Amazon: Unglaubliches Wachstumstempo

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Amazon legt sensationelle Quartalszahlen vor und befindet sich auf dem Weg, zum mächtigsten Konzern der Welt zu werden. (Foto: Hadrian / Shutterstock.com)

Im März hatte ich Ihnen prognostiziert, dass sich Amazon zu einem der Gewinner der Coronakrise entwickeln wird. Einen derartigen Wachstumsschub – wie ihn die vergangene Woche veröffentlichten Quartalszahlen offenbarten – hatte ich mir jedoch nicht ausmalen können. Die Zahlen unterstreichen, dass für die Amazon-Aktie trotz hoher Bewertung noch einiges Potenzial nach oben existiert.

Amazon-Zahlen das Highlight der Quartalsberichtssaison

Für mich waren die Amazon-Zahlen das (bisherige) Highlight einer guten Quartalsberichtssaison. Der Internet-Gigant schaffte es, seinen Umsatz um unglaubliche 40% zu steigern. Der Quartalsumsatz von 88,90 Mrd. US-Dollar übertraf dabei die durchschnittliche Analystenprognose um sage und schreibe 8 Mrd. US-Dollar – das dürfte ein Rekord sein. Damit weist ausgerechnet der größte aller Technologie-Giganten das mit Abstand höchste Wachstum auf und baut seinen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz uneinholbar weiter aus.

Noch sensationeller fällt der Gewinnsprung aus: Analysten hatten im Vorfeld weniger Gewinn als im Vorjahreszeitraum erwartet, da Amazon kräftig in neue Mitarbeiter und Kapazitätsausbau investiert hatte, um den Corona-bedingten Kundenansturm zu bewältigen. Stattdessen schaffte es Amazon seinen Gewinn zu verdoppeln und die Analystenprognose von 1,46 US-Dollar pro Aktie mit 10,30 US-Dollar um über 600% zu übertreffen.

Amazon profitiert von der Beschleunigung der Digitalisierung

Die Coronakrise hat den Trend zur Digitalisierung nochmals beschleunigt. Amazon zählt als führender Vertreter der Stay-at-Home-Economy zu den größten Profiteuren dieser Entwicklung. Allein dies dürfte das Wachstum in den nächsten Jahren hoch halten.

Ich gehe davon aus, dass Amazon seine Dominanz im Online-Shopping weiter ausbauen wird. Möglicherweise wird Amazon diese Dominanz in Zukunft auf andere Bereiche ausdehnen, beispielsweise Medikamente und Versicherungen.

Ein weiterer Wachstumstreiber bleibt die Amazon-Tochter AWS, der unangefochtene Marktführer für Cloud-Speicherplatz. Potenzial sehe ich auch bei personalisierter Online-Werbung. Schließlich kennt niemand die Kaufgewohnheiten hunderter Millionen Menschen besser als Amazon.

Die Bewertung bleibt hoch – aber das macht nichts

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 100 bleibt Amazon sehr ambitioniert bewertet. Doch dies sehe ich bei Amazon nicht als problematisch an. Erstens haben die Anleger dem Unternehmen schon immer ein sehr hohes KGV zugebilligt, da sie das immense Umsatzwachstum höher schätzen als Gewinnmaximierung.

Und zweitens haben wir im vergangenen Quartal gesehen, dass Amazon bei seinen Gewinnen enormen Spielraum nach oben besitzt. Somit ließe sich das KGV schnell senken – wenn Amazon es denn darauf anlegen würde.

Ich sehe Amazon auf dem Weg, sich zum mächtigsten Konzern der Welt zu entwickeln. Aus Verbrauchersicht ist die Dominanz im Onlinehandel und die Kontrolle über gigantische Datenmengen sicherlich kritisch zu beurteilen. Aus Sicht der Anleger kann es hingegen nichts Besseres geben.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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