Amazon und Alibaba, die Platzhirsche im Online-Handel

Amazon Paket RED – shutterstock_373709401 Hadrian

In den westlichen Ländern ist es Amazon, in Asien Alibaba, an diesen beiden Platzhirschen führt im Online-Handel kein Weg vorbei. (Foto: Hadrian / Shutterstock.com)

Geschlossene Geschäfte und Ausgangsbeschränkungen in zahlreichen Staaten der Welt haben Amazon im 1. Quartal einen Umsatzanstieg um 26,4% auf 75,5 Mrd. $ beschert.

Der Gewinn ging wegen höherer Ausgaben um 29% auf 2,5 Mrd. $ zurück. Als Reaktion auf die Corona-Krise stellte Amazon vorübergehend die Aufnahme für Produkte ein, die als nicht wesentlich eingestuft wurden und hat 175.000 weitere Beschäftigte für seine Lager und sein Liefernetzwerk eingestellt. Die Versandkosten wuchsen weltweit auf 10,9 Mrd. $, eine Steigerung um 49% gegenüber dem Vorjahr. Die größten Belastungen stehen jedoch noch bevor. Für das laufende Quartal warnte Amazon vor Sonderkosten von rund 4 Mrd. $ wegen der Corona-Pandemie. Der Konzern will in seine Lieferlogistik und in Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter investieren.

Corona lässt die Nachfrage explodieren

Die Corona-Pandemie hat die Nachfrage nach Amazons Lieferdiensten in vielen US-Regionen regelrecht explodieren lassen. Mit dem großen Andrang war Amazon zeitweise überfordert. Nach wie vor müssen viele Kunden länger als gewöhnlich warten oder können bei den begehrten Lebensmittelbringdiensten gar keine Bestellungen aufgeben. Diese Probleme will Bezos mit hohen Investitionen beheben. Amazon rechnet deshalb im 2. Quartal mit einem Gewinn zwischen minus 1,5 Mrd. $ und plus 1,5 Mrd. $. Dafür wird mit einem Anstieg des Umsatzes zwischen 18 und 28% gerechnet.

Verlässliche Vorhersagen sind derzeit schwierig. Amazon bleibt ein Krisengewinner.

Unternehmensporträt

Amazon ist ein weltweit operierender Online-Einzelhändler. Das Unternehmen betreibt sechs globale Webseiten und bietet dort zusammen mit seinen Verkäufern Millionen von neuen und gebrauchten Artikeln wie Bücher, Musikträger jeder Art, DVDs/Videos, Spielsachen, Computerspiele und Haushaltsartikel an. Zu dem Unternehmen gehört auch eine Internet Movie Datenbasis (IMDb).

In Zeiten der Corona-Pandemie gewinnt der weltweite Onlinehandel noch einmal an Fahrt

Da die Leute in ihren Häusern blieben und stationäre Geschäfte geschlossen wurden, stiegen die Online-Bestellungen sprunghaft an. Davon profitierte Alibaba in seinem 4. Quartal und steigerte den Umsatz um 22% auf 16,14 Mrd. $.

Auf der anderen Seite kämpft Alibaba mit Gewinneinbrüchen. Das operative Ergebnis brach um 19% ein, das bereinigte EBITDA kletterte lediglich um 1% im Jahresvergleich. Unterm Strich ging der Gewinn wegen Bewertungsverlusten bei Investments um 88% auf 447 Mio. $ zurück. Besonders gut lief es im Geschäft mit Cloud-Diensten, in dem Speicherplatz und Rechenkapazität über das Internet zur Verfügung gestellt wird. Einen Wermutstropfen gibt es dennoch, denn Alibaba verzeichnet hier durch hohe Investitionen noch immer rote Zahlen.

Alibaba investiert kräftig in die Zukunft

Alibaba will durch hohe Investitionen im Markt mit den Platzhirschen Amazon, Microsoft und Google Schritt halten. Der Konzern setzt auf neue Unternehmen und Technologien, um auch der zunehmenden Konkurrenz kleinerer Wettbewerber wie JD.com und Pinduoduo gewachsen zu sein. Die jährlichen, aktiven Verbraucher auf Alibabas Einzelhandelsmärkten in China erreichten 726 Mio., ein Anstieg von 15 Mio. gegenüber dem am 31. Dezember 2019 endenden 12-Monats-Zeitraum.

Dadurch, dass Chinas Wirtschaft viel früher als die großen Volkswirtschaften in Europa und den USA wieder anlief, erwartet Alibaba 2020 einen Umsatz von mehr als 93 Mrd. $.

Unternehmensporträt

Die Alibaba Group wurde von dem ehemaligen Englischlehrer Jack Ma 1999 gegründet und betreibt die gleichnamige B2B-Plattform Alibaba.com sowie das Online-Auktionshaus Taobao. Der Konzern betreibt vier Geschäftsfelder. Die größte Sparte Core Commerce bietet über Taobao Marketplace und Tmall Einzelhandels- und Großhandelsdienstleistungen in China an.

Amazon Paket RED – shutterstock_373709401 Hadrian

Gibt es eine neue Technologieblase?Nach der jüngsten Rally warnen manche vor einer neuen Technologieblase. Der Vergleich mit dem Platzen der Internetblase hinkt jedoch. › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Volker Gelfarth. Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz