Amazon-Aktie: Zukunfts-Potenzial liegt auf der Straße

Die Vorweihnachtszeit hat es auch in diesem Jahr wieder bestätigt: Anstatt sich an den Advents-Wochenenden durch die überfüllten Innenstädte zu quälen, werden viele Geschenke inzwischen online bestellt.

Die beiden Hauptprofiteure dieser langjährigen Entwicklung, die längst mehr ist als ein flüchtiger Trend, sind einerseits Paket-Dienstleister und andererseits Amazon.

Der US-Gigant ist längst mehr als der Online-Buchhändler, als der er einst gestartet war.

Mit seinem umfassenden Sortiment aus eigenen Angeboten und solchen von Drittanbietern macht Amazon längst den meisten Einzelhändlern Konkurrenz.

Und doch sieht sich der Konzern nicht in der Einzelhandels-Branche verortet, sondern als Logistik-Dienstleister.

Diese Differenzierung ist nicht zuletzt bei der Ausgestaltung hiesiger Tarif-Verträge von Bedeutung, da die Beschäftigten in der Logistik-Branche schlechter bezahlt werden als diejenigen, die im Einzelhandel tätig sind.

In der Vergangenheit gab es darüber diverse öffentliche Auseinandersetzungen.

Optimierter Warentransport – dank neuer App?

Nichtsdestotrotz behauptet Amazon seine Führungs-Position und baut diese immer weiter aus.

Seinen Anspruch, ein Logistik-Unternehmen zu sein, untermauert der Konzern nun auch mit einem neuen Projekt. Gerüchten zufolge soll im kommenden Jahr eine App veröffentlicht werden, die den Warentransport vereinfacht.

Ähnlich wie die Personentransport-App Uber Fahrer und Beförderungswillige zusammenbringt, soll sich das von Amazon erarbeitete Programm gezielt an LKW-Fahrer richten und diese mit den Versendern vernetzen.

So können Routen optimiert und letztlich Kosten eingespart werden.

Gerade der „middle mile“-Transport, also die Strecke zwischen dem Absender und dem Logistik-Verteilzentrum, von dem aus die Ware zum Kunden gebracht wird, verursacht immer höhere Kosten, die sich auch auf Amazon auswirken.

So gesehen hat das Unternehmen ein veritables Interesse daran, an dieser Stellschraube zu drehen.

Angesiedelt ist die zuständige Einheit in Minneapolis, wo bereits andere Firmen mit ähnlichen Geschäftsmodellen unterwegs sind. Womöglich sollen hier gezielt Experten auf dem Gebiet abgeworben werden.

Amazon Aktie bald vierstellig?

Das Potenzial ist jedenfalls enorm, betrachtet man das weltweit steigende Paket-Aufkommen, das nicht zuletzt durch die zahlreichen Möglichkeiten des Online-Shoppings noch befördert wird.

Aus Anlegersicht ist jedoch nicht nur der Blick in die Zukunft erfreulich, sondern durchaus auch der Rückblick auf das zu Ende gehende Jahr 2016.

Auf Jahressicht hat die Amazon Aktie bislang um gut 20% zugelegt und kostete zuletzt rund 727 € bzw. 760 US-Dollar.

Analysten sehen damit jedoch noch lange nicht das Ende der Rally erreicht:

Sie überhäufen die Amazon Aktie mit Kaufempfehlungen, die Kursziele liegen dabei nicht selten im vierstelligen Bereich und steigern sich auf bis zu 1.050 Dollar (Credit Suisse).

Die meisten Schätzungen beziffern das Kursziel jedoch auf den Bereich zwischen 900 und 1.000 Dollar, wobei selbst das noch eine Steigerung um rund 20% bedeuten würde.

2017 kann also kommen…

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23. Dezember 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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