AMD und Intel im Sog der sinkenden PC-Verkäufe

Nach einer langen Durststrecke scheint sich AMD wieder zu erholen.

In den ersten 9 Monaten ging der Umsatz zwar um 13% zurück, der Verlust hat sich aber deutlich verringert. Im 3. Quartal hat der Konzern sogar einen kleinen Gewinn von 48 Mio $ geschrieben. Auch der Umsatz konnte um 15% auf 1,46 Mrd $ gesteigert werden.

Spielekonsolen sorgen für Wachstum

Vor allem leistungsfähige Chips für Spielekonsolen und andere Spezialanwendungen haben das Wachstum angekurbelt. Die Grafik-Chips von AMD stecken in der Xbox One von Microsoft und der Playstation 4 von Sony. Der Umsatz in der Grafik-Sparte hat sich sowohl sequenziell als auch gegenüber dem Vorjahr auf 671 Mio $ in etwa verdoppelt.

Das Geschäft mit Prozessoren für herkömmliche PCs schwächelt nach wie vor

Allerdings gibt es unterschiedliche Entwicklungen. Während die Auslieferung von Desktop-Prozessoren zurückgeht, verkaufen sich Prozessoren für Notebooks noch sehr gut. Dennoch ging der Umsatz in der Sparte PC-Prozessoren um 6,1% auf 790 Mio $ zurück. Operativ gelang aber die Rückkehr in die schwarzen Zahlen.

Im Schlussquartal rechnet AMD mit einem sequenziellen Umsatzwachstum von 2 bis 8%. Eine Ergebnisprognose blieb das Management aber schuldig. Es ist aber durchaus denkbar, dass AMD nochmals einen Gewinn erzielt und das Jahr mit einem deutlich geringeren Verlust abschließt als bisher erwartet.

Der Konzern macht Fortschritte bei der Verringerung der Abhängigkeit vom schrumpfenden PC-Markt. 2014 ist der Ergebnis-Turnaround möglich. Sorgen bereitet die schwache Bilanz mit einer Eigenkapitalquote von nur noch 10%.

Unternehmensporträt

Advanced Micro Devices (AMD) ist nach Intel der zweitgrößte Chiphersteller. Der Konzern entwickelt und produziert Mikroprozessoren wie Athlon und Opteron, Chipsätze und Grafiklösungen für die Computer-, Kommunikations- und Endverbraucherbranchen. Die Fertigung wurde an Globalfoundries ausgelagert.

Intel leidet nach wie vor unter der Schwäche am PC-Markt und tritt auf der Stelle

Umsatz und Gewinn lagen im 3. Quartal mit 13,5 Mrd $ respektive knapp 3 Mrd $ auf Vorjahresniveau. In der PC-Sparte ging der Umsatz um 3,5% auf 8,4 Mrd $ und das operative Ergebnis um 2,6% auf 3,26 Mrd $ zurück.

Chips für klassische Notebooks und Desktop-Rechner sind immer noch die wichtigste Ertragssäule des Konzerns. Aber der PC-Markt schrumpft seit mehr als einem Jahr, im abgelaufenen 3. Quartal um 8,6%. Selbst die extrem leichten und dünnen Ultrabooks, für die Intel die passenden Chips anbietet, können sich nicht gegen Smartphones und Tablets durchsetzen.

Prozessoren für Tablets und Smartphones verkaufen sich schlecht

Um die Abhängigkeit vom PC-Geschäft zu verringern, versucht Intel schon seit längerem mit sparsamen Prozessoren in Wachstumssegmente wie Tablets und Smartphones vorzudringen. Allerdings mit wenig Erfolg. Die Produkte verkaufen sich schlechter als erwartet. Der Umsatz sank um 9,3% auf 1,07 Mrd $, und der operative Verlust hat sich auf 606 Mio $ mehr als verdoppelt.

Lediglich das Geschäft mit Prozessoren für Server hat überzeugt. Der Spartenumsatz kletterte um 12,2% auf 2,9 Mrd $ und das operative Ergebnis um 15,8% auf 1,4 Mrd $. Im Schlussquartal erwartet Intel einen Umsatz von 13,2 bis 14,2 Mrd $ sowie eine Bruttomarge von 61%. Unter Berücksichtigung der operativen Kosten von 4,7 Mrd $ und einer Steuerquote von 25% schätzen wir den Gewinn auf 2,6 Mrd $.

Intel ist für das mobile Zeitalter noch nicht gerüstet. Für den Konzern sprechen derzeit allenfalls Aktienrückkäufe und die attraktive Dividendenrendite.

Unternehmensporträt

Intel produziert und vermarktet Computerkomponenten und -produkte. Zu den wichtigsten Produkten zählen Mikroprozessoren (Pentium-Chips), Chipsets, integrierte intelligente Chips, Microcontroller, Flash-Memory-, Konferenz-, Graphik-, Netzwerk- und Kommunikationsprodukte, System-Management-Software sowie Produkte zur digitalen Bildverarbeitung.

9. Dezember 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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