AMD: Chiphersteller mit starkem Jahresstart

AMD Ryzen Motherboard

Der Technologiekonzern AMD profitiert von der Chip-Knappheit und steigert Umsatz im ersten Quartal um 92% - der Firmenboss hebt die Jahresprognose an. (Foto: AMD)

Während der Chip-Riese Intel mit Verzögerungen bei seiner nächsten Prozessor-Generation kämpft, ist der kleinere Konkurrent AMD auf Aufholjagd. Das macht sich auch in einer beeindruckenden Aktienkursentwicklung bemerkbar. Konnten sich Anleger vor fünf Jahren noch eine Aktie für 3,60 Dollar ins Depot legen, müssen Anleger, trotz des jüngsten Rücksetzers, inzwischen rund 82 Dollar für einen Anteilschein berappen.

David gegen Goliath

Advanced Micro Devices, besser als AMD bekannt, hat seinen Unternehmenssitz in Sunnyvale (Kalifornien) und ist hinter Intel der weltweit zweitgrößte Entwickler von Computer-Prozessoren. Zukünftig will sich AMD vor allem auf das Chip-Design-Geschäft fokussieren. Eigene Produktionsanlagen wurden sukzessive veräußert. AMD entwickelt, produziert und vertreibt Prozessoren für PCs und Server, Netzwerkchips, Flash-Speicher und andere Chipbausteine. Das Unternehmen lässt sich in zwei Hauptgeschäftsbereich unterteilen: Computing Solutions (Chip-Design und -Entwicklung) und Foundry (Chip-Produktion).

Die Kunden von AMD sind unter den Computer- und Serverherstellern zu finden. Kunden sind unter anderem auch Unternehmen wie Acer, Dell Inc., Hewlett-Packard (HP) Co. und Lenovo Ltd.

AMD-Umsatz klettert um 92% nach oben

Im zurückliegenden Quartal konnte der Chip-Konzern seine Anleger mit guten Ergebnissen überzeugen. Der Umsatz erhöhte sich im Jahresvergleich um 92% auf 3,45 Milliarden Dollar. Das lag 270 Millionen Dollar über den Analystenerwartungen. Die Kalifornier profitieren vom gewaltigen Bedarf an PCs und Notebooks, den Heimarbeit und Fernunterricht in der Coronakrise weltweit ausgelöst haben.

Gewinnmargen deutlich über Vorjahresniveau

Gleichzeitig verbesserte sich der Gewinn deutlich überproportional von 162 auf 555 Millionen Euro. Das entspricht einem Anstieg um 243%. Entsprechend erhöhte sich die Nettogewinnmarge von 9 auf knapp über 16%. Am Ende stand ein Gewinn von 45 Cent je Aktie in den Büchern vs. 14 Cent im vergleichbaren Vorjahresquartal. Auch das lag über den Erwartungen. Für Sie zum Vergleich: Die Analysten in den Banken waren im Vorfeld lediglich von 38 Cent je Anteilschein ausgegangen.

Geschäft mit Rechenzentren wird immer wichtiger

AMD verzeichnete höhere Verkäufe bei seinen PC-Chips der Marke Ryzen sowie den Epyc-Prozessoren für Rechenzentren. Die CPU/GPU-Sparte legte beim Umsatz auf 2,10 Milliarden Dollar (+46%) zu und erzielte einen operativen Gewinn von 485 Millionen Dollar (vs. 262 Mio. Dollar im Vorjahresquartal).

Im Server- und Semi-Custom-Segment erhöhte sich der Umsatz sogar noch deutlicher um 385% auf 1,345 Milliarden Dollar. Zugleich erreichte der Chipspezialist in diesem Segment die Gewinnschwelle. Nach einem Vorjahresverlust von 26 Millionen Dollar erzielte AMD nun einen Gewinn in Höhe von 277 Millionen Dollar. Hierfür sind AMD zufolge die drastisch angestiegenen Verkäufe von Chips für die Playstation 5 und die Xbox verantwortlich, aber auch die Epyc-Chips konnten einen massiven Zuwachs verbuchen.

Absatzboom dürfte weiter anhalten

Mit Vorlage der Geschäftszahlen präsentiert sich die AMD-Führung selbstbewusst und zuversichtlich. Auf Grund der anhaltenden Chip-Knappheit peilt der Konzern für das zweite Quartal 2021 einen Umsatz von 3,6 Milliarden Dollar und damit ein neues Rekordniveau an. Zudem hob AMD-Chefin Lisa Su die Prognose für das Gesamtjahr an: Statt wie bislang 37% Umsatzplus stellt Su die Anleger auf ein Umsatzwachstum von 50% ein. Damit könnten am Ende 15 Milliarden Dollar an Jahresumsatz durch die Bücher gehen.

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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