AMD-Aktie: Kursschub durch Aufspaltung?

Einst galten die PC- und Chiphersteller zu den Hoffnungsträgern an den Börsen. Doch diese Phase ist längst vorbei. Im Gegenteil: Die ganze Branche schwächelt – wie das Beispiel AMD zeigt. Doch hier gibt es – zumindest was die künftige Performance der Aktie angeht – einen kleinen Hoffnungsschimmer.

AMD-Aktie schon länger unter Druck

Schon lange steht AMD wegen seines schwachen Geschäfts mit PCs und Grafikkarten sowie der starken Konkurrenz des Platzhirsches Intel unter Druck. Dabei versuchte AMD immer wieder, diese Talfahrt zu stoppen und setzte Sparpläne, einen Stellenabbau und eine Neuausrichtung – der Fokus wird inzwischen auf Spielekonsolen und stromsparende Server gelegt – um.

Doch der Abwärtstrend konnte dabei nicht gestoppt werden. Die Aktie, die noch vor rund 10 Jahren jenseits der 40 Dollarmarke notierte, hat jetzt ein Niveau zwischen 2,50 bis 3 Dollar erreicht.

Dabei verloren die Papiere des im kalifornischen Sunnyvale ansässigen Unternehmens in den vergangenen 12 Monaten fast die Hälfte an Kurswert. Immerhin – und das ist halbwegs positiv – befindet sich der Titel in den letzten drei Monaten in einer Seitwärtsbewegung.

Quartalszahlen enttäuschten

Dafür sind aber auch nicht zuletzt die Fundamentaldaten verantwortlich: So enttäuschten die Zahlen des letzten Quartals überwiegend. Der AMD-Umsatz brach um 26,2 % auf 1,03 Mrd. Dollar regelrecht ein. Der Fehlbetrag kletterte noch eindrucksvoller und erhöhte sich auf 180 Mio. Dollar von 20 Mio. Dollar im Vorjahreszeitraum.

Verantwortlich für diese schwachen Zahlen war vor allem das Geschäft mit Prozessoren und Grafik-Chips für PCs. Der Umsatz der Sparte fiel um mehr als ein Drittel (38 %) auf 532 Mio. Dollar und fuhr einen operativen Verlust von 75 Mio. Dollar ein.

Zu dem Konzernverlust trugen auch Abschreibungen und Restrukturierungskosten von 87 Mio. Dollar bei. Auslöser ist vor allem der Ausstieg aus dem Geschäft mit sogenannten Microservern, die auf Chips mit niedrigem Energieverbrauch aufbauen.

Aufspaltung des Unternehmens könnte beflügeln

Um jetzt die Talfahrt zu stoppen, sind neue Wege in der Diskussion: So ist, Insidern zufolge, auch die Abspaltung der Grafiksparte vom Prozessorbereich im Gespräch. Eine Entscheidung sei zwar noch nicht getroffen worden, eine Unternehmensberatung wägt aber die Möglichkeiten ab.

Die neue Chefin Lisa Su, die den Chefposten bei AMD erst im Oktober vergangenen Jahres übernahm, überdenkt nun offenbar auch früher bereits verworfene Optionen zur Sanierung des Unternehmens.

Eins steht fest: AMD ist derzeit in Bewegung und wird in Kürze die Blicke der Anleger auf sich ziehen. Dabei ist aber zu beachten, dass die Aktie sicherlich kurzfristig von den Gerüchten und Spekulationen profitieren kann. Von einem längerfristigen Engagement in AMD rate ich Ihnen aber derzeit allerdings noch ab.

22. Juni 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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