Amazon: Die nächste Billionen-Dollar Aktie

Die Aktie von Amazon erreichte die magische Marke von einer Billion Dollar Marktkapitalisierung. (Foto: Hadrian / Shutterstock.com)

Nach Apple war es dann doch die Aktie des Online-Händlers Amazon, die noch vor Alphabet oder Microsoft die runde Marke von einer Billion Dollar an Marktkapitalisierung erreichen konnte. Interessant war jedenfalls, dass diese Tatsache massenmedial als „Breaking News“ ein hohes Maß an Beachtung fand.

Bezos reichster Mensch der Welt

Mit dem kometenhaften Anstieg der Amazon-Aktie auf über 2.000 Dollar – es gibt ja schon Kursziele von 2.500 bzw. 3.000 Dollar – ist auch das Vermögen des Unternehmensgründers, Jeff Bezos, weiter gewachsen. Forbes zufolge soll ja Herr Bezos mittlerweile deutlich reicher als Bill Gates sein. Sein Vermögen wird momentan auf rund 170 Milliarden Dollar taxiert. Das ist schon extrem, wenn man bedenkt, dass Amazon von Bezos erst im Jahr 1994 gegründet wurde.

Extrem hohe Bewertung

Apropos extrem, extrem hoch ist auch die fundamentale Bewertung des Unternehmens. Wir reden hier über ein geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von fast 136 für das Jahr 2018. Für das kommende Jahr 2019 wird das KGV immer noch auf horrende 90 geschätzt. Wohl gemerkt, diese Schätzungen gehen weiter von der besten aller Welten aus. Eine wirtschaftliche Abschwächung oder eine mögliche Rezession ist da überhaupt nicht „eingepreist“.

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Ganz zu schweigen von möglichen reglulatorischen Eingriffen der Politik. Im Hintergrund wird ja ob der digitalen Marktmacht des Konzerns schon über eine mögliche Zerschlagung des Giganten diskutiert. Hier sei nur kurz erwähnt, dass der amtierende Präsident der USA alles andere als ein „Fan“ von Jeff Bezos und Amazon ist. Sehr vorsichtig formuliert.

Ja, liebe Leser, das Maß an Sorglosigkeit, an Euphorie ist angesichts derartig hoher Bewertungen wie bei Amazon auch als extrem zu bezeichnen. Anscheinend rechnet das Heer der Investoren damit, dass die eingepreiste „beste aller Welten“ noch für sehr lange erhalten bleiben wird. Höchst beachtlich ist da auch, dass angesichts der hohen Börsenkurse die Unternehmensinsider nicht mehr auf der Kaufseite der eigenen Aktie stehen.

Im Gegenteil. Bei Amazon gab es in den letzten sechs Monaten keinen einzigen Insider, der auch nur eine Aktie des eigenen Unternehmens gekauft hat. Das Gegenteil ist der Fall. Unternehmensinsider haben die Gunst der Stunde mit den hohen Kursen dazu genutzt, partiell Kasse zu machen und Aktien zu verkaufen. Und das in einem durchaus beachtlichen Volumen von fast 70 Millionen Dollar. Das ist für mich schon ein klares Signal. Hier ist mehr als Vorsicht angesagt – wenn die Führungsetage Kasse macht.


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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.