Alzheimer: Wettlauf um den 150 Mrd. Markt

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Der Markt für ein wirkungsvolles Alzheimer-Medikament ist riesig. Ein deutsches Biotech-Unternehmen besitzt Chancen … (Foto: Motortion Films / shutterstock.com)

Anfang des Jahres machte der ehemalige Schalke-Manager Rudi Assauer seine Alzheimer-Erkrankung publik.

Diese Fälle werden sich häufen, denn Alzheimer befindet sich auf dem Weg zum Volksleiden.

Weltweit leiden heute schon mehr als 36 Millionen Menschen an einer Demenz, der Großteil davon an Alzheimer.

Und damit nicht genug: Experten gehen davon aus, dass sich die Zahl der Betroffenen in den nächsten beiden Jahrzehnten verdoppeln wird.

Bislang kein Heilmittel

Ein wirksames Medikament gegen die heimtückische Krankheit existiert nicht. Die bisherigen Therapieformen beschränken sich darauf, die Symptome zu lindern, anstatt die Ursache zu bekämpfen.

Es wird versucht, den Verfall der Leistungsfähigkeit des Gehirns zu verzögern, indem sie den Signalaustausch zwischen den überlebenden Nervenzellen verbessern. Allerdings geschieht dies nur mit mäßigem Erfolg.

Die einzige Chance auf Heilung liegt in der Beseitigung der Ursache der Krankheit: Ablagerungen von Proteinen im Gehirn, die die Kommunikation der Nervenzellen untereinander behindern und auf Dauer zum Absterben der Zellen führen.

Der Anreiz zur Entwicklung eines Heilmittels ist groß: Studien zufolge verursacht Alzheimer jedes Jahr Kosten in Höhe bis zu 150 Mrd. US-Dollar. Wer hier als Anleger auf das richtige Pferd setzt, kann enorm viel gewinnen.

Drei Pharmagiganten erleben 2012 Rückschläge

Allerdings: Die Reihen der möglichen Gewinner lichten sich immer mehr. So war 2012 kein gutes Jahr im Kampf gegen Alzheimer. Mit Pfizer, Johnson & Johnson und Eli Lilly erlebten gleich drei Pharmakonzerne herbe Rückschläge.

Ihre Medikamente zeigten in Forschungsstudien keine signifikante Wirkung. Ob die Konzerne einen neuen Anlauf unternehmen, ist bislang nicht bekannt.

MorphoSys mit aussichtsreichem Ansatz

Auch ein deutsches Biotech-Unternehmen befindet sich im Rennen um das große Los:

In Kooperation mit dem Schweizer Pharmagiganten Roche entwickelt MorphoSys einen Antikörper, der direkt gegen die Alzheimer verursachenden Proteine wirkt.Er heftet sich direkt an die Proteine an und löst diese auf.

Die ersten Testergebnisse geben Anlass zu Hoffnung: Der Zusammenhang zwischen der Entfernung der Proteine und der Steigerung der geistigen Leistungsfähigkeit ist bereits belegt.

Allerdings: Der MorphoSys-Antikörper befindet sich noch in einem relativ frühen Stadium – die Medikamente der großen Pharmakonzerne waren in der Entwicklung schon weiter – und scheiterten trotzdem.

Über 70 Präparate in der Forschungspipeline

Das Wohl und Wehe der MorphoSys-Aktie ist aber nur bedingt von einem Erfolg des Alzheimer-Präparats abhängig. In der Forschungspipeline des Unternehmens befinden sich über 70 verschiedene Antikörper.

Darunter Mittel gegen Krebs, Infektionserkrankungen, Herz- und Kreislauferkrankungen und Entzündungen. Damit haben Sie als Anleger einige Pfeile im Köcher.

Für wie aussichtsreich Experten die Antikörper-Technologie des Unternehmens halten, zeigt ein Blick auf die Kooperationspartner:

MorphoSys entwickelt seine Präparate unter anderem mit Weltkonzernen wie Pfizer, Novartis, Bayer und Roche. Das sind nicht die schlechtesten Referenzen.

Wer etwas Zeit mitbringt, um auf weitere Forschungsergebnisse zu warten, findet in der MorphoSys-Aktie eine attraktive spekulative Anlage.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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