Amazon: Nach Apple erreicht 2. Unternehmen die 1-Bio.-Dollar-Marke

Amazon erreicht nach Apple als 2. börsennotiertes Unternehmen einen Wert von mehr als 1 Billion US-Dollar. (Foto: pixinoo / Shutterstock.com)

Während die Investoren in Deutschland vor diversen politischen Risiken zittern und den DAX Richtung 12.000 Punkte schicken, ignorieren die US-Investoren das politische Gerede und schicken ihre Aktien Richtung Allzeithoch. Die Konsequenz: Nach dem US-Unternehmen Apple stammt auch das zweite Unternehmen, das beim Börsenwert die einst magische Marke von 1 Billion US-Dollar erreicht hat, aus den USA. Die Rede ist vom Internet-Giganten Amazon.

Im Mai des vergangenen Jahres habe ich Ihnen an dieser Stelle vom 20-jährigen Amazon-Börsenjubiläum berichtet. Das 1994 gegründete Unternehmen ging im Jahr 1997 an die Börse. Damals kostete eine Amazon-Aktie splitbereinigt weniger als 2 US-Dollar.

Heute kostet eine Amazon-Aktie mehr als 2.000 US-Dollar. Damit hat sich der Wert des Papiers in den vergangenen gut 21 Jahren mehr als vertausendfacht! Das bedeutet: Aus 1.000 US-Dollar ist mehr als 1 Mio. US-Dollar geworden. Damit sind zahlreiche Amazon-Aktionäre der ersten Stunde, die der Aktie bis dato treu geblieben sind, heute Millionäre.

Das ist aber nicht der Grund, warum ich heute über den Online-Handelsriesen schreibe. Der Grund ist, dass Amazon seit kurzem das 2. Unternehmen ist, das an der Börse mit mehr als 1 Bio. US-Dollar bewertet wird. Das 1. Unternehmen, das diese Marke geknackt hat, war der iPhone-Hersteller Apple, der die Hürde nur wenige Wochen vor Amazon übersprungen hat.

Doch wie hat es Amazon von einem Online-Buchhändler zu einem Unternehmen mit einem Börsenwert von mehr als 1 Bio. US-Dollar geschafft und wie geht es weiter? Diesen Fragen widmen wir uns jetzt.

Amazon ist inzwischen weit mehr als ein Online-Buchhändler

Angefangen als reiner Online-Buchhändler, ist Amazon inzwischen auch im Cloud-Geschäft tätig. Das bedeutet, dass Amazon im großen Stil Speicherkapazitäten im Internet zur Verfügung stellt.

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Daneben verkauft Amazon inzwischen fast alle denkbaren Artikel über das Internet. Dies tut Amazon teilweise selbst und teilweise bietet Amazon die Verkaufsplattform für kleinere Online-Händler. Amazon ist inzwischen auch eine fixe Größe in der Technologiebranche und konkurriert mit Größen wie Apple, Microsoft oder der Google-Mutter Alphabet.

Amazon mit Rekordgewinn im zurückliegenden Quartal

Im zurückliegenden Quartal verbuchte der Online-Gigant ein Umsatzplus von 39% gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf nun 52,9 Mrd. US-Dollar. Damit fiel der Umsatz zwar etwas geringer aus als von Analysten im Vorfeld erwartet, dafür lag der Gewinn je Aktie mit 5,07 US-Dollar deutlich über den Erwartungen.

Insgesamt erzielte Amazon im 2. Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen Gewinn von 2,5 Mrd. US-Dollar, was zugleich einen neuen Rekordwert für Amazon bedeutete.

Zu der positiven Entwicklung trugen auch die Strategien zur langfristigen Kundenbindung bei, allen voran das Programm Amazon Prime, das Zugriff auf digitale Musik- und Videodatenbanken gewährt und außerdem kostenfreien Schnellversand verspricht. Immer mehr Amazon-Kunden haben sich für Prime registriert. Und Prime-Kunden bestellen nachweislich deutlich mehr als Nutzer, die nicht dort angemeldet sind.

Aus meiner Sicht ist die Erfolgsgeschichte von Amazon noch lange nicht am Ende. Zwischenzeitliche Kursrücksetzer von 10 bis 20% erwiesen sich bislang immer als günstige Einstiegsgelegenheiten.


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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.