Amazon – Das erste 1-Bio.-Dollar-Unternehmen?

Die Amazon-Aktie hat zuletzt leicht nachgegeben, doch Experten sind sich sicher: Der nächste Durchbruch nach oben steht unweigerlich bevor. (Foto: Sundry Photography / shutterstock.com)

Es fasziniert Beobachter, Kunden, Anleger und den IT-Nachwuchs weltweit:

das Rennen der großen – und immer größer werdenden – Technologie-Konzerne, die das Silicon Valley und das Börsen-Parkett beherrschen.

Die Rede ist von Facebook, Google, Apple und Amazon:

Jeder der 4 Giganten hat ein eigenes Steckenpferd, ist in seinem Stammsegment marktbeherrschend – und streckt die Fühler auch in immer wieder neue Geschäftsfelder aus.

Amazon auf Expansionskurs

Besonders deutlich zu beobachten ist das bei Amazon:

Ursprunglich ist das Unternehmen als reiner Buchversandhandel gestartet. Mittlerweile gibt es jedoch kaum mehr ein Produkt, das sich nicht über den weltgrößten Onlineshop bestellen ließe.

Das Sortiment ist riesig und wird noch vergrößert durch die zahlreichen Drittanbieter, die Amazon als Verkaufs-Plattform nutzen.

Doch gerade in den vergangenen Jahren hat der Megakonzern seinen Aktionsradius massiv ausgeweitet:

Das Abo-Programm Amazon Prime ist längst mehr als eine Versandkosten-Ersparnis für Vielbesteller:

Prime-Kunden haben Zugriff auf eine Auswahl an Filmen und Serien, die es durchaus mit dem Platzhirsch Netflix aufnehmen kann – und auch soll.

Gewinnbringerin Alexa?

Der neueste vielversprechende Coup heißt Alexa.

Es ist ein intelligentes System, gefangen im Körper eines Lautsprechers, das mit säuselnder Siri-Stimme dem beglückten Kunden die Wünsche buchstäblich von den Lippen abliest.

Kein lästiger Login, kein Passwort, keine Klicks mehr nötig – dank Alexa ist es nun möglich mit Amazon zu sprechen. Bestellungen werden mündlich und nebenbei aufgegeben.

Für Amazon hat das den positiven Nebeneffekt, dass wesentlich mehr gekauft wird:

Wer einen smarten Mikrophon-Lautsprecher-Mix im Wohnzimmer stehen hat, bestellt schon jetzt etwa 3x so viel wie andere Amazon-Kunden.

Und in Zukunft dürften es noch mehr werden; noch mehr Alexa-Besitzer und noch mehr Bestellungen pro Alexa-Besitzer.

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Neue Geschäftsfelder

Demnächst könnten neben Büchern, Elektronik-Artikeln und Haushalts-Geräten auch Lebensmittel eine immer größere Rolle spielen beim Amazon-Shopping-Erlebnis:

Vor Kurzem erst hat Amazon eine US-Bioladen-Kette aufgekauft und sich damit Zugang zumindest zu den gut situierten und gesundheitsbewussten Amerikanern verschafft.

Es ist nicht weniger als ein Geschäftsfeld, das stabile Milliarden-Umsätze verspricht, wenn es sich erst einmal durchgesetzt hat.

Den Löwenanteil der Umsätze macht indes ein Bereich aus, den die meisten Ottonormalverbraucher bei Amazon wohl kaum auf dem Schirm haben: IT- und Cloud-Angebote für Geschäftskunden.

In der vergangenen Jahresbilanz hatte diese Sparte den Onlineshop nicht nur überholt, sondern meilenweit abgehängt – ein weiteres Indiz für die Vielseitigkeit des Konzerns.

Innovationskraft statt Margen-Abhängigkeit

Der Erfolg beruht zu einem Großteil auf dem Mut von Firmengründer Jeff Bezos, Neues auszuprobieren, Innovationen eine Chance zu geben – immer im Bewusstsein des Risikos, dass das Unterfangen diesmal auch scheitern könnte.

Im Gegensatz zu Apple, das seinen Erfolg v. a. in Gewinnmargen misst und dadurch stark vom iPhone abhängig macht, spielt der unterm Strich ausgewiesene Gewinn für Amazon seit jeher eine nachrangige Rolle.

Wachstum verläuft hier über Innovation und Reichweite – und die Anleger lieben es.

Einige Beobachter halten es daher für wahrscheinlich, dass Amazon Apple in Sachen Marktkapitalisierung überholen und als 1. Firma überhaupt die magische Marke von 1 Bio. US-Dollar knacken wird.

Amazon-Aktie: Startschuss zur nächsten Rally?

Bislang liegt der Börsenwert von Amazon bei etwa 460 Mrd. Dollar, während Apple mit 795 Mrd. der nächsten Schwelle schon deutlich näher ist.

Doch die Innovationskraft von Apple scheint begrenzt und vor allen Dingen auf iPhone-Finessen fokussiert. Amazon denkt in viel größeren Dimensionen.

Von ihrem Jahreshoch von Ende Juli, als die Amazon-Aktie gut 1.083 Dollar kostete, hat sich diese zuletzt ein Stück entfernt und stößt seither immer wieder an die 1.000-Dollar-Marke.

Auf Jahressicht liegt sie mit rund 22% aber immer noch gut im Plus. Analysten halten zudem einen weiteren Durchbruch nach oben für sehr wahrscheinlich:

Einstimmig raten sie zum Kauf und trauen dem Papier mehrheitlich Kursziele zwischen 1.100 und 1.200 Dollar zu.

Einzelne Stimmen halten auch den Bereich um 1.300 oder bis zu 1.400 Dollar für realistisch.

2017-10-20 Amazon


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.