Amazon will Whole Foods Market übernehmen

Erfahren Sie hier von Experte Rolf Morrien die Details und Hintergründe zur größten Übernahme in der Geschichte von Amazon. (Foto: Sundry Photography / shutterstock.com)

Das war heute erneut ein spannender Börsentag:

Im Tagesverlauf hat der deutsche Leitindex DAX ein neues Allzeithoch bei 12.951 Punkten erreicht, doch dann fehlte den Investoren der Mut, auch noch die runde 13.000-Punkte-Marke anzugreifen.

Die Gewinn-Mitnahmen drückten den DAX am Ende auf 12.814 Punkte.

Eine extrem spannende Entwicklung, die eine ganze Branche auf den Kopf stellen kann, erleben wir in diesen Tagen auch in den USA:

Vor rund 4 Wochen habe ich Ihnen an dieser Stelle über das 20-jährige Börsen-Jubiläum des US-amerikanischen Online-Handels-Riesen Amazon berichtet.

In dem erwähnten Beitrag habe ich auch darüber berichtet, wie Amazon von einem reinen Internet-Buchhändler zu einem gigantischen Handelsriesen wurde.

Und der verkauft inzwischen nahezu alle erdenklichen Waren über das Internet.

Obendrein wird der Internet-Gigant jetzt auch noch im großen Stil den stationären Nahrungsmittel-Handel angreifen:

Am vergangenen Freitag wurde bekannt, dass der Weltkonzern die US-Supermarktkette Whole Foods Market für knapp 14 Mrd. US-Dollar übernehmen will.

Es handelt sich dabei zugleich um den größten Zukauf in der Geschichte von Amazon.

Die Einzelhandels-Branche zeigte sich geschockt von dieser Nachricht: In den USA und in Europa gingen zahlreiche Einzelhandels-Aktien auf Talfahrt und stürzten teilweise sogar regelrecht ab.

Details zur geplanten Übernahme von Whole Foods Market

10 Jahre nach dem Start seines Lieferdienstes für frische Produkte will Amazon für 13,7 Mrd. US-Dollar die Bio-Supermarktkette Whole Foods Market übernehmen.

Damit will der Online-Händler schließlich den größten Zukauf eines Technologie-Unternehmens im Lebensmittel-Sektor unter Dach und Fach bringen.

Amazon bietet den Whole-Foods-Market-Aktionären 42 US-Dollar je Aktie und damit eine Prämie (Kurs-Aufschlag) von gut 25% auf den Schlusskurs vom vorherigen Handelstag (Donnerstag vergangener Woche).

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Die Whole-Foods-Aktie legte daraufhin am vergangenen Freitag um rund 27% zu, während der Konkurrenz an der Lebensmittel-Theke, wie bereits erwähnt, der Schreck in die Glieder fuhr.

Konkurrenz unter Druck

Der größte US-amerikanische Einzelhändler, Wal Mart, wird sich zukünftig also auch im Produkt-Sortiment der Lebensmittel mit Amazon messen müssen.

Das war einigen Investoren zu viel. Denn Wal Mart muss sich bereits heute in vielen Bereichen seines Sortiments mit Amazon messen.

Das Ergebnis: Die Wal-Mart-Aktie gab am Freitag um 7% nach.

Kroger, die größte US-amerikanische Lebensmittel-Handelskette, brach sogar um 11,7% ein. Die Kroger-Aktionäre traf es in der vergangenen Woche besonders hart.

Denn die Aktie des Lebensmittel-Riesen brach bereits einen Tag zuvor um mehr als 19% ein. Der Grund dafür war eine Gewinnwarnung.

Was Amazon mit Whole Foods vor hat

Kommen wir jetzt wieder zurück zu Whole Foods:

Das Unternehmen betreibt 460 Supermärkte in den USA, Kanada und Großbritannien und erzielte damit zuletzt einen Umsatz von 16 Mrd. US-Dollar.

Da die Firma – ähnlich wie Alnatura in Deutschland – v. a. auf Bio-Produkte und auf zahlungskräftige Kundschaft setzt, stellt die geplante Übernahme eine perfekte Ergänzung zu Amazons Frische-Lieferdienst dar.

Zudem sollte Amazon in der Lage sein, durch Skalen-Effekte die Kosten bei Whole Foods zu drücken und damit die Gewinnmarge zu erhöhen.

Insofern bin ich überzeugt, dass Amazon auch in diesem Geschäftsfeld künftig gutes Geld verdienen wird.

Weitere Informationen zu Amazon finden Sie in meinem Börsendienst „Depot-Optimierer“.

Auf der Empfehlungs-Liste des „Depot-Optimierers“ führe ich einen Amazon-Call, der aufgrund der Hebelwirkung noch mehr Gewinn-Potenzial bietet als die Amazon-Aktie.


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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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