Amazon: Ein Gewinner der Krise

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Amazon stellt sich auf eine große Nachfrage im Internethandel ein. Der Konzern profitiert von der Coronakrise. (Foto: Jonathan Weiss / shutterstock.com)

Das Coronavirus hat die Märkte weiterhin fest im Griff. Während es bei vereinzelten Biotechwerten zu Kursausschlägen nach oben kommt, ist bei vielen anderen Branchen die Verunsicherung über die weitere konjunkturelle Entwicklung kursbewegend.

Ich möchte Ihnen an dieser Stelle ein Unternehmen vorstellen, dass für die Krise gerüstet ist und auch für die Zeit danach glänzend aufgestellt ist: Amazon.

Einzelhandel liegt brach

Immer mehr Läden müssen inzwischen ihre Türen schließen. Die Lebensmittelversorgung ist gesichert, allerdings leiden andere Teile des Einzelhandels unter der jetzigen Situation. Immer mehr Unternehmen weisen jetzt darauf hin, dass der Onlinehandel genutzt werden soll, um das Überleben der Konzerne zu sichern.

Der Onlinehandel und damit Amazon arbeiten weiter

Von diesen Problemen kennt Amazon nahezu nichts. Gerade in der Krise, die derzeit herrscht, werden viele Kunden dankbar sein, die Sachen direkt nach Hause geliefert zu bekommen – und wenn es, wie seit gestern von der Deutschen Post praktiziert – nur vor der Haustür abgelegt wird. In Ländern mit Ausgangssperre ist dies mitunter der einzige Weg.

100.000 Neueinstellungen

Amazon hat auf diese Entwicklung bereits reagiert: So hat Der weltgrößte Online-Händler sein Versandkonzept etwas geändert und behandelt vorübergehend Lieferungen von Medikamenten und unerlässlichen Haushaltsgütern mit einer Priorisierung. Um die Verfügbarkeit dieser wichtigen Produkte sicherzustellen, würden sie anderen Artikeln gegenüber bis zum 5. April mit Vorrang in der Liefer- und Lagerlogistik behandelt, teilte der Konzern mit.

Und die Schließung der Buchläden spielt dem Unternehmen ebenfalls in die Hände: Inzwischen fordert die deutsche Buchbranche wegen der geplanten Ladenschließungen bereits staatliche Hilfen. Buchhandlungen, Verlage, Zwischenhändler und Autoren müssten mit massiven Einbußen rechnen, warnte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Die Leser werden jetzt auf das Angebot zurückgreifen, das verfügbar ist. Und dazu zählt der Service von Amazon.

Auf diese Gesamtsituation hat Amazon bereits reagiert und begegnet dem Virus mit einer Einstellungsoffensive. Allein in den USA werden 100 000 zusätzliche Voll- und Teilzeitkräfte für Lager und Auslieferung benötigt, um die gestiegene Nachfrage bewältigen zu können. Zudem will Amazon die Stundenlöhne für Beschäftigte in den USA, Kanada und Europa erhöhen.

Aufwärtsbewegung dürfte einsetzen, sobald sich der Markt stabilisiert

Mit einem KGV von mehr als 60 ist Amazon zwar nicht gerade günstig bewertet – auf Grund der Aussichten und der Tatsache, dass Corona möglicherweise das Einkaufsverhalten der Bevölkerung auf Dauer verändern wird, noch gerechtfertigt. In diesem Jahr verlor die Amazon-Aktie insgesamt gerade einmal 2%. Die Aussichten auf eine anhaltende Positivperformance sind allerdings – auf Grund der traurigen Umstände – so gut wie selten zuvor. Eine Stabilisierung am Gesamtmarkt dürfte den Startschuss dafür geben.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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