AMD: Chiphersteller nach starken Zahlen auf Rekordjagd

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AMD: Aktie des Chip-Konzerns klettert nach starken Zahlen auf neues Rekordhoch. Intel-Rivale baut Marktanteile weiter aus und versetzt Anleger in Feierlaune (Foto: Alexander Tosltykh / shutterstock.com)

Während der Chip-Riese Intel mit Verzögerungen bei seiner nächsten Prozessor-Generation kämpft, ist der kleinere Konkurrent AMD auf Aufholjagd. Nach starken Quartalszahlen trieben die Anleger die Aktie des Chipherstellers auf ein neues Jahreshoch. Seit dem Jahreswechsel liegen die Papiere bereits 60% in der Gewinnzone.

David gegen Goliath

Advanced Micro Devices, besser als AMD bekannt, hat seinen Unternehmenssitz in Sunnyvale (Kalifornien) und ist hinter Intel der weltweit zweitgrößte Entwickler von Computer-Prozessoren. Zukünftig will sich AMD vor allem auf das Chip-Design-Geschäft fokussieren. Eigene Produktionsanlagen wurden sukzessive veräußert. AMD entwickelt, produziert und vertreibt Prozessoren für PCs und Server, Netzwerkchips, Flash-Speicher und andere Chipbausteine. Das Unternehmen lässt sich in zwei Hauptgeschäftsbereich unterteilen: Computing Solutions (Chip-Design und -Entwicklung) und Foundry (Chip-Produktion).

Die Kunden von AMD sind unter den Computer- und Serverherstellern zu finden. Kunden sind unter anderem auch Unternehmen wie Acer, Dell Inc., Hewlett-Packard (HP) Co. und Lenovo Ltd.

AMD-Umsatz klettert um 26% nach oben

Im zurückliegenden Quartal konnte der Chip-Konzern seine Anleger mit guten Ergebnissen überzeugen. Der Umsatz erhöhte sich im Jahresvergleich um 26% auf 1,93 Milliarden Dollar. Gleichzeitig verbesserte sich der Gewinn von 35 auf 157 Millionen Dollar. Je Aktie blieb ein Gewinn von 0,18 Dollar übrig. Für Sie zum Vergleich: Die Analysten waren im Vorfeld lediglich von 0,16 Dollar Gewinn je Anteilschein ausgegangen.

Geschäft mit Rechenzentren wird immer wichtiger

AMD verzeichnete höhere Verkäufe bei seinen PC-Chips der Marke Ryzen sowie den Epyc-Prozessoren für Rechenzentren. Inzwischen trägt das Geschäft mit Rechenzentren bereits zu einem Fünftel zu den Umsätzen bei. Aber auch bei PC-Chips lief es zuletzt glänzend. Durch den Home Office-Boom beflügelt erzielte AMD den höchsten Umsatz seit 12 Jahren.

Laut Unternehmensangaben hat der Konzern nun drei Jahre in Folge Marktanteile hinzugewinnen können. Mittlerweile liegt der Marktanteil bei 35%, während der Platzhirsch Intel auf 65% kommt. Im Server-Markt erreichte AMD nun einen Marktanteil von rund 10%, nachdem im Jahr 2017 der Wert erst bei einem Prozent lag, bevor eine neue Chip-Generation die Wende brachte.

Absatzboom hält auch im zweiten Halbjahr an

Zudem zeigten sich die Anleger von der Zuversicht der Konzernführung begeistert. Für das 3. Quartal wie auch das Gesamtjahr 2020 prognostiziert AMD nun eine Entwicklung der Bruttoumsätze wie auch Bruttomargen, die weit über alle bisher gültigen Analystenschätzungen hinausgehen.

So wird bei einer prognostizierten Beibehaltung der Bruttomarge von ca. 44 % für das 3. Quartal nun von einem Umsatz von 2,55 Milliarden Dollar (+/- 100 Millionen Dollar) ausgegangen, was bei Realisierung dieses Mittelwerts ein Umsatzwachstum von immerhin + 42 % gegenüber dem Vorjahr bedeuten würde. Das liegt immerhin 200 Millionen Dollar über den bisherigen Analystenschätzungen.

Für das Gesamtjahr 2020 erwartet AMD nun neben einem Anstieg der Bruttomarge auf 45 % einen Umsatz von rd. 8,87 Milliarden Dollar. Das wäre ein Plus um rd. + 32 % dem Vorjahr. Auch hier hatten Analysten bisher ein deutlich niedrigeres Wachstum von „nur“ + 25 % erwartet.

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

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