Amazon bleibt für Langfristanleger interessant

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2019 hinkte die Amazon-Aktie den anderen großen Technologieaktien hinterher. Dies könnte 2020 schon wieder ganz anders aussehen. (Foto: Jonathan Weiss / shutterstock.com)

Haben Sie auch einige Ihrer Weihnachtsgeschenke bei Amazon bestellt? Dann sind Sie dieses Jahr sicherlich in guter Gesellschaft. Amazon profitiert vom ungebrochenen Trend zum Online-Shopping wie kaum ein anderes Unternehmen.

Als Garagenfirma gestartet, wird der Konzern in diesem Jahr rund 280 Mrd. US-Dollar erwirtschaften. Eine unglaubliche Erfolgsgeschichte, die aus meiner Sicht noch nicht zu Ende ist, auch wenn die Amazon-Aktie nun schon seit dem Frühjahr eine längere Verschnaufpause eingelegt hat.

Quartalsberichte konnten zuletzt nicht überzeugen

Ein Grund für die Kaufzurückhaltung der Anleger dürften die Quartalsberichte sein, die zuletzt eher durchwachsen ausfielen. So übertraf der Konzern im 3. Quartal zwar beim Umsatz von 69,98 Mrd. US-Dollar (+24%) die durchschnittlichen Analystenprognosen von 68,5 Mrd. US-Dollar. Der Gewinn je Aktie von 4,23 US-Dollar blieb jedoch hinter den Erwartungen von 4,62 US-Dollar zurück.

Es war das erste Mal seit 2017, dass Amazons Quartalsgewinn im Jahresvergleich sank. Der Grund: Amazon nimmt derzeit viel Geld in die Hand, um seinen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz auszubauen, beispielsweise mit 24-Stunden-Lieferungen.

Die Erfolgsgeschichte ist langfristig nicht zu stoppen

Auch wenn es kurzfristig nicht optimal läuft, ändert dies jedoch nichts an den langfristigen Perspektiven. Und in Anbetracht der Dominanz des Konzern in zahlreichen Wachstumsfeldern kann mir nicht vorstellen, dass die Erfolgsgeschichte von Amazon in den nächsten Jahren ein Ende findet.

Amazons Marktmacht: Beispiel Deutschland

Im Sommer hat das Bundeskartellamt einige Zahlen zum deutschen Marktplatz von Amazon veröffentlicht, die dessen Größe und Dominanz belegen: Demnach hatte die deutsche Amazon-Seite 2018 rund 38 Millionen Kunden und das (netto) Handelsvolumen lag bei „weit mehr“ als 20 Mrd. Euro. Insgesamt waren dort mehr als 300.000 Dritthändler aktiv, von denen ca. 300 Mio. verschiedene Artikel angeboten und rund 1,3 Mrd. Produkte verkauft wurden.

Allein in Deutschland gibt es zudem über 17 Mio. Amazon-Prime-Kunden, von denen die meisten regelmäßig bei Amazon einkaufen. Und diese „Amazonisierung“ des Onlinehandels lässt sich fast überall auf der Welt beobachten. Und das gibt Amazon die Macht, ständig in neue Geschäftsbereiche vorzudringen.

Probleme mit Kartellbehörden: Die Mühlen mahlen langsam

Natürlich gerät Amazon damit auch zunehmend ins Visier der Kartellbehörden. Aber diese Mühlen mahlen recht langsam. Für die nächsten Jahre rechne ich diesbezüglich mit keiner großen Gegenwehr der Behörden und schon gar nicht mit einer Zerschlagung des Konzerns.

Auf sehr lange Sicht halte ich eine Zerschlagung für eine denkbare (und wohl auch sinnvolle) Option. Als Anleger brauchen Sie diesen Schritt jedoch nicht zu fürchten. Denn die Vergangenheit hat gezeigt, dass nach einer Zerschlagung die Summe der Einzelteile in aller Regel noch wertvoller ist als der Gesamtkonzern.

Für Langfristanleger interessant

Für die nächsten Jahre sehe ich gute Chancen, dass die Erfolgsgeschichte von Amazon an der Börse weiter gehen wird. Günstig ist die Amazon-Aktie mit einem KGV von über 60 zwar längst noch nicht, doch in der Vergangenheit mussten Anleger erheblich höhere Bewertungen für die unbestrittene Qualität der Aktie zahlen. Für langfristig orientierte Anleger ist die Aktie auf dem aktuellen Niveau interessant. Wer nicht so viel Zeit hat, wartet vor dem Einstieg auf erste Anzeichen für den Beginn einer neuen Aufwärtsbewegung.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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