AktG sehr ausführlich mit den verschiedenen Arten der Kapitalerhöhung. Generell wird dabei zwischen der effektiven und der nominellen Kapitalerhöhung unterschieden.

Effektive Kapitalerhöhungen (und die sind für Sie entscheidend) führen zu einer betragsmäßigen Erhöhung des Eigenkapitals.

Fair Value REIT – Kleinste REIT AG, solide und mit PotenzialREITs gelten als Zukunftsmodell für Immobilieninvestments. Fair Value REIT ist einer der wenigen deutschen Anbieter – und auf Wachstumskurs. › mehr lesen

Nominelle Kapitalerhöhungen bedeuten eine Verschiebung zu Lasten der Rücklagen und zu Gunsten des Grundkapitals. Solche Kapitalerhöhungen sind aus Sicht der Aktionäre zu vernachlässigen, da es sich dabei um eine Form der Innenfinanzierung handelt. Das bedeutet, dass keine Verwässerung Ihres Anteils am Unternehmen stattfindet. Was ich mit Verwässerung meine, werde ich Ihnen gleich noch erklären.

Allen Kapitalerhöhungen ist gemeinsam, dass sie vorher durch die Hauptversammlung zu beschließen sind und erst rechtswirksam werden, wenn sie in das Handelsregister eingetragen worden sind.

Mögliche Gründe für Kapitalerhöhungen

Bei der Umwandlung irgendeiner Rechtsform in eine Aktiengesellschaft kommt es oft zu Kapitalerhöhungen, weil die AG als kapitalintensivste Rechtsform gilt und deshalb rechtsformbedingter Nachholbedarf gesehen wird.

Kapitalerhöhungen sind aus betriebswirtschaftlichen Gründen erforderlich, wenn Investitionen geplant sind (Sachinvestitionen oder Beteiligungserwerb) und deren bisherige Deckungsquote durch Eigenkapital erhalten bleiben soll.

Ohne besondere Investitionspläne kommt es zu Erhöhungen des Eigenkapitals, wenn aus Bonitätsgründen (hier zur Steigerung der Kreditwürdigkeit) eine Steigerung der Eigenkapitalquote zur Verbesserung der Bilanzstruktur erforderlich ist, oder der Anteil des Fremdkapitals gesenkt werden soll, um die Zinsbelastungen zu reduzieren.

Ausblick: Am Donnerstag erfahren Sie an dieser Stelle, welche Formen der effektiven Kapitalerhöhung es gibt und welche Möglichkeiten Sie als Anleger im Falle einer Kapitalerhöhung mit Bezugsrecht haben.


Der Gold-Report 2018
So machen Sie die besten Gold-Geschäfte

Sichern Sie sich jetzt gratis den Sonder-Report: “Der Gold-Report 2018” und erfahren Sie exklusiv, welche Aktien in Ihrem Depot nicht fehlen sollten!

Massive Gewinne voraus: So machen Sie 2018 zu Ihrem Goldjahr ➜ hier klicken!


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt