Amazon setzt seine phänomenale Erfolgsgeschichte fort

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Fantastische Quartalszahlen treiben die Amazon-Aktie weiter nach oben. Daran ändern auch Donald Trumps Schimpftiraden nichts. (Foto: Jonathan Weiss / shutterstock.com)

Über die Aktie von Amazon haben Sie an dieser Stelle in den vergangenen Jahren schon die ein oder andere positive Einschätzung von mir gelesen. Die zuletzt vorgelegten Quartalszahlen zeigen einmal mehr, dass die phänomenale Erfolgsgeschichte des Konzerns noch lange nicht am Ende ist.

Überragende Quartalszahlen

Mit seinen Zahlen konnte Amazon die Analystenprognosen sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn weit übertreffen: 43% Umsatzwachstum auf 51 Mrd. US-Dollar sind für einen Konzern dieser Größe absolut einzigartig.

Beim Gewinn lag die durchschnittliche Analystenprognose bei 1,27 US-Dollar pro Aktie. Amazon pulverisierte diese mit 3,27 US-Dollar je Aktie – das sind 157% mehr als erwartet und 120% mehr als im Vorjahreszeitraum.

Wachstumstreiber bleibt die Cloud-Sparte mit +49% Umsatzzuwachs. Amazon ist Weltmarktführer bei der Cloud-Speicherplatz-Vermietung und verdient damit auch gutes Geld: Amazon Web Services steuerte 73% des gesamten operativen Gewinns bei.

Amazon Prime wird zum Erfolgsmodell

Vor den Quartalszahlen hatte Amazon-Chef Jeff Bezos erstmals konkrete Zahlen zum Abo-Service Prime genannt – und auch diese können sich sehen lassen:

Amazon verfügt inzwischen über 100 Mio. zahlende Prime-Mitglieder. Diese kommen in den Genuss von schnellerem und kostenlosem Versand bei ihren Einkäufen und erhalten Zugang zu Musik, Filmen und Serien über das Internet (Streaming) sowie Speicherplatz in der Amazon-Cloud. Mit seinem Prime-Service hat Ihr Depotwert ein attraktives Paket geschnürt, gegen das die Konkurrenten alt aussehen. Dabei verdient Amazon nicht nur an der Jahresgebühr (in den USA 99 US-Dollar), Prime-Mitglieder geben auch wesentlich mehr Geld für Einkäufe bei Amazon aus: Im Jahr 2017 wurden laut Amazon weltweit mehr als 5 Mrd. Artikel über Prime verschickt – und der Zustrom an Neu-Mitgliedern ist ungebrochen.

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Risikofaktor Trumps belastet den Aktienkurs nur kurzfristig

Ein ganz spezieller Risikofaktor für Amazon heißt allerdings Donald Trump: Vor einigen Wochen sorgte der US-Präsident kurzfristig für fallende Kurse bei Amazon. Er warf Amazon via Twitter vor, zu wenig Steuern zu zahlen, der US-Wirtschaft enorme Verluste zuzufügen und die US-Post als „Lieferjungen zu missbrauchen“. Das waren alles schon recht seltsame Aussagen. Der wahre Grund für Trumps Antipathie gegen den Onlinehändler dürfte darin liegen, dass Amazon-Chef Jeff Bezos Inhaber der Zeitung „Washington Post“ ist, die mit ihrer Kritik am US-Präsidenten kein Blatt vor den Mund nimmt.

Zeitweilig vernichteten Trumps unbedachte Äußerungen über 50 Mrd. US-Dollar Börsenwert von Amazon, bevor sich der Aktienkurs wieder erholen konnte. Letztlich wird Donald Trump gegen Amazon – außer öffentliche Schimpftiraden abgeben – nicht viel unternehmen können.

Außerdem wird auch der US-Präsident wissen, dass Amazon mit über 500.000 Beschäftigen der zweitgrößte private Arbeitgeber in den USA ist und auch unter seinen Wählern der Großteil die Annehmlichkeiten eines Einkaufs bei Amazon schätzt. Trump bleibt für Amazon zwar ein kleiner Risikofaktor, jedoch dürften die Auswirkungen kurzfristiger Natur bleiben.

Aktie trotz immens hoher Bewertung aussichtsreich

Ich bleibe für die Amazon-Aktie optimistisch. Eine gewisse Risikobereitschaft sollten Sie bei einem Investment in Amazon allerdings mitbringen. Denn nach herkömmlichen Bewertungsmaßstäben wie dem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) ist die Aktie sehr hoch bewertet. Aber dies ist für die Amazon-Aktie nichts Neues. Die weiterhin starken Wachstumsperspektiven sowie die unangreifbare Marktposition rechtfertigen aber aus meiner Sicht diese sehr ambitionierte Bewertung.

Amazon bleibt aus meiner Sicht eine der interessantesten Werte im Technologiesektor.


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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.