Amazons Erfolgsgeschichte ist noch nicht zu Ende

Amazons Quartalszahlen überraschen positiv. Die Aktie hat weitere Luft nach oben. (Foto: pixinoo / Shutterstock.com)

Gleich mehrere große US-Hightechs begeistern gerade die Anleger mit ihren Quartalszahlen. Dazu zählt auch Amazon mit einem überraschenden Quartalsgewinn. Die Erfolgsgeschichte des weltgrößten Einzelhändlers dürfte noch eine ganze Weile andauern – auch an der Börse.

Amazon schafft Sprung in die Gewinnzone

Nach 437 Mio. US-Dollar Verlust im Vorjahresquartal erfreute Amazon seine Anleger mit einem Quartalsgewinn von 79 Mio. US-Dollar.

Der Sprung in die schwarzen Zahlen kam überraschend: Analysten hatten im Vorfeld erneut mit einem Verlust gerechnet. Auch beim Umsatz lief es gut, hier schaffte das Unternehmen ein Plus von 23% auf 25,36 Mrd. US-Dollar.

Für das gute Ergebnis verantwortlich war das starke Nordamerika-Geschäft sowie Amazons Cloud-Sparte. Das Cloud-Geschäft trug etwa die Hälfte des operativen Gewinns bei, obwohl es weniger als ein Zehntel des Gesamtumsatzes ausmacht.

Das internationale Geschäft brachte Amazon hingegen (wie erwartet) einen leichten operativen Verlust ein. Hier wirkt sich der starke US-Dollar belastet auf den US-Konzern aus.

Amazon ist für die Zukunft gut gerüstet

In den vergangenen Jahren hat sich Amazon vom Buchhändler zum Gemischtwarenladen entwickelt. Heutzutage können Sie fast alles über die Amazon-Plattform erwerben, wenn auch nicht immer vom Unternehmen selbst, sondern von Drittanbietern, an deren Verkäufen Amazon mitverdient.

Das richtig große Geschäft verspricht sich Amazon in den nächsten Jahren aber mit digitalen Inhalten. Egal ob Bücher, Video- und Computerspiele oder Filme und Serien – all das können Sie heute schon über Amazon per Mausklick bestellen, auch über Ihr TV-Gerät.

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Dafür gilt es sich rechtzeitig in Position zu bringen. Und Amazon scheute sich noch nie vor erforderlichen Investitionen. Denn diese sind die Voraussetzung, um in Zukunft die Marktführerschaft in diesem Wachstumsmarkt zu besitzen. Aus diesem Grund bringt das Unternehmen beispielsweise das hauseigene Tablet Kindle Fire zum Selbstkostenpreis unters Volk.

Denn je mehr Kindle-Nutzer es gibt, desto mehr wird Amazon später mit digitalen Inhalten verdienen. Dass dieses System funktioniert, beweisen seit Jahrzehnten die Hersteller von Tintenstrahldruckern mit günstigen Geräten und teuren Tintenpatronen.

Amazons Investitionen dürften sich erneut auszahlen

Amazon-Chef Jeff Bezos hat schon in der Vergangenheit große Weitsicht bewiesen. Statt sich vor gut einem Jahrzehnt den Forderungen von Anlegern und Analysten nach dem schnelleren Erreichen der Gewinnzone zu beugen, setzte er seine Prioritäten auf Umsatzwachstum und die Etablierung eines Markennamens. Und er behielt Recht damit.

Heute ist die Situation ganz ähnlich. Selbstverständlich könnte Amazon wesentlich mehr Gewinn einfahren, investiert jedoch lieber in weiteres Wachstum – und auch dieses Mal dürfte sich das auszahlen. Denn digitalen Inhalten gehört die Zukunft.

Amazon-Aktie: Optisch teuer, aber noch mit Potenzial

Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, sich die Amazon-Aktie ins Depot zu legen, sollten Sie sich nicht vom dreistelligen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) verunsichern lassen.

Natürlich ist die Aktie nach diesem herkömmlichen Bewertungsmaßstab extrem teuer – aber das war sie immer schon. Solange Amazon Investitionen den Vorzug vor Gewinnmaximierung gibt, wird sich dies auch nicht ändern.

Ich sehe jedenfalls weiteres Potenzial für die Amazon-Aktie. Solange das Wachstumstempo anhält, werden sich die Anleger nicht für das KGV interessieren.


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Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.