AMD-Aktie: Chiphersteller setzt Höhenflug ungebremst fort

AMD-Aktie: Chiphersteller setzt Höhenflug ungebremst fort. Anleger feiern Rückkehr auf den Wachstumspfad (Foto: KYTan / Shutterstock.com)

Lange trauten sich die Anleger nicht an die AMD-Aktie heran. Rückläufige Umsätze und zum Teil massive Verluste sorgten dafür, dass der Aktienkurs nicht vom Fleck kam. Doch seit April dieses Jahres hat die Aktie in den Rally-Modus geschaltet. Von 9,53 Dollar kletterten die Papiere auf zuletzt 28 Dollar in die Höhe. Mittlerweile liegt der Börsenwert wieder bei knapp 28 Milliarden Dollar. Ausschlaggebend für den jüngsten Kurssprung waren positive Analystenkommentare und starke Quartalszahlen.

AMD im Portrait

Advanced Micro Devices (AMD) Inc. mit Sitz in Sunnyvale (Kalifornien) ist hinter Intel der weltweit zweitgrößte Entwickler von Computer-Prozessoren. AMD will sich zukünftig auf das Chip-Design-Geschäft fokussieren. Eigene Produktionsanlagen wurden sukzessive veräußert. AMD entwickelt, produziert und vertreibt Prozessoren für PCs und Server, Netzwerkchips, Flash-Speicher und andere Chipbausteine. Das Unternehmen lässt sich in zwei Hauptgeschäftsbereich unterteilen: Computing Solutions (Chip-Design und -Entwicklung) und Foundry (Chip-Produktion).

Die Kunden von AMD sind bei den Computer- und Serverherstellern zu finden. Kunden sind unter anderem auch Unternehmen wie Acer, Dell Inc., Hewlett-Packard (HP) Co. und Lenovo Ltd.

Lange Verlustserie geht zu Ende

Auch operativ geht es bei dem US-Technologiekonzern wieder aufwärts. Sie müssen wissen: Von 2012 bis 2016 sanken die Umsätze von 5,42 auf 4,27 Milliarden Dollar. Zugleich liefen kumulierte Verluste in Höhe von immerhin 2,82 Milliarden Dollar auf. Doch im letzten Jahr gab es wieder Licht am Ende des Tunnels. Mit einem Umsatzsprung um fast ein Viertel auf 5,32 Milliarden Dollar erreichte AMD wieder die Gewinnzone, wenn auch nur hauchdünn. Unter dem Strich stand ein minimaler Gewinn von 43 Millionen Dollar, was einer Gewinnspanne von gerade einmal 0,81% entspricht.

Starkes zweites Quartal macht Hoffnung

Im abgelaufenen zweiten Quartal setzte sich der Turnaround weiter fort. So kletterten die Umsätze um sage und schreibe 53% auf 1,76 Milliarden Dollar in die Höhe. Zugleich erzielte AMD einen Nettogewinn von 116 Millionen Dollar. Das war der höchste Gewinn seit sieben Jahren. Besonders stark wuchs der Geschäftsbereich für Desktop-Prozessoren und Grafikchips. Die Sparte Computing und Graphics verbesserte ihr Ergebnis auf 1,09 Milliarden Dollar (+64%). Während der Durchschnittspreis für Desktop-Prozessoren rückläufig war, erhöhte er sich für Grafikchips.

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Der Geschäftsbereich Enterprise, Embedded und Semi-Custom, der Serverprozessoren sowie CPUs für Spielekonsolen umfasst, trug 670 Millionen Dollar zum Gesamtergebnis bei. Das entspricht einem Zuwachs von 37%.

Neue Chips im kommenden Jahr

Unterdessen erwarten Experten, dass die neuen Chips für weiteren Rückenwind sorgen. In der zweiten Jahreshälfte des kommenden Jahres will AMD einen Chip auf den Markt bringen, der über eine höhere Transistordichte als die Wettbewerbsprodukte von Intel verfügt. Demzufolge erhöht ein Analyst seine Marktanteil-Prognose von AMD im Bereich Computerchips von 8 auf 12%. Inzwischen erwartet er auch, dass AMD zusätzliche Marktanteile im Bereich der High-End Laptops gewinnt.

Aktie nach Kursrally anfällig für Rückschläge

Die Hausse nährt die Hausse, wie Sie am Beispiel der AMD-Aktie sehen können. Denn mittlerweile scheint die fundamentale Entwicklung mehr als eingepreist. Die Analysten rechnen in diesem Jahr mit einem Gewinn je Aktie von 0,452 Dollar, im kommenden Jahr sollten es dann 0,63 Dollar je Anteilsschein sein.

Damit handelt die Aktie mit mehr als dem 40-Fachen der erwarteten Gewinne. Kein Wunder, dass die meisten Analysten eher zurückhaltend sind. Von 31 Analysten, die sich mit der Aktie befassen, raten lediglich 14 zum Kauf der Papiere. Das durchschnittliche Kursziel liegt mit 19,34 Dollar inzwischen 30% unter dem aktuellen Kursniveau.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.