AMD-Aktie: Chiphersteller trotz trüben Zahlen mit furiosem Comeback

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Chiphersteller AMD nach den Zahlen mit furiosem Comeback. US-Konzern peilt Umsatzwachstum und höhere Margen im laufenden Jahr an. (Foto: KYTan / Shutterstock.com)

Die Berichtssaison nimmt langsam richtig Fahrt auf. Besonderes Augenmerk richten die Anleger dabei auf die Ergebnisse der Halbleiterunternehmen. Der Sektor gehörte in den vergangenen Jahren zu den Lieblingen der Anleger, bevor er im Zuge des Handelsstreits und Sorgen über ein nachlassendes Wachstum in China kräftig gebeutelt wurde. Zuletzt hatten die zurechtgestutzten Prognosen der Chipriesen Nvidia und Intel die Sorgenfalten der Anleger tiefer werden lassen.

Umso erstaunlicher war die Kursreaktion des Rivalen AMD. Nach der Vorlage der Quartalszahlen explodierte der Kurs regelrecht und schoss um mehr als ein Fünftel nach oben. Dabei war auch bei AMD nicht alles Gold was glänzt.

AMD im Portrait

Bevor ich Ihnen die aktuellsten Zahlen vorstelle, möchte ich Ihnen den AMD-Konzern noch näher vorstellen. Advanced Micro Devices, kurz AMD, hat seinen Unternehmenssitz in Sunnyvale (Kalifornien) und ist hinter Intel der weltweit zweitgrößte Entwickler von Computer-Prozessoren. Dabei will sich AMD zukünftig auf das Chip-Design-Geschäft fokussieren. Eigene Produktionsanlagen wurden schrittweise veräußert.

Seit der Akquisition des kanadischen Grafikchip-Herstellers ATI Technologies für rund 5,4 Milliarden Dollar ist AMD auch ein bedeutender Player im weltweiten Mark für Grafikchips.

Chiphersteller liefert Rekordquartal ab

Bei der Präsentation der Geschäftsergebnisse gab es einige Lichtblicke. So kletterte der Umsatz im Schlussquartal 6% auf 1,42 Milliarden Dollar. Unter dem Strich gelang dem Unternehmen der Sprung in die Gewinnzone. Es blieben insgesamt 38 Millionen Dollar hängen. Besonders erfreulich war, dass AMD seine Bruttomarge um 4 Prozentpunkte auf inzwischen 38% verbessern konnte.

Analystenschätzungen übertroffen

Auf Sicht des Gesamtjahres waren die abgelieferten Ergebnisse alles andere als schlecht. Der Umsatz erhöhte sich um 23% auf 6,48 Milliarden Dollar. Zugleich schnellte das Betriebsergebnis deutlich von 127 Millionen auf nun 451 Millionen Dollar in die Höhe. Das ist deutlich mehr als von Analysten erwartet wurde.

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Als Grund für das gute Abschneiden führte die Konzernführung vor allem die massive Absatzsteigerung bei seinen Epyc-Prozessoren an. Sie müssen wissen: Diese Chips finden vor allem bei Cloud-Diensten wie dem Amazon Web Service oder Microsoft Azure Anwendung. Durch den Cloud-Boom hat der US-Konzern also ordentlichen Rückenwind erhalten.

Serversparte mit schwacher Entwicklung

Schwach zeigte sich unterdessen das Server- und Gaming-Geschäft. Dort kam es im vierten Quartal zu einem Umsatzeinbruch um 39% auf 433 Millionen Dollar im Vergleich zum Vorquartal. Der Nachfragerückgang bei Konsolen sorgte für ordentlich Bremsspuren.

Maue Aussichten für das laufende Quartal…..

Für das laufende Quartal zeigt sich die Firmenführung wenig optimistisch. Der Halbleiterspezialist erwartet einen Umsatz von 1,25 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Rückgang um beinahe 25% und liegt immerhin satte 200 Millionen Dollar unter den bisherigen Schätzungen der Analysten.

……Aber höhere Gewinnmargen im Gesamtjahr erwartet

Für das Gesamtjahr ist der Konzern aber optimistischer und peilt eine Umsatzsteigerung im hohen einstelligen Prozentbereich an. Gleichzeit soll die operative Gewinnspanne um 2 Prozentpunkte auf 40% erhöht werden. Wenn AMD liefert, dann wäre das immerhin die höchste Rentabilität der letzten acht Jahre.

Für die Analysten sind die Prognosen vor dem Hintergrund der ambitionierten Bewertung kein Grund, zum Einstieg zu blasen. Die Experten sind eher zurückhaltend und sehen in der Aktie lediglich eine Halteposition. Das durchschnittliche Kursziel der Experten liegt momentan bei 23,18 Dollar und damit unter dem aktuellen Kursniveau (24,16 Dollar).


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.