Amazon rüstet sich für die Zukunft

Amazon stellt sich für das Geschäft mit digitalen Inhalten auf. Auf lange Sicht dürfte das Unternehmen davon profitieren. (Foto: Sundry Photography / shutterstock.com)

Die deutschen Medien berichten über Amazon aktuell ausschließlich wegen des wochenlangen Streiks der Mitarbeiter.

Der Amazon-Aktie konnten die Negativ-Schlagzeilen jedoch nichts anhaben: Sie kletterte zuletzt auf ein neues Allzeithoch.

Und die Chancen stehen gut, dass dies nicht das letzte Hoch gewesen ist. Denn Amazon hat sich in einigen Wachstumsbereichen prächtig aufgestellt.

Vom Pleitekandidaten zum weltgrößten Internet-Kaufhaus

Unternehmen wie Aktie weisen eine bewegte Geschichte auf: Nachdem der Wert während des New Economy Booms nach oben gejubelt wurde, folgte der tiefe Absturz.

Nach dem Crash galt Amazon schon als der nächste Pleitekandidat. Kaum jemand konnte sich vorstellen, dass das Geschäftsmodell jemals Gewinne abwirft.

Aber Amazon-Chef Jeff Bezos hat es allen Zweiflern gezeigt: Seine (riskante) Strategie Umsatzwachstum vor Gewinn zu stellen, ist längst aufgegangen.

Mittlerweile schreibt das Unternehmen schwarze Zahlen und hat sich zum weltgrößten Online-Kaufhaus entwickelt.

Und das aus gutem Grund: Wahrscheinlich kennen Sie die Vorzüge aus eigener Erfahrung: Günstige Preise, riesige Auswahl, schnelle Lieferung und die weltgrößte Datenbank an Käufermeinungen zur Qualität der angebotenen Produkte machen Amazon bei Millionen von Kunden zur ersten Anlaufstelle bei Interneteinkäufen.

Die Zukunft: digitale Inhalte

Doch Amazon wäre nicht Amazon, wenn es sich damit zufrieden geben würde. Das richtig große Geschäft verspricht sich Amazon mit digitalen Inhalten.

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Egal ob Bücher, Video- und Computerspiele oder Filme und Serien – all das können Sie heute schon über Amazon oder dem Tochterunternehmen Lovefilm.de (Europas größte Online-Videothek mit über 50.000 Filmtiteln) per Mausklick bestellen.

Amazon tut gut daran, jetzt zu investieren, um in Zukunft die Marktführerschaft in diesem Wachstumsmarkt zu besitzen. Aus diesem Grund bringt das Unternehmen beispielsweise das hauseigene Tablet Kindle Fire zum Selbstkostenpreis unters Volk.

Denn je mehr Kindle-Nutzer es gibt, desto mehr wird Amazon später mit digitalen Inhalten verdienen. Dass dieses System funktioniert, beweisen seit Jahrzehnten die Hersteller von Tintenstrahldruckern mit günstigen Geräten und teuren Tintenpatronen.

Amazons Investitionen dürften sich erneut auszahlen

Amazon-Chef Jeff Bezos hat schon in der Vergangenheit große Weitsicht bewiesen.

Statt sich vor gut einem Jahrzehnt den Forderungen von Anlegern und Analysten nach dem schnelleren Erreichen der Gewinnzone zu beugen, setzte er seine Prioritäten auf Umsatzwachstum und die Etablierung eines Markennamen. Und er behielt damit Recht.

Heute ist die Situation ganz ähnlich. Selbstverständlich könnte Amazon wesentlich mehr Gewinn einfahren, investiert jedoch lieber in weiteres Wachstum – und auch dieses Mal dürfte sich das auszahlen. Denn digitalen Inhalten gehört die Zukunft.

Ende der Woche meldet Amazon seine Quartalszahlen. Es kann gut sein, dass der Gewinn wie schon vor drei Monaten nicht nach dem Geschmack der Analysten ausfällt.

Dann dürfte die Aktie einen kurzfristigen Dämpfer erhalten. Vorausschauende Anleger nutzen eine solche Situation zum Einstieg in den Wert.


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Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.