Am Rohstoffmarkt bahnt sich Bedeutsames an

Um es gleich vorweg zu nehmen: Am Rohstoffmarkt winkt eine Trend-Wende.

Das mag auf den ersten Blick etwas voreilig wirken: Schließlich haben wir seit dem Sommer des vergangenen Jahres einen Absturz des Ölpreises um bis zu -61% erlebt.

Der Goldpreis befindet sich schon etwas länger auf Talfahrt, hat jedoch nicht ganz so viel eingebüßt: Hier schlagen seit dem historischen Hoch im September 2011 bei 1.921 USD pro Feinunze rund -41% zu Buche.

Dem Pendant zu Gold, dem Silberpreis ist es da schon übler ergangen: Seit dem Allzeithoch im April 2011 hat das Edelmetall rund -71% an Wert verloren. Allerdings:

Rohstoffe sind nicht allein Öl, Gold und Silber. Diese drei sind vielmehr die Rohstoffe, deren Entwicklung wir gemeinhin am intensivsten verfolgen.

Rohstoff-Index Nummer 1: CRB Index

Wenn wir die Rohstoffe in ihrer Gesamtheit analysieren wollen, empfiehlt sich der wohl bedeutendste Index: CRB. Falls Sie dieses Rohstoff-Barometer noch nicht kennen:

Die Abkürzung CRB steht für Commodity Research Bureau. Diese Institution hatte den Index einst kreiert, um die Preisentwicklung von seinerzeit 28 verschiedenen Rohstoffen nachzubilden.

Natürlich blieb auch der Rohstoff-Index im Laufe der Jahre nicht von Modifizierungen verschont:

Heute beinhaltet der CRB Index 4 Hauptgruppen, die unterschiedlich gewichtet sind: Öl-basierte Rohstoffe (aufgrund ihrer Bedeutung für den Welthandel sind sie stets mit 33% gewichtet), flüssige und hoch-flüssige sowie andere Rohstoffe.

Schauen wir also einmal auf den Verlauf des CRB Index seit 2007 in dem nachfolgenden Wochen-Chart:

crb index seit 2007-12-05-2015

CRB Index: Trend-Wende voraus?

Im Sommer 2008, während der Finanzkrise, erreichte der Rohstoff-Index sein bisheriges Allzeithoch. Gut zu sehen: Der eingangs erwähnte Startzeitpunkt für den jüngsten Absturz des Ölpreises deckt sich mit dem Verlauf des CRB Index.

Bemerkenswert ist nun die Entwicklung der vergangenen Monate in zweifacher Hinsicht:

  • Es wurde eine Divergenz (Abweichung) zum Relative Stärke Index (RSI) ausgeprägt (grüne vertikale Balken):

Während der Index im März das Januartief noch einmal deutlich unterbot, markierte der RSI ein deutlich höheres Tief – ein Zeichen für neu gewonnene Relative Stärke. Zuvor waren Index und Indikator synchron abwärts gelaufen.

  • Der Verlauf in diesem Jahr deutet die Ausprägung einer inversen (umgedrehten) Schulter-Kopf-Schulter-Formation an. Sollte sich dies als richtig erweisen, würde nun noch die rechte Schulter fehlen.

Eine aufwärts – statt horizontal – verlaufende (pinkfarbene) Nackenlinie, die Verbindung der Hochpunkte zwischen den Tiefs, ist bei dieser Trend-Umkehrformation nicht ungewöhnlich. Allerdings:

Die Schulter-Kopf-Schulter-Formation ist nur dann als solche zu sehen, wenn sie vollständig ist (Schulter!). UND sie wird erst aktiviert, wenn die Nackenlinie überboten wird.

Fazit

Für einen Trend-Wechsel in den kommenden Monaten sprechen die Divergenz zum Relative Stärke Index sowie die mögliche Ausbildung einer inversen Schulter-Kopf-Schulter-Formation.

Auch das März-Tief kann als bestätigendes Element herangezogen werden: Auf diesem Niveau finden wir eine Unterstützung aus dem Jahr 2009 (blaue Kreise). Ganz nebenbei leitete auch im Jahr 2009 eine inverse Schulter-Kopf-Schulter-Formation die Trend-Wende nach oben ein.

Natürlich ist dies derzeit noch Spekulation – schließlich ist die Chart-Formation noch nicht einmal vollständig. Wichtig für Sie ist indes:

Wenn Sie an Rohstoff-Investments interessiert sind, dann sollten Sie der Entwicklung des CRB Index in den kommenden Wochen besondere Aufmerksamkeit schenken. Schließlich bieten sich derartige Gelegenheiten, bei einem Trend-Wechsel von Beginn an dabei zu sein, nur alle paar Jahre, wie der Chart oben deutlich macht.

Und darauf sollten Sie dann vorbereitet sein.

12. Mai 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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